Investmentbetrug: TĂŒrkei zerschlĂ€gt Netzwerk mit 3-Mrd-Schaden
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 18:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer groĂangelegten Operation gegen ein internationales Netzwerk fĂŒr Investmentbetrug haben tĂŒrkische Sicherheitsbehörden zahlreiche VerdĂ€chtige festgenommen und Vermögenswerte in Millionenhöhe sichergestellt.
An dem Einsatz unter der Leitung der Istanbuler Staatsanwaltschaft waren das Innenministerium, der nationale Nachrichtendienst M?T sowie die FinanzkriminalitĂ€tsbehörde MASAK, die Polizei und Interpol beteiligt. Den Ermittlungen zufolge verursachte das Netzwerk weltweit einen Schaden von ĂŒber 3 Milliarden US-Dollar.
Umfangreiche Razzien und zahlreiche Festnahmen
Wie aus Berichten vom 19. September 2026 hervorgeht, richtete sich die Operation gegen ein mutmaĂlich von israelischen StaatsbĂŒrgern aus der TĂŒrkei heraus gefĂŒhrtes Betrugsnetzwerk.
Die Zahl der festgenommenen Personen stieg im Verlauf des Einsatzes an: Nachdem zunÀchst 174 VerdÀchtige in Gewahrsam genommen worden waren, erhöhte sich die Zahl laut offiziellen Angaben auf 201 Festnahmen, da weitere gesuchte Personen an ihren Wohnanschriften angetroffen wurden. Insgesamt richteten sich die Verfahren im Rahmen der Operation gegen 248 Personen.
Die Razzien fanden zeitgleich an bis zu 328 Adressen statt, unter anderem in Istanbul und Mu?la. Dabei wurden GeschĂ€ftsrĂ€ume von 29 Firmen sowie zahlreiche Callcenter und FinanzbĂŒros durchsucht. Die Ermittler stellten dabei fest, dass das Netzwerk allein in den vergangenen zwei Jahren ein Transaktionsvolumen von 13 Milliarden TL erreichte.
Justizminister GĂŒrlek merkte hierzu an, dass dieses Volumen nach aktuellem Kenntnisstand primĂ€r der Deckung von BĂŒrokosten und Gehaltszahlungen gedient habe. Der durch die Betrugsmasche erzielte unrechtmĂ€Ăige Gewinn belĂ€uft sich den Angaben zufolge auf mehr als 3 Milliarden US-Dollar.
Struktur des Betrugssystems und internationale Zielgruppen
Die kriminelle Organisation nutzte verschiedene Online-Plattformen, um Anleger zu tÀuschen. Zu den identifizierten Portalen gehören unter anderem Inefex, Quantum AI, Algo Education und Exentral-Int. Das Netzwerk agierte weltweit, wobei bestimmte Regionen gezielt ins Visier genommen wurden.
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Dazu zĂ€hlten die Vereinigten Arabischen Emirate, GroĂbritannien, Kanada, Australien, Russland, Singapur, China und die Schweiz. Auch Opfer in Belgien, Schweden und SĂŒdkorea wurden laut Ermittlungsstand anvisiert. AuffĂ€llig ist dabei, dass potenzielle Opfer in Israel und den USA explizit von den AktivitĂ€ten ausgenommen wurden.
Unter den 201 festgenommenen Personen befinden sich 45 AuslĂ€nder aus 20 verschiedenen Nationen. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft nannte in diesem Zusammenhang unter anderem neun israelische und elf pakistanische StaatsbĂŒrger. Weitere VerdĂ€chtige stammen aus LĂ€ndern wie Aserbaidschan, Syrien, der Ukraine, China, Mexiko und Ăgypten.
Im Zuge der Berichterstattung wurden zudem die Namen der israelischen HauptverdĂ€chtigen veröffentlicht, darunter Anton Bihun, Ceni Caen, Hamsa GĂŒneyli, ?lker Hason, Karolin Hason, Sami Tovim, Yako Benhabib, Jak Levi und Amid Ygal.
Sicherstellung von Vermögenswerten und rechtliche Konsequenzen
Die finanziellen Auswirkungen der Operation sind erheblich. Die Behörden beschlagnahmten Vermögenswerte im Gesamtwert von 1,5 Milliarden TL. Zudem wurden 80 Fahrzeuge und 12 Immobilien sichergestellt. SÀmtliche Bank-, Krypto- und Firmenkonten, die mit dem Netzwerk in Verbindung stehen, wurden gesperrt.
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Die VorwĂŒrfe gegen die Beteiligten sind schwerwiegend. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugs unter Ausnutzung von Informationssystemen, VerstöĂen gegen das Kapitalmarktgesetz, GeldwĂ€sche sowie der GrĂŒndung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation.
Die Ermittlungen umfassen insgesamt vier eigenstĂ€ndige Verfahren aus dem Jahr 2026. Justizminister GĂŒrlek betonte zudem, dass die tatsĂ€chlichen UnternehmenseigentĂŒmer enge Verbindungen nach Israel unterhielten. Die internationalen Ermittlungen dauern an, wĂ€hrend weiterhin nach 48 flĂŒchtigen VerdĂ€chtigen gesucht wird.
