Indiens, UPI-Gebühr

Indiens UPI-Gebühr: 0,4-Prozent-MDR ab 15. Oktober für Zahlungen

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab Oktober kostet ausgewählte UPI-Händlerzahlungen über Rs 2.000 künftig 0,4 Prozent. Verbraucher und viele Kleinhändler bleiben ausgenommen.

Indien führt UPI-Gebühr ein: Ausnahmen für Verbraucher
Ein belebter Marktplatz in Indien bei Sonnenuntergang, Fokus auf Architektur und Texturen ohne sichtbare Personen oder Technik. Illustration mit AI erstellt.

Die National Payments Corporation of India (NPCI) hat am 15. September 2026 die Einführung einer Merchant Discount Rate (MDR) für das Unified Payments Interface (UPI) beschlossen. Ab dem 15. Oktober 2026 wird auf ausgewählte Zahlungen von Verbrauchern an Händler (P2M) über einem Betrag von Rs 2.000 eine Gebühr von 0,4 Prozent erhoben.

Bei Transaktionen ab Rs 75.000 greift eine Obergrenze von Rs 300. Mit diesem Schritt endet das sogenannte Null-MDR-Regime, das seit Januar 2020 für das indische Echtzeit-Bezahlsystem gegolten hatte.

Rechtsgrundlage der Neuregelung ist der Payment and Settlement Systems Act, 2007. Die Entscheidung traf ein 22-köpfiges UPI-Steering-Committee, an dem unter anderem die Indian Banks' Association (IBA) sowie der Payment Council of India (PCI) beteiligt waren.

Weitreichende Ausnahmen für Verbraucher und Kleinhändler

Verbraucher bleiben von den Kosten unberührt. UPI-Apps dürfen laut NPCI keine Plattformgebühren erheben. Zudem bleiben sämtliche Transfers von Person zu Person (P2P) sowie Händlerzahlungen bis zu Rs 2.000 weiterhin vollständig gebührenfrei.

Auch das Finanzministerium wies darauf hin, dass die Abgabe lediglich rund 4 Prozent aller UPI-Transaktionen betreffe, da über 95 Prozent des P2M-Volumens unter der Schwelle von Rs 2.000 lägen.

Im August 2026 entfielen von den insgesamt 24,51 Milliarden UPI-Transaktionen mit einem Gesamtwert von Rs 29,82 Lakh Crore über 752 Banken hinweg 63 Prozent des Volumens auf P2M-Zahlungen, von denen wiederum 96 Prozent unter Rs 2.000 lagen.

Auch Klein- und Kleinsthändler mit einem monatlichen P2PM-Umsatz von bis zu Rs 1 Lakh sind von der Gebühr befreit. Erst wenn dieser Schwellenwert in drei aufeinanderfolgenden Monaten überschritten wird, erfolgt eine Einstufung in das reguläre P2M-System.

Laut einer FAQ-Veröffentlichung der NPCI vom 15. September 2026 ist für die Inanspruchnahme dieser Befreiung keine GST-Registrierung erforderlich. Ebenfalls ausgenommen bleiben UPI-AutoPay, Mandate und SIP-Sparpläne sowie RuPay-Kreditkarten im Rahmen von Credit-linked UPI.

Sonderregeln, Rechenbeispiele und Erlösverteilung

Für essenzielle Dienstleistungen wie Bahnreisen, Telekommunikation, Versicherungen, Treibstoff, Versorger, Bildung und landwirtschaftliche Vorprodukte über Rs 2.000 gilt künftig eine Pauschale von Rs 5. Im Kapitalmarktsektor für Fonds, Aktien und Broker beträgt die Rate 0,02 Prozent bei einem Höchstbetrag von Rs 300.

