Kaffee-Studie, Tassen

Kaffee-Studie: 3-5 Tassen tÀglich senken Herzinsuffizienz-Risiko

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 00:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung identifiziert neue Nervenzellen als Herzschrittmacher. Pulsed Field Ablation zeigt doppelte Erfolgsrate bei Vorhofflimmern.

Kardiologie: Neuronale Ursachen fĂŒr Herzrhythmusstörungen entdeckt
Abstraktes medizinisches Modell eines menschlichen Herzens mit visualisierten neuronalen Netzwerken in einem Labor. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die kardiologische Forschung hat neuronale Ursachen fĂŒr Herzrhythmusstörungen identifiziert und neue Therapieoptionen entwickelt. Im Zentrum stehen zwei spezifische Neuronentypen, die die HerzstabilitĂ€t steuern.

Neuronale Netzwerke als Stresspuffer

Eine Studie im Fachmagazin Cell zeigt: Npy+-Neuronen regulieren Herzfrequenz und Durchblutung, wĂ€hrend Ddah1+-Neuronen eine Schutzfunktion unter Belastung ĂŒbernehmen. Fehlen diese Ddah1+-Neuronen, steigt die Sterblichkeit durch stressbedingte Rhythmusstörungen auf bis zu 71 Prozent – zumindest im Tierversuch.

Die Marker wurden inzwischen auch im menschlichen Herzen nachgewiesen. Forscher der University of Bristol betonen zudem: Aerobes Training stÀrkt die neuronalen Netzwerke des Herzens und erhöht die Stressresistenz.

Pulsed Field Ablation: Doppelt so erfolgreich wie Medikamente

In der interventionellen Kardiologie setzt sich die Pulsed Field Ablation (PFA) durch. Das Verfahren nutzt hochintensive elektrische Feldimpulse, die gezielt Zellen veröden, ohne umliegendes Gewebe zu schÀdigen.

Die AVANT GUARD-Studie belegt: Als Erstlinientherapie bei Vorhofflimmern ist PFA nach zwölf Monaten fast doppelt so erfolgreich wie eine rein medikamentöse Behandlung. Am Bach Mai Krankenhaus können Patienten nach dem Eingriff oft bereits nach 24 Stunden entlassen werden.

Auch implantierbare GerĂ€te werden sicherer. Am UniversitĂ€tsklinikum Heidelberg kam ein extravaskulĂ€rer ICD zum Einsatz, dessen Elektrode unter dem Brustbein liegt – mit geringeren Risiken als bei herkömmlichen Systemen.

Neue Wirkstoffe, bekannte EngpÀsse

Die Pharmaforschung meldet Fortschritte: Ein S1P-SignalmolekĂŒl verhinderte in einer Studie mit 74 Patienten Thrombosen, ohne das Blutungsrisiko zu steigern. Die Ergebnisse erschienen im Juli 2026 in Science Advances.

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Eine JAMA-Metaanalyse vom selben Monat zeigt zudem: KombinationsprÀparate aus Sartanen und Kalziumkanalblockern senken das Risiko eines Therapieabbruchs bei Bluthochdruck um 39 Prozent.

Doch es gibt auch Schattenseiten. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Kardiologie (DGK) stufte Mitte Juli den Lieferengpass beim Herzmedikament Digitoxin als kritisch ein. Eine Entspannung wird erst Ende Januar 2027 erwartet.

Kaffee, Bewegung und frĂŒhe Intervention

Die American Heart Association (AHA) stellte am 26. Juli klar: Drei bis fĂŒnf Tassen Kaffee tĂ€glich (bis zu 400 mg Koffein) sind fĂŒr Erwachsene sicher und senken das Risiko fĂŒr Herzinsuffizienz und SchlaganfĂ€lle. Vorsicht gilt bei ungefiltertem Kaffee – der Inhaltsstoff Cafestol kann den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen.

Die WHO empfiehlt weiterhin mindestens 3.000 Schritte tÀglich oder 150 bis 300 Minuten moderate AktivitÀt pro Woche. Das senkt den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 5 bis 9 mmHg.

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Eine fĂŒr August angekĂŒndigte Studie im American Journal of Preventive Medicine deutet darauf hin: Bluthochdruck ab 140/90 mmHg beschleunigt den GedĂ€chtnisverlust. FrĂŒhzeitige Intervention wird damit noch wichtiger.

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