Intelligenz-Kritik, Experten

Intelligenz-Kritik: Experten fordern Fantasie statt reiner Messwerte

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gisela Schmalz kritisiert in ihrem Buch die gesellschaftliche Fixierung auf IQ-Werte und fordert eine humanistische Intelligenz-Definition mit Fantasie und Intuition.

Intelligenz-Debatte: Kritik am IQ-Fetisch und die Zukunft menschlicher Fähigkeiten
Eine menschliche Silhouette gegenüber einer abstrakten digitalen Netzstruktur, die den Kontrast zwischen Intuition und KI symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatte rückt die Definition von Intelligenz verstärkt in den Fokus. Während der technologische Fortschritt im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) voranschreitet, hinterfragen Experten zunehmend die Fixierung auf rein kognitive Leistungsmerkmale und den sogenannten Intelligenz-Fetisch. Eine aktuelle Analyse aus dem August 2026 setzt sich kritisch mit diesem Phänomen auseinander und beleuchtet die Auswirkungen auf das menschliche Selbstverständnis sowie die gesellschaftlichen Machtstrukturen.

Gisela Schmalz und die Kritik am messbaren IQ

Die Professorin für Wirtschafts- und Digitalethik, Gisela Schmalz, thematisiert in aktuellen Untersuchungen eine problematische gesellschaftliche Fixierung auf kognitive Intelligenzwerte. In einer Analyse, die Anfang August 2026 veröffentlicht wurde, kritisiert sie den Hype um Hochbegabung und technologische Systeme. Schmalz gibt dabei zu bedenken, dass in der gegenwärtigen Diskussion zwar intensiv über künstliche Intelligenz debattiert werde, die Definition dessen, was menschliche Intelligenz im Kern ausmache, jedoch weiterhin unklar bleibe.

In ihrem im Juli 2026 im Berlin Verlag erschienenen Werk „Fetisch Intelligenz“ (ISBN 978-3-8270-1539-6) analysiert die Autorin auf 288 Seiten den Intelligenzquotienten (IQ) als ein Instrument der Macht. Die Untersuchung zeigt auf, wie verschiedene politische Lager den Intelligenzbegriff für ihre Zwecke vereinnahmen. Als Gegenmodell plädiert die Wissenschaftlerin für einen humanistischen Intelligenzbegriff, der über rein messbare Daten hinausgeht. Insbesondere fordert sie, Faktoren wie Fantasie und Intuition in der Bewertung menschlicher Fähigkeiten deutlich stärker zu berücksichtigen.

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Die rasante Entwicklung von KI-Systemen hat zudem weitreichende Folgen für das Verständnis von Wissenserwerb. Ende Juli 2026 wies eine Ethikprofessorin darauf hin, dass die Leistungsfähigkeit moderner KI den eigentlichen Sinn von Bildung grundsätzlich infrage stelle. Diese Entwicklung zwinge dazu, bestehende Konzepte neu zu bewerten, da die bloße kognitive Reproduktion von Wissen zunehmend von Maschinen übernommen wird.

Die Debatte verdeutlicht, dass die traditionelle Bindung von Status an messbare kognitive Leistungen durch die technologische Konkurrenz unter Druck gerät. Experten mahnen an, dass eine rein auf Logik und Datenverarbeitung reduzierte Sichtweise der Komplexität des menschlichen Geistes nicht gerecht werde.

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Ergänzend zu der philosophischen Kritik liefern kognitionspsychologische Erkenntnisse eine wissenschaftliche Basis für das Verständnis menschlicher Denkprozesse. In einem im Juli 2026 veröffentlichten Fachbuch mit dem Titel „Denkprozesse und ihre Entwicklung über die Lebensspanne“ (Kohlhammer, 212 Seiten, ISBN 978-3-17-045432-3) untersuchen Anke Maria Weber und Samuel Greiff die Evolution des Denkens vom Säuglingsalter bis ins Erwachsenenalter.

Die Forschung zeigt auf, wie sich kognitive Strukturen über Jahrzehnte hinweg formen und verändern. Diese entwicklungspsychologische Perspektive unterstreicht, dass Intelligenz kein statisches, rein technisch zu simulierendes Merkmal ist, sondern ein dynamischer Prozess, der eng mit der menschlichen Lebensspanne verknüpft bleibt. Die Zusammenführung dieser unterschiedlichen Sichtweisen – von der Ethik über die Pädagogik bis hin zur Psychologie – verdeutlicht die Notwendigkeit, den Intelligenzbegriff im 21. Jahrhundert grundlegend neu zu bewerten.

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