Kaffee, Typ-2-Diabetes

Kaffee und Typ-2-Diabetes: Vier Tassen tÀglich senken das Risiko um 23 Prozent

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Beobachtungsstudien verbinden moderaten Kaffeekonsum mit niedrigeren Risiken fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes, belegen aber keine Ursache.

Kaffee und Gesundheit: Studien zeigen mögliche Vorteile fĂŒr Herz und Stoffwechsel
Nahaufnahme von dunklen Kaffeebohnen auf einem rustikalen Holztisch bei natĂŒrlichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen und Meta-Analysen deuten darauf hin, dass ein regelmĂ€ĂŸiger Kaffeekonsum das Risiko fĂŒr Herzinsuffizienz sowie Typ-2-Diabetes verringern kann.

Zudem weisen die Daten darauf hin, dass moderater Kaffeegenuss kein erhöhtes Risiko fĂŒr chronische Erkrankungen darstellt. Zahlreiche epidemiologische Erhebungen liefern detaillierte Einblicke in die ZusammenhĂ€nge zwischen Konsummengen, Zubereitungsmethoden und verschiedenen Krankheitsbildern.

Herz-Kreislauf-System und Sterblichkeitsrisiko

Mehrere groß angelegte Beobachtungsstudien befassen sich mit den kardiovaskulĂ€ren Auswirkungen des Kaffeekonsums. Eine 2025 im Journal of Nutrition veröffentlichte Analyse der Tufts University anhand von 46.222 US-Erwachsenen (NHANES 1999–2018) ergab, dass ein bis zwei Tassen koffeinhaltiger Kaffee tĂ€glich mit einem geringeren Gesamt- und Herz-Kreislauf-Sterberisiko verbunden waren.

Bei schwarzem Kaffee oder Varianten mit wenig Zucker und gesÀttigtem Fett lag das Gesamtsterberisiko 14 Prozent niedriger als bei Nichttrinkern, bei zwei bis drei Tassen tÀglich um 17 Prozent niedriger. Wurde dem Kaffee viel Zucker oder gesÀttigtes Fett zugesetzt, zeigte sich kein Vorteil mehr; als gering galt ein Zusatz von unter 2,5 Gramm Zucker je 8-Unzen-Tasse.

In einer Untersuchung der UK Biobank mit 468.629 Erwachsenen ohne vorbestehende Herzerkrankung war der Konsum von 0,5 bis 3 Tassen tĂ€glich mit einem um 12 Prozent niedrigeren relativen Gesamtsterberisiko, einem um 17 Prozent niedrigeren Herzsterberisiko sowie einem um 21 Prozent reduzierten Schlaganfallrisiko verknĂŒpft.

Auch Herzscans von mehr als 30.000 Teilnehmenden zeigten gĂŒnstige Muster. Eine weitere Auswertung der UK Biobank aus dem Jahr 2022 mit 171.616 Personen dokumentierte bei 1,5 bis 3,5 Tassen tĂ€glich ĂŒber sieben Jahre hinweg ein um 29 bis 31 Prozent geringeres Sterberisiko.

Eine Auswertung der American Heart Association in der Fachzeitschrift Circulation ordnet moderaten Kaffeekonsum ebenfalls einem geringeren Schlaganfallrisiko sowie keinem erhöhten beziehungsweise einem geringeren Risiko fĂŒr koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz zu.

Die durch das US-amerikanische NIH finanzierte DECAF-Studie der University of California, San Francisco und der University of Adelaide untersuchte 200 Kaffeetrinker nach einer Kardioversion: Bei jenen, die mindestens eine Tasse koffeinhaltigen Kaffee oder Espresso pro Tag tranken, trat Vorhofflimmern ĂŒber sechs Monate um 39 Prozent seltener erneut auf als in der abstinenten Gruppe.

ZusammenhÀnge mit Typ-2-Diabetes und Stoffwechsel

BezĂŒglich des Stoffwechsels untersuchte das Deutsche Institut fĂŒr ErnĂ€hrungsforschung ĂŒber 42.000 zunĂ€chst gesunde Erwachsene ĂŒber einen Zeitraum von fast zehn Jahren. Chronische Erkrankungen traten bei 871 von 8.689 Nicht-Kaffeetrinkern und bei 1.124 von 12.137 Personen mit mindestens vier Tassen tĂ€glich auf, was jeweils etwa 10 Prozent entsprach.

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Wer seine tĂ€gliche Tasse bewusst trinkt, kann etwas fĂŒr Herz und Stoffwechsel tun: Beobachtungsdaten verbinden vier Tassen Kaffee tĂ€glich mit einem um 23 Prozent niedrigeren Typ-2-Diabetes-Risiko, sofern Zucker und gesĂ€ttigte Fette niedrig bleiben. Unser kostenloser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihre Menge finden und richtig zubereiten. Kostenlosen Kaffee-Ratgeber anfordern

Beim Typ-2-Diabetes lag die Rate bei vier Tassen tĂ€glich bei 3,2 Prozent gegenĂŒber 3,6 Prozent bei Nichttrinkern; unter BerĂŒcksichtigung von Gewicht und Rauchen ergab sich ein um 23 Prozent niedrigeres Risiko.

Eine finnische Langzeitstudie brachte den Konsum von drei bis vier Tassen tĂ€glich mit einem 28 Prozent geringeren Typ-2-Diabetes-Risiko in Verbindung, wobei der Zusammenhang bei Übergewicht und regelmĂ€ĂŸigem Alkoholkonsum deutlicher ausfiel. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 zeigte sowohl fĂŒr koffeinhaltigen als auch fĂŒr entkoffeinierten Kaffee eine Risikoreduktion bei Typ-2-Diabetes.

Lebergesundheit, Nervensystem und Zubereitung

Weitere Arbeiten weisen auf organspezifische Effekte hin. Eine Studie aus dem Jahr 2021 berichtete ĂŒber ein um 21 Prozent geringeres Risiko fĂŒr chronische Lebererkrankungen und ein um 49 Prozent geringeres Sterberisiko daran.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2017 verzeichnete je zwei zusÀtzliche Tassen tÀglich ein um 35 Prozent niedrigeres relatives Leberkrebsrisiko, wÀhrend eine Untersuchung von 2024 bei hohem Konsum ein um 37 Prozent reduziertes Parkinson-Risiko ermittelte.

Dem Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung zufolge gelten bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag fĂŒr gesunde Erwachsene als unbedenklich, was etwa drei bis vier Tassen Filterkaffee entspricht.

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Schwangere sollten deutlich weniger aufnehmen. Zudem beeinflusst die Zubereitung die Inhaltsstoffe: WĂ€hrend Papierfilter cholesterinerhöhendes Cafestol weitgehend zurĂŒckhalten, enthalten ungefilterte Zubereitungen wie French Press höhere Werte.

Eine Studie von 2025 wies fĂŒr Papierfilter 12 Milligramm Cafestol je Liter aus, wĂ€hrend BrĂŒhmaschinen am Arbeitsplatz 176 Milligramm und traditioneller Kokkaffee 939 Milligramm erreichten. Fachleute verweisen bei allen Beobachtungsdaten darauf, dass diese Korrelationen abbilden und keinen direkten KausalitĂ€tsbeweis liefern.

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