Kaffeearoma: Fünf Minuten Duft erhöht Entspannung messbar
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 16:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bereits das Aroma von Kaffee kann das subjektive Wohlbefinden beeinflussen und die Entspannung fördern. Eine am 9. September 2026 im Fachjournal Nutrients veröffentlichte Untersuchung der Showa Pharmaceutical University in Tokio liefert Hinweise darauf, wie sich der bloße Duft eines frisch aufgebrühten Heißgetränks auf das Nervensystem und die Stimmung auswirkt. Die Versuchsreihe verdeutlicht messbare Effekte auf das Gehirn, zeigt jedoch auch deutliche methodische Grenzen auf.
Messbare Veränderungen bei Stimmung und Hirnaktivität
Für die Untersuchung rochen 20 gesunde Erwachsene im Alter von 20 bis 29 Jahren – darunter acht Männer und zwölf Frauen – über einen Zeitraum von fünf Minuten an frisch gebrühtem Kaffee, der in einem Abstand von 50 Zentimetern platziert war.
Nach dieser Exposition verzeichneten die Forschenden einen Rückgang der Gesamtstimmungsbeeinträchtigung. Konkret nahmen Anspannung, Angst, Müdigkeit, Verwirrtheit und Niedergeschlagenheit bei den Teilnehmenden ab.
Parallel dazu erfasste das Team neurophysiologische Daten mittels Elektroenzephalografie (EEG). Hierbei zeigte sich eine messbare Reaktion: Der EEG-Entspannungsindex stieg von 0,74 auf 0,78 an. Andere psychologische Parameter blieben hingegen unbeeinflusst. So veränderte sich das Niveau der Vitalität nicht. Die Werte für Ärger und Feindseligkeit erwiesen sich nach einer statistischen Adjustierung als nicht signifikant.
Keine Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System
Fünf Minuten an frisch gebrühtem Kaffee riechen — mehr brauchte es in einer japanischen Pilotstudie, um Anspannung, Müdigkeit und Niedergeschlagenheit bei den Teilnehmenden zu senken. Der gemessene EEG-Entspannungsindex stieg von 0,74 auf 0,78, während Herzfrequenz und Herzratenvariabilität unverändert blieben. Wie Sie daraus ein kurzes Duft-Ritual für den Arbeitstag machen, zeigt Ihnen unser kostenloser Guide. 5-Minuten-Duft-Ritual jetzt anfordern
Im Gegensatz zur Aktivität im Gehirn blieben vegetative Körperfunktionen von der Inhalation des Aromas unberührt. Weder bei der Herzfrequenz noch bei der Herzratenvariabilität stellten die Forschenden der Showa Pharmaceutical University bedeutsame Unterschiede fest.
Dieses Ausbleiben kardiovaskulärer Veränderungen lässt sich dadurch erklären, dass Puls und Kreislauf unverändert blieben, weil bei der reinen Geruchswahrnehmung kein Koffein in die Blutbahn gelangte. Die physiologische Anregung, wie sie typischerweise beim eigentlichen Konsum von Kaffee über den Magen-Darm-Trakt eintritt, fand somit nicht statt.
Methodische Einschränkungen erfordern Bestätigung
Die Experimente wurden über einen längeren Zeitraum von März 2024 bis März 2026 durchgeführt. Die beteiligten Wissenschaftler stufen ihre Untersuchung selbst als Pilotstudie mit einem kleinen Kollektiv ein und weisen darauf hin, dass eine Bestätigung der Resultate durch Folgestudien notwendig sei.
Viele halten Entspannung für eine Frage von Zeit und Budget — dabei reicht womöglich schon eine kurze Duft-Pause am Schreibtisch. Die Forschenden der Showa Pharmaceutical University betonen allerdings selbst, dass ihre Untersuchung eine Pilotstudie mit 20 Teilnehmenden ohne Kontrollgruppe ist und der Effekt teils auch schlicht an der fünfminütigen Pause liegen könnte. Unser Guide ordnet ein, was belastbar ist und was nicht. Kostenlose Einordnung anfordern
Mehrere Einschränkungen schränken die Aussagekraft der Ergebnisse ein. So verfügte der Versuchsaufbau über keine Kontrollgruppe. Zudem könnte der beobachtete Entspannungseffekt zu Teilen auch schlicht durch die fünfminütige Pause bedingt sein, die die Probanden während des Tests einlegten.
Darüber hinaus wurden weder der generelle Kaffeekonsum noch die Atemleistung der teilnehmenden Personen im Vorfeld oder während der Versuche erfasst. Ob sich die Effekte verlässlich reproduzieren lassen, müssen daher künftige Arbeiten klären.
