Kaffee, Krebs

Kaffee und Krebs: 4 Tassen tÀglich senken Risiko um 17%

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschungsanalysen verbinden Kaffee mit geringeren Risiken fĂŒr bestimmte Tumoren und Leberkrankheiten, weisen aber auf offene KausalitĂ€tsfragen hin.

Kaffee und Tee: Studien zeigen ZusammenhÀnge mit Krebsrisiken
Eine dampfende Tasse Kaffee und eine Teekanne auf einem Holztisch in natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Umfangreiche Forschungsdaten geben Aufschluss darĂŒber, wie der regelmĂ€ĂŸige Konsum von Kaffee und Tee mit der PrĂ€vention verschiedener chronischer Krankheiten sowie der Sterblichkeit bei Krebserkrankungen korreliert. Insbesondere eine groß angelegte Meta-Analyse des INHANCE-Konsortiums liefert detaillierte Einblicke in die ZusammenhĂ€nge zwischen Koffeinkonsum und der Inzidenz von Kopf-Hals-Tumoren.

Signifikante Risikoreduktion bei Kopf-Hals-Tumoren

In einer im Dezember 2024 im Fachjournal Cancer veröffentlichten Meta-Analyse untersuchten Forscher des Huntsman Cancer Institute der University of Utah die Daten von 14 Studien mit insgesamt 9.548 Patienten und 15.783 Kontrollpersonen.

Die Ergebnisse verdeutlichen eine Korrelation zwischen hohem Kaffeekonsum und einem sinkenden Krebsrisiko. Demnach ist die Aufnahme von mehr als vier Tassen koffeinhaltigem Kaffee pro Tag mit einem um 17 Prozent reduzierten Risiko fĂŒr Kopf-Hals-Krebs assoziiert.

Die Analyse der verschiedenen Tumorlokalisationen zeigt differenzierte Ergebnisse: Bei einem Konsum von mehr als vier Tassen tĂ€glich sank das Risiko fĂŒr Mundhöhlenkrebs um 30 Prozent und fĂŒr Kehlkopfkrebs um 22 Prozent.

Eine besonders deutliche Reduktion wurde beim Hypopharynxkrebs beobachtet; hier sank das Risiko bereits bei einer Menge von drei bis vier Tassen pro Tag um 41 Prozent. Auch koffeinfreier Kaffee zeigte einen positiven Effekt mit einer Risikominderung von 25 Prozent fĂŒr Mundhöhlenkrebs.

Im Vergleich dazu liefert der Konsum von Tee gemischte Resultate. WĂ€hrend das Risiko fĂŒr Hypopharynxkrebs um 29 Prozent sank, wurde bei einer Aufnahme von weniger als einer Tasse pro Tag eine Reduktion des allgemeinen Kopf-Hals-Krebs-Risikos um 9 Prozent festgestellt. Ein Konsum von mehr als einer Tasse Tee tĂ€glich war hingegen mit einem um 38 Prozent erhöhten Risiko fĂŒr Kehlkopfkrebs verbunden.

PrÀventive Effekte auf Leber- und Herzgesundheit

Neben onkologischen Aspekten stehen die Auswirkungen auf die Lebergesundheit im Fokus der Forschung. Eine Untersuchung auf Basis der UK Biobank mit mehr als 354.000 Teilnehmern legt nahe, dass der Konsum von fĂŒnf oder mehr Tassen Kaffee pro Tag das Risiko fĂŒr Zirrhose, Leberkrebs und leberbedingte Sterblichkeit senkt.

Ein Gastroenterologe der UniversitĂ€ten Harvard und Stanford verwies in diesem Kontext auf Daten einer Studie mit rund 500.000 Teilnehmern, wonach Kaffeekonsum mit einem um 49 Prozent geringeren Risiko fĂŒr den Tod durch chronische Lebererkrankungen einhergehe.

