Immunologie, FGL-1-Protein

Immunologie: FGL-1-Protein verstärkt Covid-Entzündungen paradox

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Fehlregulierte Immunreaktionen beeinflussen Depressionen, Long-Covid und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stärker als gedacht.

Entzündungsforschung: Neue Studien enthüllen weitreichende Folgen für den Körper
Nahaufnahme eines medizinischen Mikroskops mit holografischen Proteinvisualisierungen in einem Labor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Immunologie liefert neue Erkenntnisse darüber, wie Entzündungen entstehen und welche Folgen sie für den ganzen Körper haben. Gleich mehrere Studien zeigen: Fehlregulierte Immunreaktionen spielen bei zahlreichen Erkrankungen eine größere Rolle als bislang gedacht.

Forscher entschlüsseln zentrale Entzündungsmechanismen

Ein Forschungsteam der Universitätskliniken Hamburg und Basel hat einen Regelkreis identifiziert, der Entzündungsreaktionen steuert. Das Leberprotein FGL-1 hemmt normalerweise T-Zellen. Bei 65 Covid-19-Patienten zeigte sich jedoch: Erhöhte FGL-1-Spiegel gingen paradoxerweise mit stärkeren Entzündungen und schwereren Verläufen einher. Die Studie erschien am 6. August in „Communications Medicine“.

Ähnliche Fortschritte gelangen beim Familiären Mittelmeerfieber (FMF). Zwei Studien in „Science Immunology“ klärten auf, wie Mutationen im MEFV-Gen den Entzündungsalarm auslösen. Das Protein CDC42 bindet dabei an Pyrin – Mutationen verstärken diese Interaktion. Die funktionelle Kartierung von 265 Genvarianten liefert nun Ansätze für neue Therapien.

Auch bei der Darmfibrose – einer häufigen Komplikation bei Morbus Crohn – gibt es Neuigkeiten. Eine Studie im „World Journal of Gastroenterology“ zeigt an Mausmodellen: Spezifische ?? T-Zellen fördern über den CD73-Adenosin-Signalweg die Fibrosebildung. Wurde dieser Pfad gehemmt, reduzierten sich die Gewebeveränderungen deutlich.

Entzündungen wirken auf den ganzen Körper

Dass Entzündungen selten isoliert bleiben, belegt eine schwedische Studie mit 40.000 CED-Patienten. Das Risiko für Depressionen und Angststörungen steigt demnach bereits zwei bis drei Jahre vor der Diagnose. In den ersten sechs Monaten nach der Feststellung erreicht es einen Höhepunkt: plus 50 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe.

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Auch Infektionen können latente Viren reaktivieren. Bei 49 Prozent von über 1.100 hospitalisierten Patienten wiesen Forscher reaktivierte Epstein-Barr- oder Herpes-simplex-Viren nach. Die Reaktivierung hing mit der Stärke der Entzündungsreaktion zusammen – und könnte zur Entstehung von Long-Covid beitragen. Die Studie erschien am 7. August in „Nature“.

Koreanische Registerdaten mit über 334.000 Teilnehmern deuten zudem auf einen Zusammenhang zwischen neovaskulärer Makuladegeneration und einem leicht erhöhten Krebsrisiko hin. Fachleute vermuten gemeinsame biologische Mechanismen, die Gefäßneubildung und Tumorwachstum gleichermaßen beeinflussen.

Kardiologie: Neue Richtlinien und Wirkstoffe

Im Bereich der Herz-Kreislauf-Medizin wurden am 7. August die „C-CHANGE-Richtlinien“ vorgestellt. Sie konsolidieren über 400 Empfehlungen aus acht Leitlinien zu 89 Kernpunkten. Das Ziel: Die praktische Anwendung evidenzbasierter Strategien soll für Mediziner einfacher werden.

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Neue Wirkstoffklassen zeigen ebenfalls vielversprechende Ergebnisse. Eine Auswertung zu GLP-1-Rezeptor-Agonisten ergab eine Reduktion venöser Thromboembolien um 17 Prozent und von Lungenembolien um 31 Prozent. Das allgemeine Sterberisiko sank in den untersuchten Gruppen um 44 Prozent.

Doch nicht jede Innovation überzeugt: In der „CHAMPION-AF“-Studie verzeichnete das WATCHMAN-FLX-System mehr kardiovaskuläre Ereignisse als die Behandlung mit neuen oralen Antikoagulanzien – das Verhältnis lag bei 81 zu 65 Ereignissen. Bei der Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie festigte Attruby unterdessen seine Position, nachdem die Wainua-Phase-III-Studie ihren primären Endpunkt verfehlt hatte.

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