Junge Erwachsene: 85% berichten von psychischen Problemen
Veröffentlicht: 03.06.2026 um 11:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen: Wer in der Schule schon Aufgaben aufschiebt, tut das auch mit 40 noch.
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Die stabile Neigung zum Aufschieben
Eine Untersuchung aus Juni 2026 belegt: Die Tendenz zur Prokrastination nimmt mit dem Alter zwar ab, das individuelle Ausgangsniveau bleibt aber entscheidend. Jugendliche mit starkem Aufschiebeverhalten werden auch als Erwachsene eher wichtige Erledigungen vor sich herschieben.
Der Entwicklungspsychologe Herbert Scheithauer betont: Eltern sollten früh eingreifen. Die Grundlagen für effizientes Selbstmanagement werden in der Schulzeit gelegt. Die relative Ausprägung der Prokrastination bleibt im Vergleich zur Altersgruppe oft über die gesamte Lebensspanne stabil.
Psychische Belastung trifft auf digitale Ablenkung
Besonders junge Erwachsene sind betroffen. Ein internationaler Gesundheitsbericht von Anfang 2026 zeigt: In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen berichten 85 Prozent von leichten psychischen Problemen.
Die digitale Mediennutzung verschärft das Problem. Mit durchschnittlich 5,1 Stunden Bildschirmzeit täglich geraten viele in einen Konflikt zwischen Freizeit und Pflichten. Gleichzeitig suchen immer mehr Menschen digitale Hilfe: 63 Prozent der Befragten nutzen KI für mentale Unterstützung. Allerdings sind 45 Prozent unzufrieden mit diesen Angeboten – obwohl viele der Technik mehr vertrauen als menschlichem Fachpersonal.
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Wie Schule und Stigmata Leistung beeinflussen
Auch das Bildungssystem prägt das Arbeitsverhalten. Eine Studie zum Ausbau von Ganztagsschulen (Juni 2026) zeigt: Ganztagsangebote fördern die soziale Integration und senken die Mobbing-Anfälligkeit. Einen direkten Einfluss auf Mathematik- oder Deutsch-Tests haben sie aber nicht.
Forscher der PH Ludwigsburg wiesen zudem einen „Stereotype-Threat-Effekt“ nach: Schon subtile Hinweise auf eine Zugehörigkeit zu stigmatisierten Gruppen schränken die Leistungsfähigkeit massiv ein. Werden Kinder vor einer Prüfung an ihren Status erinnert – etwa an den Besuch einer Förderschule –, erzielen sie schlechtere Ergebnisse. Das Stigma im Schulsystem behindert nicht nur die individuelle Förderung, sondern verstärkt indirekt auch das Aufschiebeverhalten durch Frustration.
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