Anzeige

Wer sich mit prĂ€ventiven Maßnahmen fĂŒr die Gesundheit befasst, sollte auch die Rolle stiller EntzĂŒndungen im Körper beachten. Dieser kostenlose Selbsttest verrĂ€t, ob Ihr Körper heimlich unter EntzĂŒndungen leidet – und was Sie gezielt dagegen tun können. Kostenlosen EntzĂŒndungs-Ratgeber jetzt herunterladen

Weitere Meta-Analysen stĂŒtzen diese Beobachtungen. Bei einer Datenbasis von ĂŒber 432.000 Personen reduzierte die Steigerung des Konsums um zwei Tassen tĂ€glich das Zirrhoserisiko um 44 Prozent.

Eine groß angelegte Analyse mit mehr als 2,2 Millionen Teilnehmern zeigte zudem, dass zwei zusĂ€tzliche Tassen pro Tag das Risiko fĂŒr ein hepatozellulĂ€res Karzinom um 35 Prozent senken können, wobei die ideale Menge zwischen drei und vier Tassen tĂ€glich liege.

Hinsichtlich der kardiovaskulĂ€ren Sicherheit prĂ€zisierte die American Heart Association (AHA) in einer Stellungnahme fĂŒr das Jahr 2026 ihre EinschĂ€tzung. FĂŒr die meisten Erwachsenen sei eine Menge von bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag – was etwa drei bis fĂŒnf Tassen Ă  240 Millilitern entspricht – als sicher einzustufen.

Ein moderater Konsum sei nicht mit einem erhöhten kardiovaskulĂ€ren Risiko verbunden. Zudem deutete eine klinische Studie aus dem Jahr 2025 mit 200 Teilnehmern darauf hin, dass eine Tasse koffeinhaltiger Kaffee tĂ€glich das Risiko fĂŒr wiederkehrendes Vorhofflimmern um 39 Prozent senken kann.

Prognostische Bedeutung bei Brustkrebspatientinnen

Aktuelle Beobachtungsstudien der University of Cambridge widmen sich zudem der Überlebensrate bei Brustkrebs. Analysen mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 11,5 Jahren zeigten, dass eine höhere Zufuhr von Polyphenolen, die primĂ€r aus Kaffee bezogen wurden, mit einem um etwa 80 Prozent niedrigeren Risiko fĂŒr brustkrebsspezifische MortalitĂ€t assoziiert war.

Speziell PhenolsÀuren wurden mit einer Reduktion des Rezidivrisikos um 65 Prozent und einer Senkung der Gesamtsterblichkeit um 77 Prozent in Verbindung gebracht. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass aufgrund der kleinen Stichproben keine KausalitÀt abgeleitet werden kann.

Anzeige

Neben der ErnĂ€hrung spielen auch gezielte NĂ€hrstoffe eine Rolle bei der Linderung von körperlichen Beschwerden und Erschöpfung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie 12 einfache Lebensmittel aus dem Supermarkt wie natĂŒrliche EntzĂŒndungs-Killer wirken können. Gratis-Ratgeber zu antientzĂŒndlicher ErnĂ€hrung anfordern

Empfehlungen fĂŒr den Alltag und physiologische Wirkweise

Gesundheitsexperten betonen die VertrĂ€glichkeit eines moderaten Kaffeekonsums fĂŒr gesunde Erwachsene. Ein Experte der DKV erlĂ€uterte, dass Kaffee dem Körper entgegen frĂŒherer Annahmen nicht mehr FlĂŒssigkeit entziehe als andere GetrĂ€nke. Die Wirkung des Koffeins, das Adenosinrezeptoren im Gehirn blockiert, setze nach 15 bis 30 Minuten ein und werde ĂŒber einen Zeitraum von etwa vier Stunden abgebaut.

Offizielle Stellen wie die EFSA und die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) weisen jedoch darauf hin, dass bei sehr hohem Konsum Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Herzklopfen oder Magenbeschwerden auftreten können.

Besonders bei Schwangeren, Kindern oder Personen mit bestehenden Herzrhythmusstörungen sei Vorsicht geboten. Ein praktischer Hinweis fĂŒr den Konsum betrifft die Zubereitungsart: Die Verwendung von Papierfiltern kann die Konzentration von Diterpenen reduzieren, welche im Verdacht stehen, den LDL-Cholesterinspiegel zu erhöhen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70022355 |