Apple, Fertigung

iPhone 18: Apple drosselt Fertigung wegen explodierten Speicherpreisen

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 13:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Apple reduziert iPhone-Fertigung um ein Drittel. Steigende DRAM- und NAND-Preise treiben Kosten und voraussichtlich die Verkaufspreise in die Höhe.

Apple drosselt iPhone-Produktion wegen explodierender Speicherkosten
Eine Hand hält ein Smartphone, im Hintergrund unscharfe Leiterplatten. Auf dem Bildschirm ein aufsteigender Graph. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Apple hat die Fertigung seines aktuellen Flaggschiff-Smartphones auf mehreren Produktionslinien um rund ein Drittel zurückgefahren. Grund sind explodierende Kosten für Speicherchips.

Seit dem 10. Juli laufen die Bänder für das aktuelle Top-Modell nur noch zu etwa 67 Prozent der ursprünglichen Kapazität. Die Anpassung folgt auf eine beispiellose Preisrallye bei Speicherkomponenten: DRAM- und NAND-Chips haben sich innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Das dürfte auch deutsche Verbraucher hart treffen – die nächste iPhone-Generation könnte so teuer werden wie nie zuvor.

Speicherkrise bis 2028 erwartet

Die globale Elektronikbranche steckt in einer historischen Mangellage. Marktforscher von TrendForce melden: Allein in den ersten sechs Wochen des Jahres 2026 schossen die DRAM-Preise um 80 bis 90 Prozent nach oben. Bis Jahresende droht ein weiterer Anstieg von über 50 Prozent. Analysten rechnen damit, dass sich die Krise bis 2028 hinziehen könnte.

Die Folgen für Apples Kostenstruktur sind dramatisch. Laut Counterpoint Research steigen die Materialkosten (Bill of Materials, BOM) for das kommende iPhone 18 Pro Max um umgerechnet rund 280 Euro gegenüber dem Vorgänger. Allein auf NAND- und DRAM-Chips entfallen geschätzte 370 Euro der Gesamtkomponentenkosten. Bei der 1-Terabyte-Version dürfte der NAND-Flash-Speicher allein über 230 Euro kosten.

Apple-CEO Tim Cook bezeichnete die aktuelle Volatilität der Lieferkette als beispiellos in seiner 40-jährigen Karriere. Preissteigerungen seien unvermeidbar. Der Konzern hat bereits in 14 anderen Produktkategorien – darunter iPads, MacBooks und Heimgeräte – Preiserhöhungen zwischen 18 und 33 Prozent durchgesetzt.

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Gestaffelter Launch: Pro-Modelle im September, Standard erst 2027?

Die Kostenexplosion zwingt Apple offenbar zu einer grundlegenden Änderung seiner Launch-Strategie. Während die High-End-Modelle iPhone 18 Pro und Pro Max wie geplant im September 2026 erscheinen sollen, deuten Brancheninsider darauf hin, dass das Standard-iPhone 18 und ein neues 18e-Modell erst im Frühjahr 2027 kommen könnten.

Diese gestaffelte Einführung wäre eine direkte Reaktion auf die unterschiedlich starken Kostensteigerungen bei den Komponenten. Apple arbeitet offenbar an einem abgestuften Preismodell, um die Belastung für Kunden abzufedern. Dennoch dürften die Einstiegspreise für die Pro-Modelle bei umgerechnet etwa 1.290 Euro beginnen. Die 1-Terabyte-Spitzenvariante könnte auf fast 1.850 Euro zusteuern.

Während Wettbewerber wie Xiaomi ebenfalls über Preiserhöhungen diskutieren, kann Samsung die Auswirkungen teilweise abfedern – der südkoreanische Konzern produziert seine Speicherchips selbst. Apple hingegen testet Alternativlieferanten wie CXMT und YMTC, um sich langfristig unabhängiger zu machen. Technische Hürden könnten jedoch verhindern, dass diese Komponenten in der ersten Produktionsserie des iPhone 18 Pro zum Einsatz kommen.

Technischer Fortschritt treibt Kosten zusätzlich

Neben der Speicherkrise treibt auch der technologische Fortschritt die Materialkosten in die Höhe. Die kommende Pro-Serie soll den A20-Pro-Chip erhalten – gefertigt im neuen 2-Nanometer-Verfahren von TSMC. Diese Fertigungstechnologie ist deutlich teurer als bisherige Prozessoren.

Weitere Kostentreiber im Überblick:

  • Kamerasystem: Das iPhone 18 Pro Max könnte eine Kamera mit variabler Blende erhalten – die Schätzung: 50 Prozent teurer als die bisherige Kameraeinheit.
  • Akkukapazität: US-Modelle des Pro Max sollen einen größeren Akku mit 5.567 Milliamperestunden erhalten.
  • Design: Neue Farbvarianten wie Dark Cherry und Light Blue sind zu erwarten. Das Gehäuse des größten Modells könnte über 240 Gramm wiegen.
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Die Aussichten für Verbraucher sind düster: Rechenzentren konkurrieren zunehmend mit Smartphone-Herstellern um Speicherkapazitäten. Bis 2027 könnten Rechenzentren bis zu 20 Prozent der verfügbaren Consumer-Speicherchips absorbieren. Die Preise für Premium-Smartphones dürften daher branchenweit hoch bleiben.

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