Ingwer, Untersuchungen

Ingwer gegen Übelkeit: 23 Untersuchungen zeigen überwiegend positive Ergebnisse

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erhebungen beleuchten ergänzende Anwendungen, begrenzte Wirksamkeitsnachweise und mögliche Wechselwirkungen pflanzlicher Präparate.

Pflanzenmittel und Medikamente: Studien zeigen Nutzen und Risiken
Eine Auswahl getrockneter Heilkräuter und botanischer Proben auf einem dunklen Holztisch in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die gleichzeitige Nutzung komplementärmedizinischer Ansätze und schulmedizinischer Behandlungen gewinnt in der Patientenversorgung stetig an Bedeutung. Eine Querschnittsstudie der Medizinischen Universität Varna, die im Fachjournal BMC Complementary Medicine and Therapies veröffentlicht wurde, untersuchte dieses Zusammenspiel systematisch.

Für die Erhebung wurden zwischen Juli 2022 und September 2023 insgesamt 513 Erwachsene dazu befragt, wie und aus welchen Beweggründen sie pflanzliche Mittel während der COVID-19-Pandemie mit konventionellen Arzneimitteln kombinierten.

Die Daten spiegeln einen Trend wider, bei dem viele Betroffene eigenständig versuchen, Symptome durch pflanzliche Wirkstoffe zu lindern oder bestehende Therapien zu ergänzen.

Begleitende Ansätze in der Schmerz- und Symptombehandlung

Auch in der Onkologie greift ein beträchtlicher Teil der Patienten auf ergänzende Wirkstoffe zurück. Eine im Fachjournal Supportive Care in Cancer veröffentlichte Erhebung unter 186 Krebspatienten ergab, dass 26,1 Prozent der Befragten seit ihrer Diagnose Cannabis konsumierten.

Unter den Anwendern berichteten 89,7 Prozent über eine Besserung von Schlaflosigkeit, 85,7 Prozent über eine gesteigerte Esslust und 83,7 Prozent über eine aufgehellte Stimmung.

Anzeige

Wer Gelenkbeschwerden und Steifheit auf natürliche Weise begegnen möchte, kann von speziellen Techniken der Traditionellen Chinesischen Medizin profitieren. Dieser kostenlose Guide zeigt, wie Sie mit dem sogenannten 3-Finger-Trick gezielt Druckpunkte aktivieren, um Schmerzen eigenständig zu lindern. 101 Druckpunkte gegen Arthrose jetzt kostenlos entdecken

Verbesserungen bei Gelenkschmerzen und Steifheit wurden von 83,3 Prozent genannt, bei Stress, Angst oder Depressionen von 81,6 Prozent sowie bei tumorbedingten Schmerzen von 80,7 Prozent. Verdauungsbeschwerden gingen bei 67,9 Prozent zurück.

Zudem gaben rund 30 Prozent an, Cannabis anstelle von Opioiden zu verwenden, während 32 Prozent andere Medikamente reduzierten oder ganz absetzten. Die Studienautoren betonten allerdings die methodischen Grenzen: Da es sich um eine Querschnittserhebung an einer einzelnen Einrichtung mit reinen Selbstauskünften und nicht standardisierten Produkten handelte, liefert die Untersuchung keinen klinischen Wirksamkeitsnachweis.

Wissenschaftliche Evidenz am Beispiel von Arzneipflanzen

Wie gut pflanzliche Optionen erforscht sind, variiert je nach Pflanze erheblich. Für das Jahr 2026 bestimmte eine Arbeitsgruppe der Universität Würzburg den Ingwer (Zingiber officinale) zur Arzneipflanze des Jahres.

Bei einem Vortrag im Miltenberger Apothekenmuseum verwies die Biologin Dr. Elke Puchtler auf die traditionelle Nutzung des Rhizoms. Während frischer Ingwer nachweislich gegen Übelkeit wirkt, zeigt getrockneter Ingwer positive Effekte auf die Verdauung.

Anzeige

Eine gezielte Ernährung kann bei vielen chronischen Beschwerden und Entzündungsprozessen im Körper eine entscheidende unterstützende Rolle spielen. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, welche zwölf Lebensmittel als natürliche Helfer fungieren und wie Sie stille Entzündungen durch einfache Umstellungen erkennen und lindern können. Gratis-Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung anfordern

Eine Analyse von ih-research.com zur Studienlage am Menschen zeigt, dass vor allem die Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen in 23 Untersuchungen gut belegt und überwiegend positiv bewertet wurde. Bei Schwangeren reduzierte Ingwer Übelkeit effektiver als ein Placebo, ohne dass gehäuft Fehlgeburten oder Nebenwirkungen auftraten.

Auch der Nutzen bei Blutzucker- und Stoffwechselwerten ist in 27 Studien bei Typ-2-Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes positiv untersucht worden, wenngleich viele Erhebungen klein waren. Dagegen blieb die Datenlage zur Übelkeit bei Chemotherapien in 13 Studien unklar.

Risiken hochdosierter Extrakte und Wechselwirkungen

Die Kombination von pflanzlichen Präparaten mit klassischen Arzneimitteln birgt spezifische Risiken. Insbesondere konzentrierte Extrakte können den Stoffwechsel anderer Medikamente beeinflussen.

Die neuseeländische Arzneimittelbehörde Medsafe dokumentierte im Jahr 2018 den Fall eines Patienten, bei dem der Gerinnungswert INR nach Einnahme eines Kurkuma-Präparats auf über 10 anstieg, gefolgt von einem weiteren Fall im Jahr 2022 mit stark schwankenden Gerinnungswerten.

Die Behörde rät daher davon ab, hochdosierte Kurkuma-Mittel parallel zu Gerinnungshemmern wie Warfarin, Thrombozytenaggregationshemmern oder bestimmten Antidepressiva einzunehmen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung wies 2021 zudem auf Verdachtsfälle von Leberschäden durch Kurkuma-Präparate mit künstlich erhöhter Bioverfügbarkeit hin und empfiehlt langfristig höchstens 3 mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Verbraucherschützer betonen daher, dass Nahrungsergänzungsmittel bei bestehenden Erkrankungen oder einer Dauermedikation stets nur nach medizinischer Absprache eingesetzt werden sollten.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70321937 |