Integrative Pflege: Neues Handbuch mit 11 Kapiteln ab Juli
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 10:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue fachliche Standards fördern integrative Methoden, wĂ€hrend geplante Reformen den Druck auf PflegebedĂŒrftige und FachkrĂ€fte verschĂ€rfen.
Neues Handbuch setzt Standards
Seit dem 6. Juli 2026 liegt die deutsche Fassung des europĂ€ischen Handbuchs fĂŒr Integrative Pflege vor. Das Werk entstand im Erasmus+-Projekt INES zwischen 2019 und 2022 und richtet sich vorrangig an Lehrende in Pflegeberufen.
Elf Kapitel vermitteln theoretische Grundlagen und konkrete Anleitungen fĂŒr komplementĂ€re Interventionen. Ziel ist es, pflegerisches Handeln um ganzheitliche AnsĂ€tze zu erweitern.
Praktische Ausbildungsprojekte gewinnen parallel an Bedeutung. Vom 22. Juni bis 19. Juli 2026 fĂŒhren Auszubildende des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums in Kleve eigenstĂ€ndig einen Teilbereich einer Kinderstation â unter Anleitung erfahrener KrĂ€fte.
Pflegerat fordert Reformen
Der Deutsche Pflegerat (DPR) verknĂŒpft die fachliche Weiterentwicklung mit klaren gesundheitspolitischen Forderungen. In den am 5. Juli veröffentlichten Eckpfeilern fĂŒr ein zukunftsorientiertes Gesundheitssystem mahnt der Verband: Reformen dĂŒrfen nicht isoliert betrachtet werden.
Eine zentrale Forderung ist die verbindliche Nutzung der Kompetenzen von Pflegefachpersonen und Hebammen. Bereits am 4. Juli warnte der DPR davor, PrÀvention und PrimÀrversorgung auszuweiten, ohne die Pflegeberufe rechtlich abzusichern.
Konkret fordert der Rat die Verankerung spezialisierter Profile im Leistungsrecht: Community Health Nurses, Advanced Practice Nurses und School Health Nurses. Nur so sei eine patientenzentrierte Versorgung möglich.
Hohe Kosten fĂŒr PflegebedĂŒrftige
Das neue europĂ€ische Handbuch fĂŒr Integrative Pflege liegt vor â 11 Kapitel mit Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitungen fĂŒr komplementĂ€re Interventionen. Ideal fĂŒr Lehrende, die neue Standards vermitteln wollen. Jetzt kostenloses Handbuch-Kapitel anfordern
Die wirtschaftliche Situation bleibt angespannt. Eine Analyse der Ruhr-UniversitÀt Bochum zeigt die finanzielle Belastung in der hÀuslichen Pflege. Bei hohem Bedarf können Eigenanteile von bis zu 7.441 Euro pro Monat entstehen, der Median liegt bei 2.085 Euro.
Pflegende Angehörige leisten im Durchschnitt 49 Stunden Arbeit pro Woche. Der Verein âwir pflegenâ fordert daher eine Gleichstellung der hĂ€uslichen mit der stationĂ€ren Pflege.
PNOG: Einschnitte ab 2027 geplant
Der Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sieht ab 2027 tiefgreifende Ănderungen vor. Das Entlastungsbudget fĂŒr NeuzugĂ€nge in den Pflegegraden 2 und 3 soll in den ersten drei Monaten halbiert werden â Einsparungen von bis zu 957 Euro sind möglich.
Die Staffelung der LeistungszuschlĂ€ge in Heimen wird um sechs Monate verlĂ€ngert. Den höchsten Zuschlag gibt es erst nach 55 Monaten. Die Rentenbemessungsgrundlage fĂŒr pflegende Angehörige soll auf 70 Prozent sinken. Zwischen 2027 und 2029 ist zudem eine Aussetzung der Tariftreuepflicht im GesprĂ€ch.
VerbÀnde wie das DRK Hamburg warnen vor den Folgen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Da Lohnsteigerungen bei tarifgebundenen Diensten teils nicht mehr refinanziert werden, sehen sich ambulante Pflegedienste in ihrer Existenz bedroht.
Klimaanlage als Pflegehilfsmittel
PflegebedĂŒrftige zahlen bis zu 7.441 Euro Eigenanteil monatlich â und ab 2027 drohen weitere PNOG-Einschnitte. Unser Reform-Ăberblick zeigt, wie Sie Wohnumfeldverbesserungen beantragen und Ihr Pflegedienst existenzsichernd plant. Reform-Ăberblick jetzt sichern
Neben den groĂen Reformpaketen konkretisiert die Rechtsprechung AnsprĂŒche auf UnterstĂŒtzung im Alltag. Das Sozialgericht Mainz entschied am 20. MĂ€rz 2025 (Az. S 9 P 76/23): Der Einbau einer Klimaanlage im Schlafzimmer kann eine bezuschussungsfĂ€hige MaĂnahme zur Wohnumfeldverbesserung sein.
Voraussetzung sind ein anerkannter Pflegegrad und ein Ă€rztliches Attest, das belegt, dass die MaĂnahme die hĂ€usliche Pflege individuell erleichtert.
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