Indonesien, Urheberrecht

Indonesien reformiert Urheberrecht: KI-Werke geschützt, Kunststil-Kopien verboten

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 00:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neuer Gesetzesentwurf in Jakarta will KI-Werke mit menschlichem Beitrag schützen und die Nutzung von Künstlerstilen durch Maschinen unterbinden.

Indonesien plant Schutz für KI-Kunst und Verbot von Stilnachahmung
Menschliche Hand hält Stift, verflochten mit leuchtender KI-Schaltung und Rechtsdokumenten, symbolisiert KI-Urheberrecht und menschliche Beteiligung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Jakarta – Die indonesische Regierung will das Urheberrecht grundlegend reformieren. Künftig sollen KI-generierte Werke unter bestimmten Bedingungen geschützt werden – während gleichzeitig die Nachahmung menschlicher Stile verboten wird.

Der am 18. Juli 2026 bekannt gewordene Gesetzesentwurf der Nationalversammlung stellt einen der ambitioniertesten Versuche dar, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Künstliche Intelligenz in Südostasien zu definieren. Im Kern geht es um eine Frage, die Kreative weltweit umtreibt: Wem gehört, was eine Maschine erschafft?

Neue Pflichten für Tech-Konzerne

Der Entwurf sieht vor, dass KI-assistierte Werke dann urheberrechtlich geschützt werden können, wenn ein nachweisbarer menschlicher Beitrag vorliegt. Gleichzeitig sollen Plattformen verpflichtet werden, offenzulegen, wenn Inhalte mit KI erstellt wurden.

Besonders brisant: Das Verbot, den Stil existierender Künstler durch KI nachzuahmen. „Das schützt die wirtschaftliche Existenzgrundlage von Fotografen, Illustratoren und Designern", heißt es in Begründungen zum Gesetzesentwurf.

Ein zentraler Punkt betrifft die Finanzierung: Tech-Unternehmen sollen Nachrichtenverlage für Inhalte entschädigen müssen, die zum Training ihrer KI-Modelle verwendet werden. Google hat bereits Kritik angemeldet und warnt vor überbordender Regulierung, die Innovationen im KI-Sektor ersticken könnte.

Klagewelle in den USA

Der Vorstoß aus Jakarta fällt in eine Zeit weltweit eskalierender Rechtsstreitigkeiten. Erst am 10. Juli 2026 reichten große Verlagshäuser wie Hachette, Cengage und Elsevier gemeinsam mit dem Bestseller-Autor Scott Turow eine Sammelklage gegen Google ein.

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Die Kläger werfen dem Konzern vor, Millionen urheberrechtlich geschützter Bücher und Artikel ohne Erlaubnis für das Training seines KI-Modells Gemini genutzt zu haben. Interne Dokumente sollen belegen, dass Google-Mitarbeiter die rechtlichen Risiken kannten – einige bezeichneten die Praxis demnach als problematisch und potenziell mit hohen Strafen belegt.

In einem separaten Verfahren fordern Verlage unter Führung der New York Times Sanktionen gegen OpenAI. Der Vorwurf: Beweise zu Trainingsdaten und Millionen von ChatGPT-Unterhaltungen seien vernichtet oder versteckt worden. OpenAI weist die Vorwürfe zurück.

Australien und Europa ziehen nach

Auch international gewinnt die Debatte an Fahrt. Australiens Innovationsminister Tim Ayres bezeichnete die Nutzung heimischer Inhalte durch ausländische Tech-Firmen ohne Zustimmung als unethisch. Die Regierung in Canberra hat ein neues KI-Büro eingerichtet, das Standards entwickeln und Urheberrechte schützen soll.

In Europa gilt bereits Italiens Gesetz Nr. 132/2025, das die Kennzeichnung von Deepfakes vorschreibt und Unternehmen für KI-generierte Werbeinhalte haftbar macht.

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Musikindustrie im Rechtsstreit

Die Musikbranche sieht sich mit ähnlichen Konflikten konfrontiert. Ein Sicherheitsvorfall beim KI-Unternehmen Suno AI soll offengelegt haben, dass Hunderttausende Stunden Audio-Material von Videoplattformen sowie Liedtexte aus Datenbanken für das Training abgeschöpft wurden. Suno befindet sich derzeit in Rechtsstreitigkeiten mit großen Plattenfirmen wie Sony und Universal Music Group und beruft sich auf die Fair-Use-Doktrin.

Der indonesische Gesetzesentwurf ist noch nicht endgültig verabschiedet. Doch die Richtung ist klar: Die Ära der unregulierten Datennutzung für KI-Training könnte sich ihrem Ende zuneigen.

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