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Ab dem 15. Oktober 2026 gilt auf P2M-UPI-Zahlungen über Rs 2.000 eine MDR von 0,4 Prozent, gedeckelt bei Rs 300 ab Rs 75.000 — das seit Januar 2020 geltende Null-MDR-Regime endet damit. Der kostenlose Leitfaden zeigt, welche Transaktionen betroffen sind, wie die Erlösverteilung zwischen Banken, PSPs und App-Anbietern angelegt ist und welche Ausnahmen für Kleinhändler greifen. Kostenlosen MDR-Leitfaden anfordern

Anhand konkreter Rechenbeispiele verdeutlichte die NPCI die Auswirkungen: Bei einer Zahlung von Rs 3.000 beträgt die MDR Rs 12, bei Rs 50.000 fallen Rs 200 an, und bei Rs 1 Lakh wird die Gebühr bei Rs 300 gedeckelt statt regulärer Rs 400. Ein Händler erhält bei einem Rechnungsbetrag von Rs 10.000 eine Gutschrift von Rs 9.960. Zum Vergleich liegt die MDR bei Kreditkarten bei 1,5 bis 2,5 Prozent und bei Debitkarten bei bis zu 0,9 Prozent.

Die Gebühr von 0,4 Prozent umfasst 0,28 Prozent Interchange. Vorgesehen ist eine Aufteilung von 0,12 Prozent für die Acquiring-Bank, 0,16 Prozent für die Kartenbank, 0,04 Prozent für den Payment Service Provider (PSP) und 0,08 Prozent für den Anbieter der UPI-App, wobei der PSP 0,8 Prozent an den App-Provider entrichtet.

Die finale Verteilung zwischen Banken, PSPs und App-Anbietern ist derzeit noch offen. Zudem fließen 5 Prozent der Einnahmen in einen Förderfonds für Kleinsthändler in Regionen der Stufen III bis VI, Nordost-Indien sowie Jammu und Kashmir und Ladakh. Dessen Rahmen soll innerhalb von drei Monaten gemeinsam mit der Reserve Bank of India (RBI) erarbeitet werden.

Wirtschaftliche Tragfähigkeit des Bezahlsystems

Kommunikationsminister Jyotiraditya Scindia erklärte in einem Interview mit ANI, die Einführung der MDR solle das System finanziell selbsttragend machen.

Die bisherigen staatlichen Subventionen reichten zuletzt nicht aus: Nach einem Höchststand von Rs 3.631 Crore im Finanzjahr 2023-24 wurden für 2025-26 rund Rs 2.196 Crore ausgezahlt, während für 2026-27 ein Budget von Rs 2.000 Crore vorgesehen ist.

Branchenschätzungen beziffern die jährlichen Gesamtbetriebskosten von UPI auf etwa Rs 20.000 Crore; das Department of Financial Services (DFS) schätzt allein die Kosten für die P2M-Infrastruktur auf Rs 20.700 Crore pro Jahr.

Das maximale Erlöspotenzial der Abgabe wird auf monatlich Rs 2.400 Crore beziehungsweise jährlich Rs 28.000 Crore geschätzt. Das Analysehaus Jefferies prognostiziert Einnahmen zwischen Rs 15.000 und 18.000 Crore.

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Klein- und Kleinsthändler mit einem monatlichen P2PM-Umsatz bis Rs 1 Lakh bleiben von der neuen UPI-Gebühr befreit — doch wer den Schwellenwert in drei aufeinanderfolgenden Monaten überschreitet, wird ins reguläre P2M-System eingestuft. Der Leitfaden erklärt die Befreiung ohne GST-Registrierung, die Pauschalen für essenzielle Dienstleistungen und die Rechenbeispiele der NPCI. Befreiungs-Checkliste jetzt abrufen

Zu den größten Profiteuren unter den Banken zählt die Yes Bank mit Marktanteilen von über 50 Prozent als Zahler- und rund 55 Prozent als Empfänger-Bank, gefolgt von der Axis Bank mit etwa 19 Prozent und ICICI mit 18,3 Prozent.

Unter den App-Anbietern verzeichnen PhonePe einen Marktanteil von 46 Prozent und Google Pay von 32 Prozent am Transaktionsvolumen. Im Geschäftsjahr 2025-26 verzeichnete UPI bei mehr als 550 Millionen Nutzern insgesamt 241,6 Milliarden Transaktionen im Gesamtwert von Rs 314,2 Lakh Crore und ist mittlerweile in elf Ländern verfügbar.

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