Computer und Informationstechnologie, ComputerkriminalitÀt

Russische Cyberangriffe nehmen zu und chinesische Spionagegruppen drÀngen nach Lateinamerika

06.11.2025 - 14:45:00 | pressetext.de

Jena - CyberkriminalitĂ€t ist so politisch wie nie: Staatlich gesteuerte Hackergruppen haben im zweiten und dritten Quartal 2025 ihre Attacken auf Regierungen und Unternehmen verstĂ€rkt – und das aus den unterschiedlichsten Motiven. Das zeigt der aktuelle APT Activity Report des IT-Sicherheitsherstellers ESET, der die AktivitĂ€ten ausgewĂ€hlter staatlich unterstĂŒtzter Hackergruppen untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Entwicklungen: eine deutliche Ausweitung russischer Sabotageaktionen in der EU und Ukraine sowie verstĂ€rkte chinesische SpionagetĂ€tigkeiten in Lateinamerika.

"Cyberangriffe sind lĂ€ngst ein geopolitisches Werkzeug geworden. Sie spiegeln die politischen Spannungen unserer Zeit wider. Unsere Analysen zeigen, wie gezielt staatlich unterstĂŒtzte Gruppen digitale Mittel einsetzen, um wirtschaftliche und strategische Interessen durchzusetzen", sagt Jean-Ian Boutin, Director of Threat Research bei ESET

Russische Gruppen zielen auf strategische Ziele in Europa

Russlandnahe APT-Gruppen wie Gamaredon, Sandworm, RomCom und InedibleOchotense intensivierten ihre Operationen in der Ukraine und gegen mehrere EU-Mitgliedsstaaten. WÀhrend Gamaredon durch eine ungewöhnlich hohe Frequenz seiner Angriffe auffiel, setzte Sandworm auf zerstörerische Wiper-Attacken. Diese trafen gezielt Behörden, Energie- und Logistikunternehmen sowie die Getreidewirtschaft in der Ukraine. Ihr Ziel war es offenbar, die Wirtschaft des Landes zu schwÀchen.

Die Gruppe RomCom nutzte eine bisher unbekannte SicherheitslĂŒcke in der Komprimierungssoftware WinRAR, um Schadsoftware ĂŒber manipulierte DLL-Dateien zu verbreiten. Besonders brisant waren die AktivitĂ€ten von InedibleOchotense: Die Hacker versendeten gefĂ€lschte E-Mails und Signal-Nachrichten im Namen von ESET und verteilten ĂŒber eine trojanisierte Installationsdatei den Kalambur-Backdoor.

"Selbst Ziele außerhalb der Ukraine stehen oft in direkter strategischer Verbindung zu dem Land. Das zeigt, wie zentral die Ukraine weiterhin fĂŒr Russlands Cyberstrategie ist", erklĂ€rt Boutin.

Chinas Hacker erweitern ihre Einflusszonen

Parallel dazu setzten mit China verbundene Gruppen ihre weltweiten Operationen fort. AuffÀllig ist hier der Schwerpunkt auf Lateinamerika. Besonders aktiv war die Gruppe FamousSparrow, die Regierungsbehörden in Argentinien, Ecuador, Guatemala, Honduras und Panama ins Visier nahm.

ESET-Analysten fĂŒhren diese AktivitĂ€ten auf die zunehmende geopolitische Konkurrenz zwischen China und den USA zurĂŒck. Auch die neuesten diplomatischen Entwicklungen in der US- und lateinamerikanischen Politik dĂŒrften ein verstĂ€rktes Interesse seitens China hervorrufen. So nutzen Gruppen wie PlushDaemon, SinisterEye oder Evasive Panda zunehmend die Technik des Adversary-in-the-Middle-Angriffs, um sich Zugang zu Regierungsnetzwerken zu verschaffen oder sich darin weiterzubewegen. Dabei handelt es sich um eine Art von Cyberattacke, bei dem ein Angreifer die Kommunikation zwischen zwei Parteien abfĂ€ngt und unter UmstĂ€nden manipuliert.

"Chinesische Hackergruppen agieren global, von Asien ĂŒber Europa bis nach Lateinamerika. Ihre AktivitĂ€ten offenbaren Pekings aktuelle geopolitische PrioritĂ€ten", schließt Boutin ab.

Auch andere Regionen sind stark von CyberkriminalitÀt betroffen

Auch kleinere Gruppen sorgten fĂŒr Aufsehen: Die belarussisch ausgerichteten Hacker von FrostyNeighbor nutzten eine SicherheitslĂŒcke in der E-Mail-Plattform Roundcube, um Unternehmen in Polen und Litauen anzugreifen. AuffĂ€llig war die Gestaltung der Phishing-Mails: Bulletpoints und Emojis beispielsweise deuten auf KI-generierte Inhalte hin.

Die ESET-Forscher entdeckten zudem eine bislang unbekannte Android-Spyware namens "Wibag" im Irak. Als vermeintliche YouTube-App getarnt greift sie Kommunikationsdienste wie Telegram, WhatsApp, Facebook und Instagram an und ist sogar in der Lage, WhatsApp-Telefonate aufzuzeichnen.

ESET schĂŒtzt vor den beobachteten Angriffen

Alle im Bericht aufgefĂŒhrten Angriffe werden von ESET Lösungen erkannt und blockiert. Die Analyse basiert auf proprietĂ€ren Telemetriedaten und der Arbeit der globalen Forschungszentren des IT-Sicherheitsherstellers.

Weitere Details zu den genannten APT-Gruppen und ihren AktivitÀten finden sich im vollstÀndigen Bericht ( https://www.welivesecurity.com/de/eset-research/eset-apt-activity-report-q22025-q32025 ) auf WeLiveSecurity.com.

(Ende)

Aussender: ESET Deutschland GmbH Ansprechpartner: Philipp Plum Tel.: +49 (0) 3641-3114-141 E-Mail: philipp.plum@eset.com Website: www.eset.de

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 68329388 |