Kaffee senkt Darmkrebsrisiko um 20 Prozent: 150.000 Probanden
10.06.2026 - 18:42:51 | boerse-global.de
Neue Studien und regulatorische Entscheidungen werfen Licht auf die aktuellen Trends in der Supplement-Welt.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Forschung
Eine klinische Studie der UniversitĂ€t Exeter zeigt: Kaffeekirschen-Extrakt (Caffinityâą) steigert die Leistung trainierter Radfahrer um rund fĂŒnf Prozent. Die Dosis von 286 Milligramm â 200 Milligramm Koffein plus Polyphenole â fördert die Fettmobilisierung und den Laktatabbau. Gleichzeitig bleibt der Blutzuckerspiegel stabiler.
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Eine zweite Studie im Open Access Journal of Clinical Trials belegt synergistische Pfekte zwischen Koffein und Galgant-Extrakt (enXtra). Die Kombination aus 300 Milligramm Extrakt und 200 Milligramm Koffein hĂ€lt die mentale Wachsamkeit bis zu fĂŒnf Stunden lang. Besonders interessant: Der typische Koffein-Crash bleibt aus.
Experten warnen vor Ăberdosierung
Trotz vielversprechender Einzelergebnisse: Die unkritische Einnahme vieler Supplemente birgt Risiken. Grund zur Diskussion gab die Routine von FuĂballprofi Thomas MĂŒller, der im Juni als Markenbotschafter fĂŒr den Anbieter âsuperumâ vorgestellt wurde. Der Sportler schluckt tĂ€glich 20 bis 25 Kapseln â Vitamin D, Omega-3, Kreatin und Magnesium.
Mediziner schlagen Alarm. SchĂ€tzungen zufolge gehen zehn bis 20 Prozent der medikamentenbedingten LeberschĂ€den auf unsachgemĂ€Ăe Supplement-Nutzung zurĂŒck. Ihre Botschaft: Supplementierung nur bei klinisch nachgewiesenem Mangel. Der Einnahmezeitpunkt spielt ebenfalls eine Rolle: Vitamin D und Omega-3 gehören zu fetthaltigen Mahlzeiten, Magnesium abends, Eisen auf nĂŒchternen Magen.
EU bremst Kreatin-Werbung aus
Kreatin gilt im Kraftsport als Standard â fĂŒr die geistige LeistungsfĂ€higkeit reicht die Evidenz nicht. Die EU-Kommission lehnte am 26. Mai einen Health Claim ab, der einen Zusammenhang zwischen Kreatin und verbesserter kognitiver Funktion herstellen sollte.
Die EFSA hatte 21 Humanstudien geprĂŒft, eingereicht von der Alzchem Trostberg GmbH. Fazit: Selbst bei drei Gramm tĂ€glich lieĂ sich kein konsistenter Nutzen fĂŒr GedĂ€chtnis oder Aufmerksamkeit nachweisen. Die Entscheidung zeigt: Gesundheitsbezogene Werbeaussagen unterliegen in Europa strengen Regeln.
Kaffee schĂŒtzt â auch ohne Koffein
Neben der Leistungssteigerung rĂŒckt die PrĂ€vention in den Fokus. Eine Laborstudie der Texas A&M University in Nutrients untersuchte KaffeesĂ€ure und ChlorogensĂ€ure aus Kaffee. Diese Stoffe binden an den Rezeptor NR4A1 und reduzieren EntzĂŒndungen sowie ZellschĂ€den. Ăberraschend: Koffein zeigte kaum Wirkung â entkoffeinierter Kaffee könnte Ă€hnlich schĂŒtzen.
Das bestĂ€tigt eine Kohortenstudie in The Lancet: Bei ĂŒber 150.000 Probanden senkte regelmĂ€Ăiger Kaffeekonsum (drei bis vier Tassen tĂ€glich) das Darmkrebsrisiko um rund 20 Prozent. Die Forscher fĂŒhren das auf die antioxidativen Eigenschaften und den Einfluss auf das Darmmikrobiom zurĂŒck.
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Der Trend zur Zellschutz-Strategie
Antioxidative Wirkstoffe wie Urolithin A gewinnen an Bedeutung. Die Substanz unterstĂŒtzt Mitochondrien und reduziert oxidative SchĂ€den an Proteinen und DNA. Die Branche bewegt sich weg von reiner Leistungsoptimierung hin zu langfristigen Zellschutz- und Anti-Aging-Konzepten.
