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Kanadas Großbanken: Gemeinsame Initiative für tokenisierte Einlagen

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 05:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BMO, CIBC, RBC und weitere Institute bündeln ihre Kräfte für digitale Bankeinlagen, zunächst mit Fokus auf Transfers zwischen Banken.

Kanadas Großbanken starten Netzwerk für tokenisierte Einlagen
Moderne, minimalistische Architektur eines Bankgebäudes mit klaren geometrischen Linien und kühler Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Die sechs größten Finanzinstitute Kanadas bündeln ihre Kräfte zur Digitalisierung von Bankgeldern. Wie aus Berichten vom 22. September 2026 hervorgeht, haben BMO, CIBC, National Bank of Canada, RBC, Scotiabank und TD eine gemeinsame Initiative für tokenisierte Einlagen in kanadischen Dollar ins Leben gerufen.

In der ersten Phase konzentriert sich das Vorhaben auf den Transfer tokenisierter Verbindlichkeiten zwischen den beteiligten Instituten. Langfristig ist eine Anbindung an weitere Initiativen im Bereich digitaler Vermögenswerte vorgesehen.

Ziel des gemeinsamen Vorstoßes der Großbanken sind schnellere, effizientere und programmierbare Zahlungen rund um die Uhr innerhalb des regulierten Finanzsektors, ohne Abstriche bei Sicherheit, Stabilität und aufsichtsrechtlicher Kontrolle zu machen.

Das Netzwerk soll künftig auch für weitere Banken und Einlageninstitute offenstehen, wobei für die Teilnehmer keine Verpflichtung zur Ausgabe eigener tokenisierter Einlagen besteht.

Konkrete Angaben zu einem Start für Privatkunden, zur zugrundeliegenden Blockchain-Architektur oder zum Emissionsmodell machten die Institute bislang nicht; auch ein kommerzieller Starttermin oder spezifische Distributed-Ledger-Technologien wurden noch nicht genannt.

Klare Abgrenzung zu privatwirtschaftlichen Stablecoins

Die beteiligten Banken betonen, dass tokenisierte Einlagen als digitale Repräsentationen klassischen Bankgeldes fungieren und rechtlich Verbindlichkeiten des jeweiligen Instituts bleiben. Es handele sich dabei ausdrücklich nicht um Stablecoins.

Diese Einordnung deckt sich mit den Leitlinien der kanadischen Finanzaufsicht OSFI. Die Behörde stellte am 10. September 2026 klar, dass eine Tokenisierung die Rechtsnatur von Bankeinlagen nicht verändert und diese rechtlich nicht von traditionellen Einlagen zu unterscheiden sind.

Banken bleiben unter einem technologieneutralen Aufsichtsansatz weiterhin voll verantwortlich für IT-, Cyber- und Drittanbieter-Risiken, wobei die bestehenden Richtlinien B-10 und B-13 uneingeschränkt gelten.

Als wesentlicher Treiber für das Projekt gilt das regulatorische Umfeld. Im März 2026 erhielt der kanadische Stablecoin Act als Teil des Gesetzespakets Bill C-15 die königliche Zustimmung.

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Sechs kanadische Großbanken haben eine gemeinsame Initiative für tokenisierte Einlagen in kanadischen Dollar angekündigt — zunächst für den Transfer zwischen den beteiligten Instituten. Wer als Treasury- oder Technologieverantwortlicher die regulatorische Einordnung und die Pilot-Architektur einordnen will, findet in diesem kostenlosen Report die entscheidenden Hebel. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern

Das Regelwerk, dessen Inkrafttreten für 2027 erwartet wird, verpflichtet Emittenten außerhalb des Bankensektors zur Registrierung bei der Bank of Canada, verlangt eine Mindestdeckungsreserve von 1:1 in hochliquiden Aktiva sowie eine Rücknahmegarantie zur Parität.

Für den Aufbau des Aufsichtsrahmens sind ab 2026 über zwei Jahre hinweg 10 Millionen kanadische Dollar vorgesehen, begleitet von geplanten Änderungen am Retail Payment Activities Act.

Branchenberater sehen in der Bankeninitiative das Potenzial für eine deutlich effizientere Interbanken-Abwicklung. Finanzwissenschaftler weisen zudem darauf hin, dass programmierbare Bankeinlagen als Ausweichlösung für das landesweit verzögerte Real-Time-Rail-Zahlungssystem dienen könnten.

Vorerfahrungen und internationale Marktbewegungen

Dem aktuellen Zusammenschluss gingen verschiedene Einzelinitiativen im kanadischen Finanzsektor voraus. Im März 2026 schlossen die Bank of Canada, RBC und TD das Vorhaben Project Samara ab, bei dem eine Anleihe im Volumen von 100 Millionen kanadischen Dollar (rund 71 Millionen US-Dollar) auf einem Distributed Ledger abgebildet wurde.

Unter Beteiligung von Export Development Canada testeten die Institute dabei eine tokenisierte Anleihe mit einer Laufzeit von unter drei Monaten auf Basis von Hyperledger Fabric, inklusive Emission, Handel und Rücknahme gegen digitales Zentralbankgeld für Großbeträge.

Im Mai 2026 verstärkte BMO zudem seine Digital-Asset-Strategie personell, während Visa Canada und Wealthsimple Abwicklungen über Stablecoins erprobten. Zeitgleich sprachen sich Shopify und die National Bank of Canada für einen regulierten digitalen kanadischen Dollar aus, und Tetra Trust startete den Token CADD auf Ethereum und Base mit geplanter Solana-Anbindung.

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Das landesweite Echtzeit-Zahlungssystem verzögert sich — Finanzwissenschaftler sehen in programmierbaren Bankeinlagen bereits eine Ausweichlösung. Der Report zeigt, welche regulatorischen Leitplanken der Aufsicht für tokenisierte Einlagen gelten und wie Sie einen Pilotpfad aufsetzen, bevor Stablecoin-Anbieter den Interbankenverkehr besetzen. Pilot-Roadmap jetzt sichern

Auch international nimmt der Trend zur Einlagentokenisierung Tempo auf. In den USA bauen Regionalbanken an ähnlichen Netzwerken, während Branchengrößen wie JPMorgan, Citigroup, Bank of America und Wells Fargo über The Clearing House ein entsprechendes System für das erste Halbjahr 2027 vorbereiten.

JPMorgans Plattform Kinexys verzeichnet bereits ein tägliches Abwicklungsvolumen von mehr als 7 Milliarden US-Dollar und über 40 Billionen US-Dollar seit ihrem Start. Parallel dazu erprobt die weltweite Finanznachrichtenorganisation Swift tokenisierte Einlagen für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr mit Finanzinstituten auf sechs Kontinenten.

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