Kaffee und Demenz: Harvard-Studie findet 18 Prozent geringeres Risiko
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 08:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer regelmäßige Konsum von koffeinhaltigem Kaffee steht in einem statistischen Zusammenhang mit einem verringerten Auftreten von Demenzerkrankungen. Dies geht aus einer groß angelegten, Harvard-geführten Beobachtungsstudie hervor, die im Fachjournal JAMA publiziert wurde. Die Auswertung zeigt, dass koffeinhaltiger Kaffee mit einem um 18 Prozent geringeren relativen Demenzrisiko assoziiert ist.
Die beteiligten Forscher betonen dabei ausdrücklich, dass es sich um eine statistische Assoziation und nicht um einen kausalen Wirkungsnachweis handelt. An der wissenschaftlichen Untersuchung waren neben der Harvard University auch das Kliniknetzwerk Mass General Brigham sowie das Broad Institute beteiligt.
Umfassende Datengrundlage über vier Jahrzehnte
Die Ergebnisse stützen sich auf eine breite Datenbasis aus der Langzeitbeobachtung. Insgesamt wurden 131.821 Teilnehmer über einen Zeitraum von bis zu 43 Jahren medizinisch begleitet. Im Verlauf dieser Nachbeobachtungsspanne erfassten die Wissenschaftler insgesamt 11.033 Demenzfälle.
Neben den klinischen Diagnosen wurden auch subjektive kognitive Beeinträchtigungen erfasst. Dabei traten subjektive Gedächtnis- und Denkprobleme bei 7,8 Prozent der Personen mit hohem Konsum auf, während dieser Anteil bei Teilnehmern mit geringem Konsum bei 9,5 Prozent lag.
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Konsummengen und die Bedeutung des Koffeingehalts
Bei der Analyse der Trinkgewohnheiten zeichnete sich ein differenziertes Bild hinsichtlich der Menge und der Art der Heißgetränke ab. Die günstigste Assoziation beobachteten die Wissenschaftler bei einem täglichen Konsum von 2 bis 3 Tassen koffeinhaltigem Kaffee. Dies entspricht einer Koffeinaufnahme von rund 300 Milligramm, ausgehend von einer standardisierten Referenztasse von circa 237 Millilitern.
Ein entscheidender Faktor scheint das Koffein selbst zu sein: Bei entkoffeiniertem Kaffee ließ sich kein vergleichbarer risikomindernder Effekt feststellen. Neben Kaffee untersuchten die Forschungsteams auch den Einfluss von Tee. Hier zeigte sich bei einem Konsum von 1 bis 2 Tassen täglich ebenfalls ein geringeres Demenzrisiko. Ein höherer Teekonsum führte nach den vorliegenden Daten jedoch zu keinem zusätzlichen Schutzeffekt.
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Gesundheitliche Einordnung und globale Relevanz
Die ermittelte Spanne für den optimalen Kaffeekonsum bewegt sich innerhalb der bestehenden gesundheitlichen Richtwerte. Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gilt eine tägliche Aufnahme von bis zu 400 Milligramm Koffein für die meisten gesunden Erwachsenen als unbedenklich.
Die Erforschung präventiver Lebensstilfaktoren gewinnt angesichts der weltweiten Krankheitslast zunehmend an Bedeutung. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren weltweit 57 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen.
Da Beobachtungsstudien Wechselwirkungen im Alltag abbilden, jedoch keine Ursachen belegen können, bleiben weitere klinische Untersuchungen notwendig, um die genauen biologischen Mechanismen hinter den beobachteten Effekten aufzuschlüsseln.
