Apple, Siri-KI

iOS 27: Apple blockiert neue Siri-KI in der EU wegen DMA

09.06.2026 - 12:37:38 | boerse-global.de

Apple verschiebt die neue Siri-KI fĂŒr iPhones in der EU aufgrund von Konflikten mit dem Digital Markets Act. Macs und Vision Pro erhalten die Funktionen zunĂ€chst.

Apple stoppt neue Siri-KI in Europa: EU-Gesetz als Grund
Apple - Smartphone screen with glowing AI interface, lines of code, and a blurred background of EU flag colors. 09.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die neue Siri-KI kommt nicht auf iPhones in Europa – Apple macht das EU-Gesetz verantwortlich.

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC am Montag bestĂ€tigte Apple, dass die nĂ€chste Generation seines Sprachassistenten fĂŒr iPhone- und iPad-Nutzer in der EuropĂ€ischen Union zunĂ€chst nicht verfĂŒgbar sein wird. Betroffen sind die kommenden Betriebssysteme iOS 27 und iPadOS 27. Als Grund nennt der Konzern ungelöste Konflikte mit dem Digital Markets Act (DMA).

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Streit um InteroperabilitÀt

Im Zentrum des Konflikts steht Artikel 6(7) des DMA. Die Regelung verlangt von großen Plattformbetreibern, Drittanbietern denselben Systemzugang zu gewĂ€hren wie den eigenen Diensten. Apple argumentiert, dass dies bei KI-Funktionen die PrivatsphĂ€re und Datensicherheit der Nutzer gefĂ€hrden wĂŒrde.

Der Konzern schlug den EU-Regulierern ein „Trusted System Agent“-Modell sowie einen gestaffelten Rollout ĂŒber 18 Monate vor. Doch diese VorschlĂ€ge wurden abgelehnt. Apple-VizeprĂ€sident Craig Federighi zeigte sich enttĂ€uscht ĂŒber die regulatorische HĂŒrde. Einen konkreten Zeitplan fĂŒr die EinfĂŒhrung der neuen Siri-Funktionen auf iPhones und iPads in der EU gebe es derzeit nicht.

Ausnahmen fĂŒr Mac und Vision Pro

WĂ€hrend mobile GerĂ€te außen vor bleiben, sollen die neuen KI-Funktionen auf macOS 27 und visionOS 27 auch fĂŒr europĂ€ische Nutzer verfĂŒgbar sein. Kompliziert bleibt die Lage bei der Apple Watch: Die KI-Funktionen auf watchOS 27 benötigen in der Regel ein gekoppeltes iPhone, um zu funktionieren.

Neben der EU bestĂ€tigte Apple, dass die KI-Suite auch in China zunĂ€chst nicht starten wird. Dort wartet der Konzern noch auf lokale Genehmigungen fĂŒr seine KI-Modelle.

Neue Funktionen und Hardware-Voraussetzungen

Die ĂŒberarbeitete Siri-KI stellt einen grundlegenden Neustart des Sprachassistenten dar. Sie nutzt Apples eigene Foundation-Modelle in Zusammenarbeit mit Google Gemini. Zu den Neuerungen gehören eine dedizierte Siri-App, systemweite Schreibwerkzeuge sowie „Visual Intelligence“ fĂŒr die Kamera-App. Der Assistent soll zudem ein besseres VerstĂ€ndnis fĂŒr den Bildschirminhalt und den persönlichen Kontext des Nutzers haben.

Die Hardware-Anforderungen sind streng:
- iPhone: Nur iPhone 15 Pro, Pro Max oder die iPhone-16-Serie
- iPads und Macs: M1-Chip oder neuer
- Bestimmte Mac-Modelle: Mindestens 12 GB RAM

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Entwickler in der EU benachteiligt

Die regionalen EinschrĂ€nkungen haben praktische Folgen: Softwareentwickler in der EU können die neuen Siri-KI-Funktionen auf iOS oder iPadOS wĂ€hrend des anstehenden Beta-Zyklus nicht testen. Das schafft eine LĂŒcke im Entwickler-Ökosystem – ausgerechnet kurz vor der geplanten öffentlichen Veröffentlichung im Herbst.

Die AnkĂŒndigung fĂ€llt in eine Zeit des Umbruchs bei Apple. Auf der WWDC wurde bestĂ€tigt, dass Tim Cook am 1. September 2026 als Chief Executive Officer zurĂŒcktreten wird. Sein Nachfolger wird John Ternus – ein FĂŒhrungswechsel, der den Konzern in eine Ära tieferer Integration generativer KĂŒnstlicher Intelligenz fĂŒhren soll.

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