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Jensen Huang in Taiwan: NVIDIAs Kampf um die KI-Vorherrschaft

Veröffentlicht: 24.05.2026 um 23:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

NVIDIA-CEO Jensen Huang reist nach Taiwan, um die Fertigung der Vera-Rubin-Plattform zu beschleunigen. Die Nachfrage ĂŒbertrifft alle Erwartungen, wĂ€hrend der Konzern RekordumsĂ€tze meldet.

Jensen Huang in Taiwan: NVIDIAs Kampf um die KI-Vorherrschaft Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de
Jensen Huang in Taiwan: NVIDIAs Kampf um die KI-Vorherrschaft Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Reise kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Nachfrage nach der neuen Vera-Rubin-Plattform ĂŒbersteigt alle Erwartungen, und Huang spricht von einer „parabolischen" Entwicklung im KI-Markt. Noch vor der Computex 2026, die am 2. Juni beginnt, stehen entscheidende GesprĂ€che mit den wichtigsten Fertigungspartnern an.

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Das Milliardenspiel um die Chip-Produktion

Der Zeitplan ist ambitioniert. Noch heute trifft sich Huang mit TSMC-GrĂŒnder Morris Chang, am Dienstag folgt ein formelles GesprĂ€ch mit TSMC-CEO C.C. Wei. Das Ziel: Die ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr das Vera-Rubin-System hochzufahren. Jedes dieser Systeme besteht aus rund zwei Millionen Einzelkomponenten – Huang spricht vom „grĂ¶ĂŸten Produktstart in der Geschichte Taiwans".

Die neue Architektur, die auf einem Sechs-Chip-System basiert, verspricht eine 3,5-fache Trainingsleistung und die fĂŒnffache Inferenzleistung im Vergleich zur VorgĂ€ngergeneration Blackwell. Um das zu stemmen, baut TSMC seine CoWoS-VerpackungskapazitĂ€t massiv aus: von derzeit 35.000 Wafern pro Monat auf bis zu 140.000 Wafer bis Ende 2026. Die ersten Auslieferungen sind fĂŒr das dritte Quartal 2026 geplant.

Rekordzahlen trotz LieferengpÀssen

Die finanziellen Kennzahlen des Chipriesen sind atemberaubend. FĂŒr das erste Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2027 meldete NVIDIA einen Umsatz von umgerechnet rund 75 Milliarden Euro – ein Plus von 85 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum. Die Datacenter-Sparte trĂ€gt mit rund 69 Milliarden Euro etwa 90 Prozent zum Gesamterlös bei. FĂŒr das zweite Quartal werden rund 84 Milliarden Euro erwartet.

Ein strategischer Schritt: Seit dem 23. Mai wird „Gaming" nicht mehr als eigenstĂ€ndige Umsatzkategorie gefĂŒhrt. Die Sparte wurde in das Segment „Edge Computing" integriert. Damit unterstreicht NVIDIA, dass die RTX-Grafikkarten nicht lĂ€nger reine Spiele-Hardware sind, sondern als Werkzeuge fĂŒr lokale KI-Berechnungen positioniert werden.

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Das Speicher-Problem

Die Vera-Rubin-Architektur stellt auch die Speicherhersteller vor gewaltige Herausforderungen. NVIDIA-Finanzchefin Colette Kress bestĂ€tigte, dass das Unternehmen frĂŒhzeitig Massive Speicherbestellungen aufgegeben habe, um LieferengpĂ€sse zu vermeiden. Der Bedarf ist enorm: FĂŒr 2027 prognostiziert NVIDIA einen LPDDR-Speicherbedarf von sechs Milliarden Gigabyte. Zum Vergleich: Apple und Samsung werden im selben Zeitraum voraussichtlich 2,9 beziehungsweise 2,7 Milliarden Gigabyte benötigen.

Konkurrenz schlÀft nicht

WĂ€hrend NVIDIA um seine Lieferketten kĂ€mpft, nutzen Wettbewerber die Gunst der Stunde. AMD hat am 23. Mai den Instinct MI350P PCIe-Beschleuniger vorgestellt – ein Dual-Slot-GerĂ€t mit 144 Gigabyte HBM3E-Speicher. Zudem hat AMD die Serienproduktion seiner 2-Nanometer-EPYC-Venice-Prozessoren erreicht.

In China zeichnet sich ein noch grundlegenderer Wandel ab. NVIDIAs Marktanteil bei fortschrittlichen KI-Chips ist dort drastisch gesunken. Der chinesische Rivale Huawei hat die Serienproduktion des Ascend 950PR aufgenommen und wird fĂŒr 2026 voraussichtlich umgerechnet rund elf Milliarden Euro mit KI-Chips umsetzen.

Die geopolitische Dimension

Erst Anfang Mai reiste Huang mit einer Handelsdelegation nach Peking. Dort bezeichnete er China als langfristige Wachstumschance im Wert von rund 46 Milliarden Euro – obwohl die aktuellen Exportkontrollen NVIDIA gezwungen haben, Marktanteile an einheimische Hersteller abzutreten. In Taiwan selbst ermitteln die Behörden derzeit wegen des mutmaßlich illegalen Exports von NVIDIA-Chips nach China.

Ausblick: Was bringt die zweite JahreshÀlfte?

Am 27. Mai erfolgt der Spatenstich fĂŒr NVIDIAs neue Firmenzentrale in Beitou-Shilin. Einen Tag spĂ€ter plant das Unternehmen ein „Trillion-Dollar-Banquet" – ein Gipfeltreffen mit Partnern, deren kombinierte Marktkapitalisierung umgerechnet rund 2,1 Billionen Euro betrĂ€gt.

Ob NVIDIA seine dominante Marktposition von knapp 95 Prozent halten kann, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. Die Computex 2026 wird zeigen, ob der Chipriese die Produktionsziele fĂŒr Vera Rubin erreicht – und ob die Lieferketten den gewaltigen Anforderungen standhalten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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