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Italienische Kliniken: 3.767 Ärzte kündigten 2025 – 150 Prozent mehr als zuvor

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die italienischen Krankenhäuser verzeichneten 2025 deutlich mehr freiwillige Arztabgänge; Gewerkschaftsdaten nennen Belastungen im Arbeitsalltag als Ursachen.

Italiens Kliniken: 3.767 Ärzte kündigten 2025, mehr als Pensionierungen
Ein leerer, steriler Krankenhausflur mit geschlossenen Türen in einem italienischen öffentlichen Krankenhaus. Illustration mit AI erstellt.

Die Belastung im medizinischen Sektor hat im italienischen öffentlichen Gesundheitswesen zu einer beispiellosen Entwicklung geführt. Im Jahr 2025 reichten in den Krankenhäusern des Landes 3.767 Ärztinnen und Ärzte ihre Kündigung ein.

Nach Angaben der Ärztegewerkschaft Anaao Assomed bedeutet dies einen Anstieg um 150 % gegenüber dem Vorjahr 2024, in dem 1.503 Kündigungen verzeichnet worden waren. Damit überstieg die Zahl der freiwilligen Kündigungen im Jahr 2025 zum ersten Mal im gesamten Erhebungszeitraum von 2015 bis 2025 die Zahl der regulären Pensionierungen, die bei 2.876 lag.

Ursachen für den Ausstieg aus dem öffentlichen Dienst

Die Kündigungswelle betraf einen spürbaren Anteil der Belegschaft. Nach Angaben von Anaao Assomed entsprachen die 3.767 Kündigungen des Jahres 2025 einem Anteil von 3,5 % aller im öffentlichen Gesundheitsdienst tätigen Ärztinnen und Ärzte.

Als wesentliche Treiber dieser Entwicklung nannte die Gewerkschaft eine Reihe von strukturellen Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag. Dazu zählen insbesondere stark belastende Schichtdienste, niedrige Gehälter, zunehmender Burnout, ein hohes Ausmaß an Bürokratie sowie Übergriffe und Angriffe auf das medizinische Personal.

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Auf jede 100 unbefristeten Neueinstellungen kamen im italienischen Krankenhaussektor im Jahr 2025 rechnerisch 43 Kündigungen sowie 77 Personalabgänge insgesamt, wie aus Erhebungen hervorgeht, über die am 2. Oktober 2026 berichtet wurde.

Regionale Unterschiede und strukturelle Verschiebungen

Die Dynamik zeigte sich geografisch ungleich verteilt, betraf jedoch die Mehrheit der Landesteile. In 12 von 20 Regionen Italiens übertraf die Zahl der Kündigungen im Jahr 2025 die Zahl der Pensionierungen. Besonders ausgeprägt war dieses Missverhältnis in den Regionen Latium, Trentino-Südtirol, Friaul-Julisch Venetien und Sardinien: Dort übertrafen die freiwilligen Kündigungen die regulären Ruhestandseintritte um das 2,4- bis 3,3-Fache.

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Gleichzeitig weist die demografische Struktur der Ärzteschaft in den vergangenen Jahren gegenläufige Trends auf. Im Zeitraum von 2015 bis 2024 sank das Durchschnittsalter im italienischen Krankenhausdienst um 2 Jahre und 7 Monate bei Männern sowie um 2 Jahre und 4 Monate bei Frauen. Der gesamte Personalbestand stieg in dieser Dekade um 2,7 % von 105.380 auf 108.243 Beschäftigte an.

Zudem traten im Zeitraum von 2019 bis 2025 durch die gesetzliche Regelung des Decreto Calabria fast 10.000 junge Medizinerinnen und Mediziner in das öffentliche System ein. Die jüngsten Abgangszahlen verdeutlichen jedoch, dass der Personalzuwachs durch die steigende Kündigungsbereitschaft in den Kliniken unter erheblichem Druck steht.

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