Kapitalrente, Singles

Kapitalrente: Singles verlieren 242 Euro jährlich – Paare 1.045 Euro

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 17:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Debatte um die kapitalgedeckte Rente konkretisiert sich. Experten fordern hohe Transparenz und warnen vor Nettoverlusten fĂĽr Gutverdiener.

Kapitalrente: Wer verwaltet die Milliarden fĂĽr die Altersvorsorge?
Eine stilisierte Grafik zeigt steigende Finanzkurven, die das Umriss des Bundestagsgebäudes schneiden, mit blauen, grünen und goldenen Farben. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Zentrum steht die Frage, wer die Milliarden verwalten soll.

Wer verwaltet die Milliarden?

Als mögliche Verwalter kommen der Staatsfonds Kenfo und die Deutsche Bundesbank in Frage. Ein klares Mandat zur langfristigen Renditeorientierung gilt als zwingende Voraussetzung.

Experten fordern hohe Transparenz und wirksame Schutzmechanismen gegen politische Zweckentfremdung. Das schwedische Modell AP7 dient als Vorbild für eine unabhängige, kostengünstige Struktur.

Kritisch sehen Analysten jedoch mögliche Verpflichtungen zu nachhaltigen Anlagen oder Infrastrukturprojekten. Solche Vorgaben könnten die Rendite schmälern.

Nettoverluste trotz Reform

Die Kapitalrente ist eng mit der allgemeinen Beitragsentwicklung verknĂĽpft. Berechnungen des Finanzwissenschaftlers Frank Hechtner prognostizieren fĂĽr 2028 steigende Belastungen.

Ein Single mit 6.000 Euro Bruttoeinkommen verliert jährlich 242 Euro netto. Bei 9.000 Euro steigt der Verlust auf 904 Euro. Ein Paar mit zwei Kindern und je 7.000 Euro Brutto büßt 1.045 Euro pro Jahr ein.

Grund sind steigende Rentenbeiträge: Bis 2028 klettern sie auf 19,9 Prozent. Der Beitrag zur Kapitalrente startet bei 0,5 Prozent und kann auf bis zu 2 Prozent steigen.

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Ziel: 70 Prozent vom Netto

Die Rentenkommission peilt eine Nettoersatzquote von 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens an. Die gesetzliche Rente allein schafft das nicht – ihr Niveau liegt bis 2031 bei mindestens 48 Prozent.

Ab 2032 soll ein Nachhaltigkeitsfaktor die Rentenerhöhungen dämpfen. Die Regelaltersgrenze steigt ab 2031 moderat auf etwa 67,5 Jahre bis 2041.

Die abschlagsfreie Rente mit 63 steht vor dem Aus.

Alternativen und Gewerkschaftsforderungen

Neben der Kapitalrente gibt es weitere Modelle. Wolfgang Strengmann-Kuhn schlägt eine Bürgerversicherung vor: Alle Bürger zahlen auf sämtliche Einkommensarten ein. Vorgesehen ist eine Garantierente von rund 1.200 Euro nach 30 Versicherungsjahren, ergänzt durch einen staatlichen Bürger-Fonds.

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Die Gewerkschaften fordern stärkere Arbeitgeberbeteiligung. DGB-Chefin Yasmin Fahimi verlangt einen verpflichtenden Arbeitgeberbeitrag zur Betriebsrente von zwei Prozent. Die Vorschläge der Rentenkommission seien nicht konkret genug.

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