iMR-Lösung: Erste kommerzielle MRT-Bildgebung für Herzeingriffe
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die technologische Entwicklung in der Kardiologie erreicht durch die engere Verzahnung von Bildgebung und interventionellen Instrumenten eine neue Stufe. Mit der Vorstellung einer gemeinsamen Lösung für die interventionelle Magnetresonanztomographie (iMR) durch Philips und Imricor wird ein System etabliert, das speziell für elektrophysiologische Eingriffe am Herzen konzipiert wurde.
Die am 27. August 2026 angekündigte Kooperation führt die bildgebende Expertise von Philips mit der spezialisierten Hardware von Imricor zusammen, um klinische Abläufe in der interventionellen Kardiologie zu optimieren.
Integration von MRT-Plattformen und MR-kompatibler Hardware
Im Zentrum der neuen Laborlösung steht die Kombination etablierter Technologien beider Partner. Wie im Rahmen der Ankündigung Ende August 2026 dargelegt wurde, nutzt das System die 1,5T-MRT-Plattform von Philips als bildgebende Basis.
Ein wesentliches technisches Merkmal ist hierbei der Einsatz der BlueSeal-Technologie von Philips, einem 1,5-Tesla-MRT-System, das für den Betrieb ohne herkömmliche Heliumkühlung ausgelegt ist. Diese Hardware wird mit den MR-kompatiblen Systemen von Imricor synchronisiert.
Imricor bringt in diese Konfiguration spezifische Komponenten ein, die für den Einsatz in der starken Magnetfeldumgebung eines MRT-Geräts validiert sind. Dazu gehören die Systeme NorthStar und Advantage-MR sowie die für die Eingriffe notwendigen Einwegkatheter.
Ziel dieser Zusammenführung ist es, Medizinern eine Arbeitsumgebung zu bieten, in der Diagnostik und Therapie unmittelbar unter MRT-Kontrolle stattfinden können. Die Auslegung auf 1,5-T-MRT-Systeme stellt dabei sicher, dass die Lösung mit gängigen klinischen Standards kompatibel bleibt.
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Marktverfügbarkeit und internationale Präsentationen
Die gemeinsame Laborlösung wurde im Rahmen des ESC-Kongresses 2026 in München einem Fachpublikum präsentiert. Laut den beteiligten Unternehmen handelt es sich um die erste kommerziell erhältliche Konfiguration dieser Art, die MRT-Bildgebung und interventionelle Komponenten für den kardiologischen Einsatz direkt miteinander verbindet.
Die Markteinführung konzentriert sich zunächst auf spezifische Regionen. Die Lösung wird in Märkten verfügbar sein, die die CE-Kennzeichnung anerkennen. Darüber hinaus ist eine teilweise Verfügbarkeit in den Vereinigten Staaten vorgesehen. Damit reagieren die Partner auf den weltweit wachsenden Bedarf an präzisen, bildgestützten Interventionsmöglichkeiten bei chronischen Herzerkrankungen.
Langfristige Partnerschaft als Basis für Innovation
Die aktuelle Entwicklung ist das Ergebnis einer bereits über ein Jahrzehnt andauernden Zusammenarbeit. Philips und Imricor arbeiten bereits seit dem Jahr 2012 im Bereich der interventionellen Kardiologie zusammen. Während Imricor sich auf die Entwicklung von Kathetern und Steuerungssystemen konzentriert hat, die in MRT-Umgebungen sicher funktionieren, liefert Philips die notwendige Infrastruktur für die hochauflösende Echtzeit-Bildgebung.
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Die Ankündigung am 27. August 2026 unterstreicht das Ziel beider Unternehmen, die iMR-gestützte Behandlung als Ergänzung oder Alternative zu herkömmlichen röntgenbasierten Verfahren zu festigen.
Durch den Verzicht auf ionisierende Strahlung und die gleichzeitig verbesserte Weichteildarstellung im MRT versprechen sich Experten eine präzisere Steuerung bei komplexen Ablationen und anderen kardialen Eingriffen. Die Kooperation zeigt, wie die Integration spezialisierter Verbrauchsmaterialien und großformatiger Medizintechnik neue klinische Pfade eröffnen kann.
