John Ternus wird Apple-CEO: Hardware und KI-Strategie im Fokus
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 12:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der iPhone-Konzern will chip-Entwicklung und Produktdesign enger verzahnen – und rüstet sich für eine milliardenschwere Übernahmewelle im KI-Sektor.
Führungswechsel und neue Struktur
Seit seiner Ernennung zum Chief Hardware Officer am 20. April 2026 treibt Johny Srouji die Umstrukturierung der Produktdesign-Teams voran. Die Verantwortung für das Design liegt nun bei zwei seiner langjährigen Stellvertreter: Shelly Goldberg übernimmt das Mac-Design, Dave Pakula verantwortet Apple Watch, iPad und AirPods. Gemeinsam steuern sie das gesamte Produktdesign-Portfolio des Konzerns.
Kate Bergeron, bisherige Leiterin des Produktdesigns, wechselt in den Bereich Produktzuverlässigkeit und Materialien. Ziel der Neuordnung: Die Entwicklung eigener Chips soll enger mit der physischen Hardware-Entwicklung verzahnt werden, um Forschungs- und Entwicklungszyklen zu beschleunigen.
Die interne Neuausrichtung ist nur der Vorbote eines größeren Wechsels: Am 1. September 2026 wird John Ternus Tim Cook als CEO ablösen. Ternus, ein Hardware-Ingenieur, der maßgeblich an der Entwicklung der A- und M-Serie-Chips beteiligt war, want den Fokus wieder stärker auf Produktentwicklung und Industriedesign legen. Während die aktuellen Design-Teams von Molly Anderson (Industriedesign) und Steve Lemay (Software-Design) geführt werden, sucht Ternus offenbar nach neuer Führung für künftige Innovationen.
KI-Hardware: Apples Achillesferse
Die Umstrukturierung kommt nicht von ungefähr. Berichten zufolge haben Apples hauseigene Server-Chips Schwierigkeiten, die Anforderungen moderner KI-Modelle zu erfüllen. Der M2 Ultra Server-Chip konnte offenbar Googles Gemini nicht unterstützen – Apple musste auf Nvidia-Grafikprozessoren in der Google Cloud zurückgreifen, um die neuen Siri-Funktionen zu betreiben.
Noch gravierender: Der nächste Server-Chip mit dem Codenamen „Baltra" verzögert sich, und der leistungsstarke M7 Ultra wird frühestens 2029 erwartet.
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Die Konsequenz: Apple ändert seine Finanzstrategie grundlegend. Der Finanzvorstand kündigte an, die „Netto-Cash-Neutral"-Politik aufzugeben. Analysten sehen darin den Weg frei für milliardenschwere Übernahmen von KI- und Halbleiterfirmen. Bereits im Januar 2026 erwarb Apple das Startup Q.ai für umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro. Weitere Gespräche mit Banken und mehreren Halbleiter-Startups laufen.
Rechtsstreit mit OpenAI eskaliert
Der Wettlauf um Hardware-Dominanz hat auch juristische Konsequenzen. Mitte Juli 2026 verschickte Apple rechtliche Sicherungsverfügungen an rund 40 ehemalige Mitarbeiter, die heute bei OpenAI arbeiten. Die Schreiben sind Teil einer Klage wegen Geschäftsgeheimnissen, die Apple Anfang des Monats einreichte.
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Der Vorwurf: OpenAI soll systematisch Hardware-Ingenieure abwerben. Apple behauptet, mehr als 400 frühere Mitarbeiter seien zu OpenAI gewechselt. Namentlich genannt werden die Ex-Apple-Manager Tang Tan und Chang Liu, die angeblich den Transfer vertraulicher Informationen ermöglicht haben sollen. Tan kam zu OpenAI, nachdem die firma sein und Jony Ives Startup Io im vergangenen Jahr für rund sechs Milliarden Euro übernommen hatte.
Apple fordert Schadensersatz und eine einstweilige Verfügung, um zu verhindern, dass OpenAI seine Hardware-Geheimnisse für KI-gesteuerte Heimgeräte nutzt.
Milliarden-Investitionen in US-Produktion
Trotz interner Umstrukturierungen und rechtlicher Auseinandersetzungen baut Apple seine Fertigung in den USA weiter aus. Im August 2025 startete das Unternehmen das American Manufacturing Program (AMP) – Teil einer 560-Milliarden-Euro-Investitionsinitiative in den Vereinigten Staaten.
Aktuelle Meilensteine: Eine auf 2031 verlängerte, 28-Milliarden-Euro-Vereinbarung mit Broadcom für in den USA gefertigte Chips. Zudem arbeitet Apple mit GlobalFoundries für Face-ID-Komponenten und Amkor für fortschrittliche Chip-Verpackungen zusammen. Unterstützt wird dies durch eine zusätzliche Investition von rund 93 Milliarden Euro von TSMC in vier neue US-Werke, die künftig 2-Nanometer-Chips produzieren sollen.
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