Internationale, Ernährungspyramide

Internationale Ernährungspyramide: Zucker soll unter 10 Prozent der Kalorien bleiben

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 17:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Forschungsteam fasst globale Leitlinien zusammen: Pflanzliche Lebensmittel stehen im Mittelpunkt, Fleisch und Zucker sollen begrenzt werden.
Eine Auswahl an frischem Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Obst auf einem Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Ernährungsempfehlungen unterscheiden sich weltweit oft im Detail, weisen bei genauerer Betrachtung wissenschaftlicher Daten jedoch klare Gemeinsamkeiten auf. Eine umfassende Arbeit unter der Leitung von Karen Della Corte von der Brigham Young University fasst diese Schnittmengen nun zusammen.

Gemeinsam mit 22 internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern veröffentlichte die Forscherin eine international angelegte Ernährungspyramide im Fachjournal Advances in Nutrition (DOI: 10.1016/j.advnut.2026.100738).

Vergleich nationaler Richtlinien aus sieben Regionen

Grundlage des Modells ist ein systematischer Vergleich nationaler Ernährungsleitlinien aus verschiedenen Teilen der Welt. Berücksichtigt wurden dabei die Vorgaben und Leitlinien aus Kanada, Deutschland, Australien, China, den Niederlanden, den USA sowie den nordischen Ländern.

Um einen breit abgestützten, evidenzbasierten Konsens zu formulieren, bezog das Forschungsteam zudem eine Synthese aus über 250 wissenschaftlichen Publikationen in die Auswertung ein.

Ziel der Analyse ist es, über Ländergrenzen hinweg gemeinsame Kernprinzipien einer gesundheitsfördernden Ernährung zu identifizieren und in einer einheitlichen grafischen Form darzustellen.

Pflanzliche Basis und Nährstoffqualität im Fokus

Die resultierende internationale Ernährungspyramide legt den Schwerpunkt klar auf pflanzliche Lebensmittel. Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte bilden das Fundament der täglichen Zufuhr. Neben dieser pflanzenbetonten Basis heben die Autoren die Qualität von Kohlenhydraten sowie den gezielten Einsatz gesunder Fette und Proteine hervor.

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Gleichzeitig raten die wissenschaftlichen Leitlinien zu einer Reduktion des Fleischkonsums. Ein weiterer zentraler Aspekt betrifft die Begrenzung von freiem Zucker: Wie viele nationale Richtlinien übereinstimmend festhalten, sollte die Zuckeraufnahme weniger als 10 Prozent der gesamten täglichen Kalorienzufuhr ausmachen.

Globale Auswirkungen und praktische Modelle

Die Bedeutung einer solchen Ernährungsausrichtung unterstreichen auch Berechnungen im Rahmen des EAT-Lancet-Modells. Diesem Ansatz zufolge birgt die weltweite Hinwendung zu einer solchen Ernährungsweise das Potenzial, jedes Jahr rund 15 Millionen vorzeitige Todesfälle zu vermeiden.

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Während die internationale Pyramide den allgemeinen Orientierungsrahmen liefert, bestehen für die tägliche Umsetzung bereits praxisnahe Konzepte. So hat die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) ein eigenes Tellermodell veröffentlicht. Dieses veranschaulicht, wie sich ausgewogene Hauptmahlzeiten – aufgeteilt nach Frühstück, Mittagessen und Abendessen – im Alltag für spezifische Bedürfnisse zusammenstellen lassen, um die allgemeinen ernährungswissenschaftlichen Vorgaben auf den Einzelfall abzustimmen.

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