Berlin, Deutschland

18 Wisente aus Deutschland im Kaukasus ausgewildert

29.01.2026 - 13:35:50 | dpa.de

In der europĂ€ischen Wildnis galten Wisente als ausgerottet. Durch Umsiedlungen aus Zoos kehren die grĂ¶ĂŸten LandsĂ€ugetiere des Kontinents nun zurĂŒck in eine besonders artenreiche Region.

  • Schnell raus aus der Kiste - das Leben in Freiheit ist fĂŒr die Tiere neu (Handoutbilder). - Foto: Emil Khalilov/Zoo Berlin/dpa
  • Mit dem Neuzuwachs aus Berlin und NRW leben in dem Nationalpark nun rund 90 Wisente (Handoutbilder). - Foto: Emil Khalilov/Zoo Berlin/dpa
Schnell raus aus der Kiste - das Leben in Freiheit ist fĂŒr die Tiere neu (Handoutbilder). - Foto: Emil Khalilov/Zoo Berlin/dpa Mit dem Neuzuwachs aus Berlin und NRW leben in dem Nationalpark nun rund 90 Wisente (Handoutbilder). - Foto: Emil Khalilov/Zoo Berlin/dpa

Per Frachtflugzeug und Lkw sind 18 Wisente aus Deutschland zur Auswilderung in den Kaukasus in Aserbaidschan umgesiedelt worden. Zwölf Tiere kommen aus dem Tierpark Berlin, sechs weitere aus einem Wisentprojekt im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen, wie die Umweltorganisation WWF Deutschland und der Tierpark Berlin mitteilten. 

Die bis zu 1.000 Kilogramm schweren Wisente halten sich am Anfang in einem Auswilderungsgehege im Shadagh Nationalpark im Norden Aserbaidschans auf, wie eine Tierpark-Sprecherin erklÀrte. Nach einigen Monaten werden sie dann vollstÀndig in die Freiheit entlassen. 

Folgen von Wilderei und Abholzung 

Der WWF und der Tierpark Berlin leiten seit 2019 ein Wiederansiedlungsprojekt fĂŒr Wisente. Der aktuelle Umzug der 18 Tiere sei die grĂ¶ĂŸte einzelne Umsiedlung seit Beginn des Projekts. Der Nationalpark sei eines der grĂ¶ĂŸten Schutzgebiete des Kaukasus und biete mit seinen weitlĂ€ufigen Berg-, Wald- und Offenlandstrukturen ideale Voraussetzungen fĂŒr eine langfristig stabile Wisentpopulation.

FrĂŒher waren Wisente in ganz Europa verbreitet, wie Tierpark und WWF erklĂ€rten. Doch im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert wurden die Tiere in der Wildnis Europas ausgerottet und ĂŒberlebten ausschließlich in zoologischen Einrichtungen. 1927 sei der letzte Wisent im Kaukasus erschossen worden. Auch die Abholzung von WĂ€ldern habe den Tieren geschadet.

RĂŒckkehr in die WĂ€lder

Mithilfe von Schutz- und Zuchtprogrammen existieren laut WWF heute weltweit wieder rund 10.000 Wisente, sowohl in zoologischen Einrichtungen als auch in Naturreservaten und in der Wildnis. Das Wiederansiedlungsprojekt von Tierpark und Zoo habe bislang 64 Wisente nach Aserbaidschan gebracht. Die Tiere pflanzten sich dort erfolgreich fort. Allein 2025 seien neun KÀlber geboren worden. Mit dem Neuzuwachs aus Berlin und NRW leben in dem Nationalpark nun rund 90 Wisente. 

«Die RĂŒckkehr des Wisents in die UrwĂ€lder des östlichen Großen Kaukasus ist ein wichtiger Beitrag zur Erreichung nationaler, regionaler und internationaler Naturschutzziele zum Erhalt der BiodiversitĂ€t», erklĂ€rte Projektleiter Aurel Heidelberg, Referent fĂŒr die Ökoregion Kaukasus beim WWF Deutschland.

Schwergewichtige EuropÀer

Laut WWF sind Wisente die grĂ¶ĂŸten LandsĂ€ugetiere Europas. MĂ€nnliche Tiere können bis zu 1.000 Kilogramm, weibliche bis zu 700 Kilogramm wiegen. Die wilden Rinder erreichen eine Schulterhöhe von bis zu zwei Metern. Sie leben in Herden mit etwa zehn bis zwölf Tieren.

Die MÀnnchen sind ab einem Alter von drei Jahren als EinzelgÀnger unterwegs. Wisente sind WiederkÀuer und ernÀhren sich von GrÀsern, frischem Laub, Baumrinde und StrÀuchern. Ein ausgewachsener Wisent braucht laut WWF pro Tag rund 60 Kilogramm Nahrung. 

Wisent oder Bison?

Wisente (Bos bonasus) und amerikanischen Bisons (Bos bison) sehen sich nicht nur sehr Ă€hnlich, sondern sind tatsĂ€chlich eng miteinander verwandt. Es gibt aber Unterschiede: Bisons leben laut WWF in der PrĂ€rie, Wisente bevorzugen feuchte LaubmischwĂ€lder. Außerdem seien Wisente etwas schlanker und hĂ€tten lĂ€ngere Beine als Bisons.

Nach Angaben des WWF hat der Kaukasus eine extrem hohe biologische Vielfalt. Es gibt Berge, WĂ€lder, Gletscher und trockene Steppen. Nicht nur Wisente fĂŒhlen sich dort wohl: Den Angaben nach findet man in der Region auch die letzten Leoparden Europas. Außerdem leben dort BraunbĂ€ren, Wölfe und Luchse.

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