Isaac ROS 5.0: Nvidia senkt Datentransfer-Latenz auf 0,5 Millisekunden
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf der Fachkonferenz ROSCon 2026 in Toronto haben Nvidia, Robotiq und die Google-Einheit Intrinsic neue Open-Source-Software-Frameworks und Werkzeuge für die Robotik vorgestellt. Die Veröffentlichungen zielen vor allem auf KI-Agenten, Greifer-Manipulation sowie die industrielle Fertigungsinfrastruktur ab, wie Branchenberichte vom 22. September 2026 darlegen.
Intrinsic stellt Kernsoftware unter Open-Source-Lizenz
Die Google-Tochter Intrinsic hat mit Intrinsic Core eine Sammlung von ROS-kompatiblen Funktionen unter der Apache-2.0-Lizenz auf der Plattform GitHub freigegeben. Das Herzstück bildet das hardware-agnostische Echtzeit-Framework Intrinsic Control, das Roboter-Trajektorien über Sensorfeedback dynamisch anpasst. Damit lassen sich Roboterarme, Greifer und Sensoren ohne Neuschreiben von Treibern austauschen.
Das Paket umfasst Werkzeuge zur 6-DoF-Objektposenschätzung mittels Nvidias FoundationPose, kollisionsfreie Bewegungsplanung, Greifplanung, Gazebo-Simulation, Kamerakalibrierung sowie vorkonfigurierte Treiber.
Zusätzlich stellte das Unternehmen mit der Open Machine Tending Solution (OMTS) ein anpassbares Referenzdesign für die CNC-Maschinenbeschickung auf Basis von Systemen von FANUC und Universal Robots bereit. Wie Berichte vom 22. September 2026 betonen, kombiniert OMTS beide Stacks und nutzt FoundationPose.
Die Zielgruppe von Intrinsic Core umfasst erfahrene Entwickler im Bereich Manipulation und kommerzielle Einsätze; mobile Roboter oder humanoide Systeme werden nicht adressiert. CTO Brian Gerkey hob hervor, dass Intrinsic Core den Kern des eigenen Software-Stacks bilde und ein dauerhaftes Bekenntnis statt einer einmaligen Codefreigabe darstelle.
Intrinsic wurde 2021 gegründet, übernahm 2022 die Open Source Robotics Corporation und wurde im Februar in Google integriert. Laut Unternehmensangaben setzen bislang lediglich 8 Prozent der zehntausenden Fertigungsbetriebe in den USA und der EU auf Automatisierung.
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Nvidia beschleunigt ROS mit Isaac ROS 5.0
Nvidia kündigte auf der Konferenz die Version Isaac ROS 5.0 an, die sich an die rund 1,3 Millionen ROS-Nutzer richtet. Das Update bietet GPU-beschleunigte Pakete, Unterstützung für ROS 2 Lyrical sowie Ubuntu 24.04 und führt agentenbasierte Arbeitsabläufe ein. Gemeinsam mit der Open Source Robotics Alliance steuerte Nvidia zudem ein Standard-Dateninterface zu ROS 2 Lyrical bei.
Zu den Nutzern von Isaac ROS 5.0 gehören unter anderem Mentee Robotics, EKUMEN, Flexiv und Intrinsic. Katie Washabaugh, Produktmarketing-Managerin bei Nvidia, verwies darauf, dass der Fokus primär auf der Fertigung liege, die Software jedoch für alle Robotertypen offenstehe.
Technisch setzt Isaac ROS 5.0 auf ein CUDA-Buffer-Backend für den Zero-Copy-Datenaustausch zwischen Knoten über GPU-Speicher. Laut Benchmark-Ergebnissen sinkt die Latenz beim Transfer von ROS-2-Nutzdaten von 11 Millisekunden bei CPU-Serialisierung und 3 Millisekunden bei GPU-Host-Kopien auf 0,5 Millisekunden bei Zero-Copy-CUDA-Buffern.
Letzteres setzt denselben Host, dasselbe CUDA-Gerät, denselben Linux-Benutzer und ein kompatibles RMW wie Fast DDS oder Zenoh voraus. In Durchsatzmessungen erreichte das Segmentierungsnetzwerk TensorRT PeopleSemSegNet (544p) 566 Bilder pro Sekunde auf einem Jetson AGX Thor T5000 und 1570 Bilder auf einem x86_64-System mit RTX 5090. FoundationPose arbeitet dank optimierter Inferenz nun bis zu 5,5-mal schneller.
Robotiq erweitert Greifer-Ökosystem für physische KI
Der kanadische Hersteller Robotiq aus Québec City kündigte auf der Konferenz drei frei zugängliche Software-Releases für seine adaptiven Greifer an. Neben einem C++-SDK und aktualisierten Simulations-Assets für Nvidia Isaac Sim umfasst dies ein offizielles ROS-2-Paket, das als direkter Ersatz für bestehende Community-Treiber dient.
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Die Veröffentlichungen markieren die Basis von Contact Core, Robotiqs Softwareschicht für physische KI. Diese soll synchrone Daten für das Training von Manipulationsmodellen bereitstellen.
Robotiq-KI-Chef Vincent Duchaine erklärte am 22. September 2026, dass Anwendungen physischer KI höhere Anforderungen an Simulationsgenauigkeit, engere Regelkreise und erweitertes Greifer-Feedback über Millionen Zyklen stellen.
Im vierten Quartal plant Robotiq die Einführung integrierter Intelligenz am Kontaktpunkt, gefolgt von einer Präsentation am 28. September auf der Robotik-Konferenz IROS 2026 in Pittsburgh.
