IMAGINE-Projekt, Krebszentren

IMAGINE-Projekt: 35 Krebszentren führen Akupunktur und Massage ein

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Vorhaben soll IMPACT-Protokolle für Akupunktur und Massage in der Krebsversorgung verankern; frühere Studien zeigten eine Schmerzlinderung.
Ein minimalistischer Innenhof eines Krankenhauses mit einem Steinbrunnen, Kieselwegen und Bambuspflanzen in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Chronische und akute Schmerzen gehören zu den gravierendsten Belastungen bei Krebserkrankungen. Eine im Fachjournal Journal of Pain and Symptom Management aus dem Jahr 2022 veröffentlichte Untersuchung belegt, dass Schmerzen über 40 Prozent der Patienten in aktiver Behandlung betreffen.

Bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen leiden sogar bis zu zwei Drittel der Betroffenen darunter. Um dieser Herausforderung mit evidenzbasierten, nichtmedikamentösen Verfahren zu begegnen, rollen das Memorial Sloan Kettering Cancer Center und die Society for Integrative Oncology (SIO) das groß angelegte IMAGINE-Projekt aus.

Strukturierte Einführung klinischer Protokolle

Die Initiative trägt den vollständigen Titel Implementing Massage and Acupuncture to Achieve Better Pain Management in Oncology Care. Ihr Kernziel ist die systematische Implementierung sogenannter IMPACT-Protokolle in den klinischen Versorgungsalltag.

Insgesamt nehmen 35 Krebszentren in 22 US-Bundesstaaten an dem Vorhaben teil. Die teilnehmenden Einrichtungen setzen sich aus 22 vom National Cancer Institute (NCI) designierten Zentren sowie 13 Nicht-NCI-Zentren zusammen. Räumlich umfasst das Vorhaben sowohl 29 städtische als auch sechs ländliche Standorte.

Die Einführung der standardisierten Abläufe erfolgt gestaffelt in vier Kohorten mit jeweils zwölf Monaten aktiver Implementierung. Das primäre Ergebnis der Untersuchung bildet die Gesamtzahl der Schmerzpatienten, die nach den Vorgaben des IMPACT-Protokolls behandelt werden. Zur wissenschaftlichen Begleitung und methodischen Evaluation kommen die etablierten Implementierungs-Frameworks RE-AIM und CFIR zum Einsatz.

Klinische Evidenz aus der IMPACT-Studie

Die methodische Grundlage der Initiative bildet die vorangegangene IMPACT-Studie des Memorial Sloan Kettering Cancer Center. Bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs zeigte sich über einen Beobachtungszeitraum von 26 Wochen eine deutliche Linderung der Schmerzsymptomatik.

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Auf einer zehn Punkte umfassenden Skala reduzierte der Einsatz von Akupunktur den Wert für die stärksten empfundenen Schmerzen um durchschnittlich 2,53 Punkte, bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,15 bis 2,92 Punkten. Die Anwendung von Massagetherapien erzielte eine Senkung um 3,01 Punkte bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,63 bis 3,38 Punkten.

Gemeinsame Leitlinien der SIO und der American Society of Clinical Oncology (ASCO) stützen diese Ergebnisse und sprechen offizielle Empfehlungen für den begleitenden Einsatz von Akupunktur und Massage bei tumorbedingten Schmerzen aus.

Wachsende Rolle integrativer Behandlungsansätze

Integrative Ansätze in der Onkologie gewinnen seit Jahren kontinuierlich an Bedeutung. Fachanalysen zeigen, dass im Jahr 2009 erst etwa die Hälfte der akkreditierten Krebszentren integrative Angebote bereitstellte, während dieser Anteil im Jahr 2016 bereits bei rund 80 Prozent lag.

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Medizinische Fachleute betonen dabei die klare methodische Abgrenzung: Integrative Methoden dienen nicht als Ersatz für etablierte Standardtherapien wie Chirurgie, Strahlen- oder Chemotherapie, sondern verstehen sich als gezielte symptomatische Ergänzung.

Während tumorzerstörende Wirkversprechen alternativer Methoden stets durch kontrollierte klinische Studien belegt sein müssen, zielt die supportive Begleitung primär darauf ab, Nebenwirkungen zu dämpfen, die psychische Belastung zu verringern und die Lebensqualität während der Krebstherapie zu stabilisieren.

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