Junge Erwachsene: 48% sparen lieber für Urlaub als Altersvorsorge
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 10:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fast die Hälfte der unter 29-Jährigen priorisiert Urlaub vor Altersvorsorge. Das zeigt eine Studie von JPMorgan Asset Management aus Januar 2026. Demnach geben 48 Prozent der jungen Erwachsenen an, für Reisen zu sparen – nur elf Prozent der Babyboomer tun das. Das TeamBank-Liquiditätsbarometer vom April bestätigt den Trend: 30 Prozent der Unter-30-Jährigen wollen künftig noch mehr in Reisen investieren.
Selbstfindung statt Sparplan
Warum reisen Junge so viel? Eine Opodo-Untersuchung vom Juni 2026 liefert Antworten. 41 Prozent der Generation Z reist mit dem Ziel der Selbstfindung – im Gesamtdurchschnitt sind es nur 25 Prozent. 35 Prozent der jungen Solo-Reisenden wollen ihre Selbstständigkeit fördern.
Doch die Reiselust hat Folgen. Das Altersvorsorgebarometer vom Herbst 2025 zeigt: Nur 35 Prozent der 18- bis 34-Jährigen glauben, ihren Lebensstandard im Alter halten zu können. Bei den über 55-Jährigen sind es 46 Prozent. Eine Generali-Umfrage ergab zudem: Über 75 Prozent der 18- bis 32-Jährigen halten Altersvorsorge zwar für wichtig – aber nur die Hälfte legt tatsächlich Geld zurück. Besonders Frauen sind besorgt: 82 Prozent blicken skeptisch auf ihre finanzielle Zukunft.
Früher in Rente – aber wie?
Paradox: Trotz der Konsumpriorität wollen viele Junge früh in Rente. Über 40 Prozent der Generation Z streben einen Ruhestand vor 65 an, zwei Drittel davon sogar vor 60. Diesen Wünschen steht eine massive Verunsicherung gegenüber.
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Ein Grund: mangelndes Finanzwissen. 38 Prozent der jungen Erwachsenen gaben im Herbst 2025 an, dass fehlende Kenntnisse sie bei Finanzentscheidungen verunsichern. Mehr als die Hälfte aller Befragten wusste nicht, wie viel sie jährlich für eine ausreichende Vorsorge sparen müssten. Finanzexperten empfehlen eine Sparquote von 12 bis 15 Prozent des Einkommens – inklusive Arbeitgeberbeiträge.
Eltern sparen für Führerschein, nicht fürs Alter
Auch Eltern denken selten an die Altersvorsorge ihrer Kinder. Das Union Investment Anlegerbarometer vom Mai 2026 zeigt: 70 Prozent der Eltern sparen regelmäßig für ihre Kinder – aber primär für Führerschein (45 Prozent) oder Ausbildung (43 Prozent). Nur 13 Prozent legen Geld für die spätere Altersvorsorge ihrer Kinder zurück. Die Selbsteinschätzung der Eltern: Nur 29 Prozent bewerten ihr eigenes Finanzwissen als gut oder sehr gut.
Die finanzielle Lage der Deutschen ist gespalten. 51 Prozent investieren bereits, 33 Prozent haben Ersparnisse über 5.000 Euro. Doch 25 Prozent besitzen keinerlei Rücklagen, zehn Prozent sehen sich finanziell im Rückstand.
Nur 35 Prozent der 18- bis 34-Jährigen glauben, ihren Lebensstandard im Alter halten zu können. Dabei reichen oft schon kleine Beträge. Unser Report liefert die konkrete Checkliste und ein Berechnungstool für Ihre persönliche Sparquote. Kostenlosen Report jetzt anfordern
Kommt die Rente aus dem Depot?
Ab 1. Januar 2027 soll das sogenannte Altersvorsorgedepot kommen. Es könnte besonders für junge Anleger eine renditeorientierte Alternative bieten. Rentenexperten warnen: Ohne Reformen geraten die gesetzlichen Systeme weiter unter Druck. Dass der Handlungsbedarf akut ist, zeigt eine Zahl von JPMorgan: 25 Prozent der Befragten haben bereits Kredite auf ihre bestehende Vorsorge aufgenommen oder Mittel vorzeitig abgehoben.
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