Immobilienbetrug in München: Käuferin verliert 1,1 Millionen Euro
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim Kauf einer Eigentumswohnung im Münchner Stadtteil Bogenhausen hat eine 60-jährige Käuferin am 14. August 2026 insgesamt 1,1 Millionen Euro an Cyberkriminelle verloren. Wie die Münchner Polizei in einem Bericht vom 8. Oktober 2026 mitteilte, nutzten die unbekannten Täter die Methode des sogenannten Business Email Compromise, um die Transaktion unbemerkt auf ein eigenes Konto umzuleiten.
Gezielter Eingriff in die Maklerkommunikation
Nach Angaben der Ermittler verschafften sich die Täter unbefugten Zugriff auf das E-Mail-Programm beziehungsweise das Postfach des zuständigen Maklerbüros. Dort fingen sie die reguläre Zahlungsaufforderung für den Wohnungskauf ab und ersetzten die darin hinterlegten Bankverbindungen durch manipulierte Angaben.
Um den Betrug glaubwürdig erscheinen zu lassen, hatten die Täter im Vorfeld eine GmbH gegründet, deren Firmenname stark an den Verkäufer beziehungsweise das Immobilienunternehmen angelehnt war.
In dem Glauben, die offizielle Forderung zu begleichen, überwies die 60-Jährige den vollständigen siebenstelligen, notariell beurkundeten Kaufpreis per Echtzeitüberweisung auf das deutsche Betrügerkonto.
Laut den Ermittlern leiteten die Angreifer das Geld anschließend binnen 2 Minuten weiter. Um die Entdeckung der Tat hinauszuzögern, verschickten die Täter zusätzlich eine gefälschte Nachricht, mit der die geplante Schlüsselübergabe verschoben werden sollte.
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Entdeckung bei der Schlüsselübergabe und Schadenshöhe
Die Täuschung flog schließlich am 14. August 2026 direkt bei der Schlüsselübergabe auf. Die Polizei leitete umgehend Sicherungsmaßnahmen ein und konnte fast 900.000 Euro des überwiesenen Betrags sichern sowie an die Geschädigte zurückgeben.
Weitere Geldbeträge gelangten auf Bankkonten im europäischen Ausland, wo Ermittlungsbehörden sie ebenfalls sichern konnten. Dennoch verblieb ein finanzieller Schaden: Rund 200.000 Euro fehlten, weshalb das betroffene Ehepaar für den Abschluss des Wohnungskaufs einen Kredit aufnehmen musste.
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Ermittlungen dauern an
Die Münchner Polizei gab in ihrem Bericht vom 8. Oktober 2026 an, dass die Ermittlungen zu den Hintermännern weiterhin andauern. Angesichts des Vorfalls wiesen die Ermittler auf grundlegende Sicherheitsmaßnahmen bei der digitalen Abwicklung von Immobiliengeschäften hin.
Zur Vorbeugung empfahl die Behörde den Einsatz von Multi-Faktor-Authentifizierung und individuellen Passwörtern bei Mailkonten. Zudem sollten Käufer vor einer Überweisung die angegebene IBAN stets sorgfältig mit den Daten auf der notariellen Urkunde abgleichen.
Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „München: Frau überweist 1,1 Millionen Euro an Betrüger bei Immobilienkauf - München“
