Ingwer, Studien

Ingwer gegen Übelkeit: Studien belegen Wirkung bei Schwangerschaft und Reisen

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 12:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forschung stützt Ingwer bei Übelkeit; für andere Beschwerden sind die Belege teils uneinheitlich, höhere Mengen können Nebenwirkungen auslösen.
Frische, ungeschälte Ingwerwurzeln auf einer dunklen Holzoberfläche in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Verwendung von Ingwer, dessen ätherischem Öl sowie bioaktiven Scharfstoffen wie Gingerolen zur Förderung der Magen-Darm-Gesundheit gewinnt in der Ernährungswissenschaft und Komplementärmedizin zunehmend an Bedeutung.

Das Rhizom der tropischen Pflanze Zingiber officinale, das vor allem in Indien, China, Indonesien, Thailand und Nigeria angebaut wird, enthält neben ätherischen Ölen, kleinen Mengen Vitamin C, Magnesium, Kalium und Eisen vor allem bioaktive Substanzen wie Gingerole und Shogaole. Diese Komponenten stehen im Mittelpunkt zahlreicher Untersuchungen zur Linderung gastrointestinaler Beschwerden.

Wirkmechanismen bei Übelkeit und Verdauungsproblemen

Wissenschaftlich gilt Ingwer insbesondere als wirksames pflanzliches Antiemetikum. Die enthaltenen Gingerole und Shogaole wirken unter anderem durch die Blockade von 5-HT3-Serotoninrezeptoren im Darm sowie durch eine Beschleunigung der Magenentleerung. Klinische Studien belegen eine Wirksamkeit vor allem bei Schwangerschaftsübelkeit, Reisekrankheit sowie bei postoperativer Übelkeit und Chemotherapie-induziertem Erbrechen.

Traditionell wird das Rhizom zudem gegen Blähungen und funktionelle Dyspepsie eingesetzt, da es Völlegefühl mildern und den Darmtransit anregen kann. Allerdings sind die wissenschaftlichen Belege für manche traditionelle Anwendungsbereiche uneinheitlich: Für eine eigenständige Behandlung schwerwiegenderer Magen-Darm-Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom oder Magengeschwüren liegen keine ausreichenden Nachweise vor. Ebenso ist nicht abschließend geklärt, ob Ingwer das Immunsystem messbar stärkt.

Stand der klinischen Forschung

Die wissenschaftliche Datenlage zu Ingwer ist umfangreich, weist jedoch qualitative Unterschiede auf. Eine systematische Auswertung von 109 klinischen Studien im Fachjournal Nutrients aus dem Jahr 2020 fand positive Hinweise auf verbesserte Entzündungswerte und eine optimierte Verdauung, wobei nur ein Teil der analysierten Arbeiten hohen methodischen Qualitätsstandards entsprach.

Eine Übersichtsarbeit in Frontiers in Pharmacology aus dem Jahr 2025 stellte sinkende Entzündungsmarker fest und forderte weitere groß angelegte, kontrollierte Untersuchungen.

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Nach einer veröffentlichung im American Journal of Clinical Nutrition aus dem Jahr 2022 gilt der Konsum von Ingwer in üblichen Mengen als sicher. Als besonders gut belegt gelten demnach die Effekte auf schwangerschaftsbedingte Übelkeit, Gelenkbeschwerden bei Arthrose sowie positive Einflüsse auf die Blutzuckerregulation.

Auf molekularer Ebene hemmt etwa die Reinsubstanz 6-Gingerol Enzyme wie Cyclooxygenase und Lipoxygenase, was die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe verringert, während freie Radikale neutralisiert werden.

Hersteller wie NINGBO INNO PHARMCHEM CO.,LTD., die hochreines ätherisches Ingweröl produzieren, schreiben dem Öl karminative und krampflösende Eigenschaften zu, die die Verdauungsmuskulatur entspannen und bei funktionellen Magenbeschwerden Erleichterung verschaffen können.

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Dosierungsempfehlungen und Risiken

Für Erwachsene liegt die allgemein empfohlene Dosierung bei 1.000 bis 1.500 Milligramm Ingwer täglich, aufgeteilt auf drei bis vier kleinere Portionen. Bei Schwangerschaftsübelkeit wird eine tägliche Dosis von etwa einem Gramm empfohlen, wobei Schwangere vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen sollten. Als Obergrenze gelten vier Gramm Ingwer-Extrakt pro Tag, in der Schwangerschaft ein bis 1,5 Gramm.

Höhere Dosen können unerwünschte Nebenwirkungen wie Sodbrennen, Magenbeschwerden, Durchfall und Reizungen im Mund- und Rachenraum hervorrufen. Die Stiftung Warentest rät bei Neigung zu Sodbrennen zu geringen Mengen und empfiehlt, Kindern unter sechs Jahren keine scharfen Ingwer-Shots zu verabreichen.

Da Ingwer laut Berichten der Apotheken Umschau die Blutgerinnung beeinflussen und die Wirkung von Medikamenten wie Warfarin, Aspirin oder Clopidogrel verstärken kann, ist bei der gleichzeitigen Einnahme von Blutverdünnern oder Diabetes-Medikamenten Vorsicht geboten. Für den reinen Genuss im Alltag reichen meist ein bis zwei Tassen Ingwertee, der als Getränk und nicht als Arzneimittel einzustufen ist.

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