JPRT, Discektomie

JPRT vor Discektomie: 106 Patienten profitieren bei Angst und Schmerz

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie mit 106 Patienten zeigt geringere Angstwerte, veränderte Vitalparameter und weniger postoperative Schmerzen durch Jacobson-Training.
Ein ruhiges, minimalistisches Krankenzimmer in natürlichem Licht zur Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Beeinflussung von Schmerzerleben und präoperativer Unruhe durch nicht-medikamentöse Verfahren gewinnt im klinischen Alltag an Bedeutung. Eine randomisierte kontrollierte Studie an 106 Patienten vor einer Discektomie am Imam Khomeini Hospital im iranischen Sari untersuchte den Einfluss des Jacobson-Muskelentspannungstrainings (JPRT) auf das vegetative Nervensystem, das Schmerzniveau und die psychische Belastung.

Die Erhebung aus dem Jahr 2025, publiziert im Journal of Pain Research (Vol. 2026:19), liefert detaillierte Messwerte für den therapeutischen Einsatz.

Deutliche Effekte auf Angstwerte und Vitalparameter

Im Rahmen des Studienprotokolls führten die Teilnehmenden das Entspannungstraining zweimal täglich für jeweils 15 Minuten durch, beginnend zwei Tage vor dem operativen Eingriff bis zum siebten postoperativen Tag. Als primärer Endpunkt wurde die situative Angst erfasst, während Schmerzparameter und Vitalzeichen als sekundäre Zielgrößen dienten.

Nach der Intervention zeigte sich bei der Zustandsangst eine adjustierte Differenz von -12,02 (95%-Konfidenzintervall -15,06 bis -8,98; P < 0,001; partielles ?² = 0,374) zugunsten der Interventionsgruppe.

Auch bei der habituellen Eigenschaftsangst stellten die Forscher einen Rückgang fest, mit einer Differenz von -7,43 (95%-Konfidenzintervall -10,31 bis -4,56; P < 0,001).

Neben den psychometrischen Werten dokumentierte das Studienteam signifikante Veränderungen der physiologischen Parameter: Für den systolischen und diastolischen Blutdruck, die Herzfrequenz, die Atemfrequenz sowie die Sauerstoffsättigung ergaben sich durchgehend statistisch signifikante Differenzen von P ? 0,012.

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Schmerzreduktion im postoperativen Verlauf

Hinsichtlich der Schmerzintensität nach der Bandscheibenoperation zeigte sich eine statistisch signifikante Gruppen-Zeit-Interaktion von P < 0,001. Die Schmerzlinderung erwies sich insbesondere nach der Abendsitzung am zweiten postoperativen Tag als signifikant (P = 0,008). Am siebten postoperativen Tag waren die Unterschiede nach beiden täglichen Sitzungen mit P < 0,001 signifikant messbar.

Erkenntnisse zu verwandten Entspannungsverfahren

Die Beobachtungen decken sich mit breiteren wissenschaftlichen Analysen zu strukturierter Muskelrelaxation. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 untersuchte die Benson-Relaxationstechnik (BRT) in der Pflege, bei der täglich 20 Minuten lang eine Muskelentspannung von den Füßen bis zum Kopf mit Nasenatmung kombiniert wird.

Laut der Übersichtsarbeit senkte die Methode bei Hämodialysepatienten Angst und Depression und verbesserte deren Alltagsaktivitäten, Schlaf und Angstsymptome. Bei Multipler Sklerose sanken Angst und Depression ebenfalls.

Nach Spinalanästhesie sowie nach einer Laminektomie verringerte die Technik das Schmerzniveau, und bei Hämophilie sank die Schmerzintensität. Vor Katarakt-Operationen senkte das Verfahren präoperative Angst und den Bedarf an Propofol, während es nach Bypass-Operationen den Schlaf verbesserte.

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Bei Erstgebärenden und Schwangeren reduzierte sich der Stress, bei Chemotherapien besserten sich Schlaf und Anorexie, und bei älteren Personen stieg die Schlafqualität bei sinkender Insomnierate. Bei chronischer Herzinsuffizienz war die Methode hinsichtlich Fatigue hingegen nicht überlegen gegenüber Naturgeräuschen.

Stellenwert im therapeutischen Gesamtrahmen

Allgemeine Empfehlungen zu Entspannungsverfahren betonen, dass Übungen wie die progressive Muskelentspannung durch das systematische Anspannen und Lockern vor allem die Körperwahrnehmung schulen und Übererregung dämpfen sollen. Kurze Einheiten von 3 bis 5 Minuten können mit festen Alltagsauslösern verknüpft werden.

Fachleute weisen darauf hin, dass diese Methoden kein Ersatz für medizinische oder psychotherapeutische Behandlungen sind und bei anhaltenden psychischen oder schweren körperlichen Leiden unter professioneller Begleitung erfolgen sollten.

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