Apple, Preisanstieg

iPhone Pro: Apple kündigt Preisanstieg um 250 Euro an

20.06.2026 - 02:07:00 | boerse-global.de

Tim Cook bestätigt steigende Preise für Apple-Geräte aufgrund einer globalen Chip-Knappheit, die durch KI-Rechenzentren verursacht wird.

Apple-Chef Cook kündigt Preiserhöhungen für iPhones und iPads an
Apple - A glowing microchip surrounded by blue data lines and an upward trend graph, symbolizing AI's impact on hardware prices. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Grund ist eine weltweite Knappheit an Speicherchips, die durch den explosionsartigen Bedarf von KI-Rechenzentren ausgelöst wird.

„Ein Jahrhundert-Hochwasser“ auf dem Chipmarkt

Am 18. Juni 2026 schlug Cook im Gespräch mit dem Wall Street Journal Alarm. Die aktuellen Marktbedingungen bezeichnete er als „ein Jahrhundert-Hochwasser“ – die Kostensteigerungen seien für Apple nicht länger zu stemmen. Der Konzernchef, der am 1. September 2026 seinen Posten räumen wird, sieht keine Alternative zu höheren Endverbraucherpreisen.

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Der wahre Treiber der Krise: KI-Rechenzentren verschlingen mittlerweile bis zu 70 Prozent aller hochwertigen Speicherchips. Die Branche erlebt einen beispiellosen Boom – von rund 220 Milliarden Euro im Jahr 2025 soll der Markt 2026 auf etwa 890 Milliarden Euro explodieren.

Speicherchips: Preise schießen um 70 Prozent nach oben

Die großen Zulieferer haben bereits reagiert. Samsung und SK Hynix erhöhten die Preise für Server-DRAM um 60 bis 70 Prozent. Für Apple wird das konkret: Marktexperten von TechInsights rechnen damit, dass das kommende iPhone Pro um bis zu 250 Euro teurer wird. Der Einstiegspreis könnte dann bei rund 1.200 Euro liegen.

Apple plant für September 2026 die nächste Gerätegeneration – darunter ein faltbares iPhone und das iPhone 18 Pro. Statt eigener Fabriken will der Konzern die Krise offenbar über seine Finanzreserven abfedern und die Lieferketten ausbauen.

PC-Markt: Ende der 40-jährigen Preisstabilität

Die KI-getriebene Verknappung trifft auch den Computermarkt hart. Erstmals seit vier Jahrzehnten steigen die Preise für PCs wieder deutlich. Laut Oxford Economics legen die Kosten derzeit um mehr als drei Prozent pro Monat zu. IDC erwartet für 2026 einen Preisanstieg von bis zu acht Prozent.

Die Hersteller reagieren:
- Dell und Lenovo kündigten Preiserhöhungen von bis zu 15 Prozent an.
- Die Engpässe dürften bis 2027 anhalten – in einigen KI-Segmenten sind Kapazitäten sogar bis 2028 ausgebucht.

Kleinteile mit großer Wirkung: Passive Komponenten werden knapp

Nicht nur Speicherchips sind betroffen. Auch passive Bauteile wie Mehrschicht-Keramikkondensatoren (MLCCs) und Aluminium-Elektrolytkondensatoren werden knapp. Sie sind für die Stromversorgung in KI-Servern unverzichtbar.

Der Bedarf explodiert: Der AMD MI450-Beschleuniger benötigt 632 Prozent mehr MLCCs pro Platine als seine Vorgänger. Die Lieferzeiten für hochwertige MLCCs haben sich von acht auf 20 Wochen verlängert.

Die Hersteller ziehen nach:
- Murata erhöhte die MLCC-Preise ab April 2026 um 15 bis 35 Prozent.
- Nichicon und Nippon Chemi-Con verteuerten Alu-Elektrolytkondensatoren um 10 bis 15 Prozent – wegen steigender Kosten für Alufolie, Chemikalien und Strom.
- Taiwanische Zulieferer wie Yageo und Lelon werden im Juni und Juli 2026 nachziehen.

Börse feiert Chipwerte – Apple zeigt sich verhalten

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Die Ankündigung von Apple ließ die Kurse von Speicherchip-Herstellern am 18. Juni 2026 in die Höhe schnellen. Micron legte neun Prozent auf ein Rekordhoch von umgerechnet rund 1.050 Euro zu. SanDisk und Intel gewannen 11,4 beziehungsweise 10,64 Prozent.

Apple-Aktien zeigten sich volatil, schlossen aber leicht im Plus bei umgerechnet rund 276 Euro. Samsung Electro-Mechanics erreichte ebenfalls ein Allzeithoch – getrieben durch starke Quartalsprognosen und den wachsenden Bedarf an passiven Komponenten für KI-Hardware wie Nvidias Vera-Rubin-Systeme.

Während Firmen wie Taiyo Yuden auf Produktionsausbau setzen, warnen Analysten vor einem strukturellen Mangel in der zweiten Jahreshälfte 2026. Die Zeiten günstiger Elektronik scheinen vorerst gezählt.

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