Jetson Thor T3000/ T2000: NVIDIA bringt neue KI-Module für Roboter
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 05:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Chip-Riese bringt mit den Jetson Thor T3000 und T2000 leistungsstarke KI-Module für humanoide Roboter und Industrieanwendungen.
NVIDIA hat am Dienstag seine Robotik-Sparte mit zwei neuen Modulen der Jetson-Familie ausgebaut. Die auf der Thor-Architektur und Blackwell-Technologie basierenden Komponenten zielen auf den Einsatz von KI-Modellen in autonomen Maschinen ab – von humanoiden Robotern bis hin zu industriellen Edge-Systemen.
Zwei Leistungsklassen für unterschiedliche Anforderungen
Das T3000-Modul liefert 865 FP4 TFLOPS Rechenleistung, verfügt über 32 GB LPDDR5X-Speicher mit einer Bandbreite von 273 GB/s und bleibt bei einer Leistungsaufnahme von 70 Watt. NVIDIA betont, dass das T3000 trotz halber Baugröße und deutlich geringerem Stromverbrauch im Vergleich zum High-End-Modell T5000 ähnliche Inferenzleistungen für spezifische KI-Aufgaben erreicht.
Für Einsteiger im Edge-Bereich und die Massenrobotik bietet das T2000-Modul 400 FP4 TFLOPS bei 16 GB Speicher und 40 Watt Leistungsaufnahme. Beide Module ergänzen den bereits angekündigten Jetson AGX Thor, der mit 2.070 FP4 TFLOPS die Spitze markiert. Der AGX Thor zeigt im Vergleich zur Orin-Generation eine 7,5-fach höhere KI-Leistung bei 3,5-fach besserer Energieeffizienz. Während ein Entwicklerkit für den AGX Thor bereits im August 2025 verfügbar war, sollen die neuen T3000- und T2000-Module erst im ersten Quartal 2027 auf den Markt kommen.
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Software-Update spart Speicher und Entwicklungszeit
Parallel zur Hardware-Vorstellung veröffentlichte NVIDIA mehrere Software-Updates. Die neuen „Jetson Agent Skills“ – optimierte Softwarekomponenten – reduzieren den Speicherverbrauch bei komplexen Abläufen deutlich. Erste Partner wie UBTech und Agile Robots berichten von eingesparten 15 GB Arbeitsspeicher, SandStar erzielte eine Reduzierung um 4 GB.
Gemeinsam mit Hugging Face brachte NVIDIA zudem das Isaac GR00T 1.7 VLA-Modell und das Isaac Teleop-Framework auf den Markt. Diese Werkzeuge sind für die Open-Source-Plattform LeRobot gedacht, die Millionen von KI-Entwicklern und Robotik-Experten anspricht. Die vollständige Verfügbarkeit der Isaac-GR00T-Plattform wird für Ende 2026 erwartet.
Ebenfalls aktualisiert wurde die Metropolis-Plattform: Über 80 neue „Agent-Ready Skills“ für bildbasierte KI sollen die Entwicklungszeit um das Sechsfache verkürzen.
Humanoide Roboter und smarte Werften
Die Ankündigung fällt mit mehreren spektakulären Robotik-Projekten zusammen. Erst am Montag enthüllte Booster Robotics den humanoiden Roboter Booster T2, der auf NVIDIAs Thor T5000-Chip setzt. Der 1,40 Meter große Roboter verfügt über 31 Freiheitsgrade und eine Akkulaufzeit von zwei Stunden – konzipiert für komplexe Ganzkörper-Steuerungsaufgaben.
Am heutigen Donnerstag gab Kawasaki Heavy Industries eine Zusammenarbeit mit NVIDIA bekannt: Gemeinsam entsteht eine KI-gestützte Werft der nächsten Generation in Japan. Das Projekt nutzt digitale Zwillinge, um die Produktivität zu steigern und dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Weitere Unternehmen, die mit der Thor-Architektur arbeiten, sind Amazon Robotics, Boston Dynamics, FANUC und Hitachi.
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Rubin-Plattform bereits in Produktion
Bei einem Japan-Besuch am Dienstag stellte NVIDIA-CEO Jensen Huang klar, dass die nächste Hardware-Generation planmäßig läuft. Die Vera Rubin-Plattform befinde sich bereits in der Produktion, die Auslieferungsmengen seien beträchtlich. Damit widersprach Huang Branchengerüchten über Verzögerungen bei bestimmten High-End-Konfigurationen.
Die Rubin-Plattform, deren Auslieferung für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet wird, soll eine zehnfache Steigerung der Token-Verarbeitung im Vergleich zur Blackwell-Architektur ermöglichen. NVIDIA bestätigt, dass der Fahrplan eingehalten werde und High-Bandwidth-Speicher von Samsung, SK Hynix und Micron gesichert sei. Als Launch-Partner für die Rubin-Beschleuniger stehen AWS, Google Cloud und Microsoft bereit.
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