it-sa 2026 in Nürnberg: Mehr als 1.000 Aussteller setzen auf Cyberabwehr
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deEuropas größte Fachmesse für IT-Sicherheit, die it-sa, hat in Nürnberg begonnen. Vom 27. bis zum 29. Oktober 2026 versammelt die Leistungsschau die Branche unter dem Vorzeichen einer gemeinsamen digitalen Verteidigung gegen Gefahren wie Phishing, Ransomware und unentdeckte Schwachstellen.
Mit erstmals mehr als 1.000 Ausstellern – nach 993 im Vorjahr – verzeichnet das Branchentreffen eine neue Rekordmarke. Die Ausstellungsfläche umfasst fünf voll belegte Hallen. Rund 30 Prozent der teilnehmenden Unternehmen reisen aus dem Ausland an.
Schirmherr der diesjährigen Veranstaltung ist Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Im Vorjahr zählte die Fachmesse 28.267 Besucher aus 65 Ländern, von denen 82 Prozent an Investitions- und Einkaufsentscheidungen beteiligt waren; mehr als 3.800 Gäste gehörten damals dem C-Level-Management an.
Verschärfte Bedrohungslage durch Künstliche Intelligenz
it-sa-Chef Thimo Holst bezeichnete die Cyber-Sicherheit als fundamentale Herausforderung der Gegenwart. Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz seien Phishing-Angriffe exponentiell gewachsen. Die NATO führe den Cyber-Raum mittlerweile als fünfte Operationsdomäne.
Auch aus der Politik gab es deutliche Signale. Der bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker betonte anlässlich der Eröffnung, dass Cybersicherheit im Freistaat seit Jahren höchste Priorität besitze. Staatssekretär Martin Schöffel verwies darauf, dass Künstliche Intelligenz und geopolitische Spannungen die Sicherheitslage weiter verschärfen. IT-Sicherheit müsse als digitale Daseinsvorsorge verstanden werden.
Das Fachprogramm umfasst neben einem Eröffnungsempfang unter anderem eine für den 29. Oktober in Halle 7 angesetzte Keynote zur Simulation von Sicherheitsvorfällen, die von Prof. Dr. Marco Gercke vom Cybercrime Research Institute gehalten wird.
Neue Produkte und Dienstleistungen rund um Angriffsflächen
Mehrere Technologieanbieter nutzen die Nürnberger Messebühne für Produktankündigungen und strategische Initiativen. Bitdefender stellte zum Messeauftakt die Lösung „GravityZone Exposure Management“ vor, die ab sofort für Windows verfügbar ist und unter anderem externe sowie interne Angriffsflächen, Priorisierung und dynamische Systemhärtung adressiert.
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Begleitend legte der Anbieter Ergebnisse seiner weltweiten Umfrage „Cybersecurity-Assessment 2026“ unter 1.200 Praktikern vor. Als größte Hindernisse bei der Reduktion von Angriffsflächen nennen die Befragten weltweit die Verwaltung von Härtungsregeln und Ausnahmen (38 Prozent; in Deutschland 38,5 Prozent), Sorgen vor Betriebsunterbrechungen (35,4 Prozent; in Deutschland 23 Prozent) sowie unzureichende Ressourcen (34,6 Prozent; in Deutschland 32 Prozent).
Tenable und Atos gaben auf der Messe bekannt, dass Tenable seine Plattform „Tenable One Exposure Management Platform“ für den neuen Dienst „Continuous Threat Exposure Management“ von Atos bereitstellt. Atos führt Tenable dabei als bevorzugten Partner. Tenable betreut nach eigenen Angaben weltweit mehr als 40.000 Kunden und bietet mit Tenable One eine KI-gestützte Übersicht über IT, Cloud, Identitäten sowie Betriebstechnologie (OT).
Partnerschaften und Fokus auf kritische Infrastrukturen
Atos und Fortinet bündelten zudem ihre bislang länderspezifische Zusammenarbeit zu einer global koordinierten Allianz. Diese verknüpft den Weiterverkauf von Sicherheitslösungen mit Managed Security Services.
Atos betreibt 17 Security Operations Centers, die nach Unternehmensangaben täglich mehr als 31 Milliarden Sicherheitsereignisse verarbeiten und über 2.000 Kunden betreuen. Fortinet stellt Technologie und weltweiten Support bereit, während Atos Beratung, Integration und weltweite Bereitstellungskapazitäten übernimmt; Produkte von Eviden sind von der Vereinbarung ausgenommen.
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Nozomi Networks präsentiert auf der Messe Live-Demonstrationen seiner Vantage-Plattform für OT-, IoT- und cyber-physische Systeme am Stand von NTT DATA in Halle 9. Im Fokus stehen regulatorische Anforderungen wie die NIS2-Richtlinie und der Cyber Resilience Act. Das deutsche Team wurde personell verstärkt; Regional Sales Director Jesper Nilsson berichtete von einer in den vergangenen zwölf Monaten spürbar gestiegenen Nachfrage nach Sicherheitslösungen für kritische Infrastrukturen in Deutschland.
Der Datensicherungs-Spezialist SEP thematisiert am Gemeinschaftsstand Bayern Innovativ in Halle 7 digitale Souveränität, unveränderbare Backups und Datenwiederherstellung mit den Lösungen SEP sesam und SEP CAPS, ergänzt durch einen Fachvortrag am 29. Oktober. Zudem ist das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) mit einem eigenen Stand vertreten, während Fachredaktionen vor Ort Trends für kommende Branchenausgaben analysieren.
