Jo-Jo-Effekt, Gewichtscycler

Jo-Jo-Effekt: Gewichtscycler verlieren unwiederbringlich 3,7% Muskelmasse

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine US-Studie belegt dauerhaften Muskelverlust durch hÀufiges Ab- und Zunehmen. Besonders GLP-1-PrÀparate verstÀrken das Problem.

Jo-Jo-Effekt: Studie zeigt irreversiblen Muskelschwund durch Gewichtsschwankungen
Medizinische Waage und Unterlagen auf einem Schreibtisch als Symbol fĂŒr die Auswirkungen von Gewichtsschwankungen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

StĂ€ndiges Auf und Ab beim Gewicht schadet dem Körper mehr als gedacht. Eine aktuelle Langzeitstudie aus den USA zeigt: Wer oft ab- und wieder zunimmt, verliert unwiederbringlich Muskelmasse. Und das betrifft immer mehr Menschen – auch durch moderne Abnehmspritzen.

Muskelschwund durch Jo-Jo-Effekt

Die University of California in San Francisco hat ĂŒber vier Jahre 1.433 Teilnehmer begleitet. Das Durchschnittsalter lag bei 61 Jahren. Wer sein Gewicht stabil hielt, verlor in dieser Zeit nur rund ein Prozent seines Oberschenkelmuskelvolumens. Anders sah es bei den sogenannten Gewichtscyclern aus: Ihre Werte schwankten um mehr als fĂŒnf Prozent – und sie bĂŒĂŸten durchschnittlich 3,7 Prozent ihrer Oberschenkelmuskulatur ein.

Besonders alarmierend: Der Muskelverlust ist weitgehend irreversibel. WĂ€hrend Fettgewebe bei erneuter Gewichtszunahme schnell zurĂŒckkehrt, regeneriert sich die verlorene Muskelmasse nicht im gleichen Maße. Ein extremer Fall aus der Studie verdeutlicht das Problem: Ein Teilnehmer verlor bei einer BMI-Reduktion von nur 1,6 Prozent ganze 16 Prozent seines Muskelvolumens. Die im Fachblatt Radiology veröffentlichte Forschung warnt: Dieser Prozess könnte die körperliche Gebrechlichkeit im Alter beschleunigen.

GLP-1-PrÀparate verschÀrfen das Problem

Die Erkenntnisse treffen auf eine Zeit, in der immer mehr Menschen Abnehmspritzen nutzen. Allein in Großbritannien gehen SchĂ€tzungen fĂŒr 2026 von rund 2,5 Millionen Nutzern aus. Das Problem: Bei der Gewichtsabnahme durch Incretin-basierte Wirkstoffe entfĂ€llt ein erheblicher Teil auf Muskelmasse – je nach Studie zwischen 15 und 60 Prozent.

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Ein systematischer Review von 36 randomisierten kontrollierten Studien bezifferte den Muskelverlust sogar auf ĂŒber 25 Prozent. Das liegt deutlich ĂŒber den ĂŒblichen Erwartungen. Erst am 22. Juli veröffentlichten Organisationen wie EASO und EFAD eine europĂ€ische KonsenserklĂ€rung. Die Experten warnen vor drohender UnterernĂ€hrung und spezifischen NĂ€hrstoffmĂ€ngeln. Betroffene weisen demnach hĂ€ufig Defizite bei Eisen, Calcium, Magnesium sowie den Vitaminen B1, B12 und D auf.

So lÀsst sich Muskelschwund verhindern

Der beschleunigte Abbau von Muskelgewebe kann in seinem Ausmaß einer natĂŒrlichen Alterung von zehn Jahren entsprechen. Fachleute empfehlen deshalb eine Kombination aus ErnĂ€hrungsumstellung und Bewegung. Die Richtwerte sind klar:

  • Krafttraining mindestens zwei- bis dreimal pro Woche
  • Proteinzufuhr von 1,0 bis 1,2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht tĂ€glich
  • Ausdauertraining ergĂ€nzend etwa 150 Minuten moderate AktivitĂ€t pro Woche

Die Pharmaforschung arbeitet zudem an neuen AnsĂ€tzen. Eine 2026 in Nature Medicine veröffentlichte Studie untersuchte den Wirkstoff Apitegromab – einen monoklonalen Antikörper, der das Protein Myostatin blockiert. In einer Testgruppe mit 102 Teilnehmern, die den Wirkstoff in Kombination mit Tirzepatid ĂŒber 24 Wochen erhielten, ließ sich der Verlust an fettfreier Masse um rund 55 Prozent reduzieren. Die Placebogruppe verlor 3,5 Kilogramm fettfreie Masse, die Apitegromab-Gruppe nur 1,6 Kilogramm.

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Schnell abnehmen – aber richtig

Trotz der Risiken durch den Jo-Jo-Effekt gibt es auch gute Nachrichten. Eine norwegische Studie, prÀsentiert im Mai 2026 auf dem EuropÀischen Adipositas-Kongress, untersuchte die Geschwindigkeit der Gewichtsreduktion. 284 Erwachsene absolvierten entweder eine sehr kalorienarme DiÀt (unter 1.000 kcal) oder eine langsame DiÀt (1.400 kcal).

Nach einem Jahr zeigte die schnelle Gruppe eine Reduktion von 14,4 Prozent, die langsame Gruppe erreichte 10,5 Prozent. Die Forscher stellten fest: Eine schnelle initiale Abnahme muss nicht zwangslĂ€ufig zu einem stĂ€rkeren Jo-Jo-Effekt fĂŒhren – sofern die Methode wissenschaftlich fundiert begleitet wird. Entscheidend fĂŒr den Muskelerhalt bleibt jedoch ĂŒber alle Methoden hinweg die Priorisierung von Proteinen und regelmĂ€ĂŸiges Widerstandstraining. Das gilt besonders fĂŒr Frauen ĂŒber 50 und Personen ĂŒber 65 Jahren.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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