Kartenzahlung, Gericht

Kartenzahlung: Gericht genehmigt 38-Milliarden-Vergleich fĂŒr HĂ€ndler

Veröffentlicht am: 10.06.2026 um 13:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Richter gibt 38-Milliarden-Euro-Vergleich zwischen Visa, Mastercard und HĂ€ndlern frei. Swipe-GebĂŒhren sinken, HĂ€ndler erhalten mehr Freiheiten.

Visa & Mastercard: Milliarden-Vergleich zu KreditkartengebĂŒhren genehmigt
A judge's gavel rests on legal documents, with a blurred credit card terminal and credit cards in the background. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ein US-Bundesrichter hat einen ĂŒberarbeiteten Vergleich zwischen Visa, Mastercard und zwölf Millionen HĂ€ndlern vorlĂ€ufig genehmigt. Das Abkommen im Wert von rund 38 Milliarden Euro soll jahrzehntelange Streitigkeiten um KreditkartengebĂŒhren beenden.

Anzeige

WĂ€hrend große Netzwerke GebĂŒhren anpassen, mĂŒssen Unternehmer auch ihre internen rechtlichen Absicherungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie Betriebsgeheimnisse mit rechtssicheren Mustern wirksam schĂŒtzen. BewĂ€hrte Musterformulierungen fĂŒr gerichtsfeste Geheimhaltungsvereinbarungen – jetzt gratis anfordern

Reduzierte GebĂŒhren fĂŒr den Handel

Richter Brian Cogan aus Brooklyn gab dem Vergleich am Dienstag grĂŒnes Licht. Visa und Mastercard verpflichten sich darin, die sogenannten Swipe-GebĂŒhren – die GebĂŒhren, die HĂ€ndler bei jeder Kartenzahlung entrichten mĂŒssen – fĂŒr fĂŒnf Jahre um 0,1 Prozentpunkte zu senken. Zudem werden die TransaktionssĂ€tze fĂŒr Standard-Konsumentenkarten fĂŒr acht Jahre auf maximal 1,25 Prozent gedeckelt.

Wirtschaftsexperten wie Joseph Stiglitz und Jonathan Leffler rechnen mit direkten Einsparungen von rund 38 Milliarden Euro fĂŒr den Handel bis 2031. Die Electronic Payments Coalition geht sogar von einem gesamtwirtschaftlichen Nutzen von ĂŒber 200 Milliarden Euro aus. Die Börse reagierte positiv: Visa-Aktien legten um 1,7 Prozent zu, Mastercard um zwei Prozent.

Mehr Freiheit fĂŒr HĂ€ndler

Ein zentraler Punkt des Abkommens: Die sogenannte „Honor All Cards"-Regel wird abgeschafft. HĂ€ndler dĂŒrfen kĂŒnftig bestimmte teure Kreditkarten ablehnen, wĂ€hrend sie andere Karten desselben Netzwerks weiter akzeptieren. Auch AufschlĂ€ge fĂŒr bestimmte Zahlungsmethoden sind nun leichter umsetzbar.

Richter Cogan bezeichnete den Vergleich als fair, angemessen und ausreichend. Zwar sei das Abkommen nicht perfekt, doch biete es den betroffenen HĂ€ndlern spĂŒrbare Erleichterungen.

Anzeige

Neue Regelungen im Zahlungsverkehr erfordern oft auch eine Anpassung der Zusammenarbeit mit externen Partnern. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Mitarbeiter und Dienstleister rechtssicher zur Geheimhaltung verpflichten. Kostenlose NDA-Vorlagen vom Profi: Einfach herunterladen, anpassen und sofort einsetzen

Widerstand aus dem Handel

Doch der Vergleich hat mĂ€chtige Gegner. Der National Retail Federation, der Verband der Tankstellenbetreiber und der Einzelhandelsriese Walmart laufen Sturm gegen die Einigung. Ihre Kritik: Die GebĂŒhrensenkungen seien viel zu gering. Zum Vergleich: Die gesamten Swipe-GebĂŒhren stiegen von 111,2 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 118,8 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Das Gericht muss nun rund 40 formelle EinwĂ€nde von HĂ€ndlerverbĂ€nden prĂŒfen. Richter Cogan rĂ€umte ein, dass es noch zu frĂŒh sei, um zu beurteilen, ob der Widerstand die Mehrheit der zwölf Millionen betroffenen HĂ€ndler reprĂ€sentiert oder nur eine laute Minderheit ist. Die endgĂŒltige Entscheidung ĂŒber den Vergleich wird fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte 2026 erwartet.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wissenschaft | 69513862 |