Kartoffeln, Diabetes

Kartoffeln und Diabetes: Drei Portionen Pommes pro Woche erhöhen das Risiko

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Frittierte Kartoffeln waren mit einem höheren Typ-2-Diabetesrisiko verbunden; fĂŒr gekochte, gebackene oder gestampfte Knollen zeigte sich kein signifikanter Anstieg.

Kartoffeln und Diabetesrisiko: Wie Zubereitung und Lagerung zÀhlen
Frische, naturbelassene Kartoffeln auf einer rustikalen HolzoberflĂ€che in einer hellen KĂŒche. Illustration mit AI erstellt.

Kartoffeln gelten in der AlltagskĂŒche als fester Bestandteil vieler Mahlzeiten, standen jedoch wegen ihres StĂ€rkegehalts immer wieder in der Diskussion.

Fachliche Auswertungen verdeutlichen nun, dass die Knolle bei schonender Zubereitung wie dem DĂ€mpfen oder Kochen eine nĂ€hrstoffreiche Alternative zu anderen stĂ€rkehaltigen Beilagen darstellt. Ausschlaggebend fĂŒr die gesundheitliche Wirkung sind vor allem die Zubereitungsform und der Umgang mit der enthaltenen StĂ€rke.

Zubereitungsart beeinflusst das Diabetesrisiko

Den Einfluss der Zubereitung belegt eine umfangreiche Studienauswertung, die Daten von ĂŒber 205.000 Teilnehmenden aus den Jahren 1984 bis 2021 analysierte.

Demnach war ein generell höherer Kartoffelkonsum zwar mit einem leicht erhöhten Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes verbunden, die Differenzierung nach Zubereitungsarten zeigte jedoch deutliche Unterschiede: Wer wöchentlich drei Portionen Pommes frites verzehrte, wies ein um fast 20 Prozent höheres Diabetesrisiko auf.

FĂŒr gebackene, gekochte oder gestampfte Kartoffeln ließ sich hingegen kein signifikanter Anstieg nachweisen. Vollkornprodukte schnitten im Vergleich noch gĂŒnstiger ab und waren mit einem geringeren Risiko verbunden als Kartoffeln.

ErnĂ€hrungsexperten betonen daher, dass Kartoffeln gekocht, gedĂ€mpft oder im Ofen gebacken statt frittiert werden sollten. Zudem dĂ€mpft die Kombination mit GemĂŒse und Eiweiß den Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Die Deutsche Diabetes-Hilfe empfiehlt in diesem Zusammenhang die sogenannte Teller-Methode, bei der die Mahlzeit zur HĂ€lfte aus GemĂŒse, zu einem Viertel aus Proteinquellen und lediglich zu einem Viertel aus SĂ€ttigungsbeilagen besteht. Bei speziellen ErnĂ€hrungsformen wie dem Basenfasten sind Kartoffeln ebenfalls geschĂ€tzt, da sie basenbildend und reich an Kalium sind.

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Resistente StÀrke und ihre Wirkung auf die Verdauung

Ein weiterer Aspekt ist die Entstehung resistenter StĂ€rke. Werden stĂ€rkehaltige Lebensmittel nach dem Erhitzen abgekĂŒhlt und fĂŒr mindestens 12 bis 24 Stunden ruhen gelassen, wandeln sich nach etwa zwölf Stunden rund zehn Prozent der StĂ€rke um. Durch diesen Prozess enthalten 100 Gramm abgekĂŒhlte Kartoffeln 3,5 Kilokalorien weniger als frisch zubereitete Exemplare.

Einen messbaren Gewichtsverlust bewirke dieser Effekt nach derzeitigem Wissensstand allerdings nicht, erlĂ€uterte die Gastroenterologin Birgit Terjung von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Auch die Verbraucherzentrale Bayern verweist darauf, dass lediglich ein kleiner Teil der StĂ€rke umgebaut wird.

Der eigentliche Nutzen liegt in den physiologischen Eigenschaften der Faserstoffe: Resistente StÀrke gelangt unverdaut in den Dickdarm, wo sie zu kurzkettigen FettsÀuren wie ButtersÀure abgebaut wird. Dies stÀrkt das Darm-Immunsystem und wirkt nach Angaben der Techniker Krankenkasse regulierend auf den Blutzuckerspiegel.

Wer zuvor nur wenige Ballaststoffe konsumiert hat, sollte den Anteil jedoch schrittweise steigern, da es anfangs zu Symptomen wie BlÀhungen, Verstopfung, KrÀmpfen oder Durchfall kommen kann. Als Orientierungswert gilt eine tÀgliche Zufuhr von mindestens 30 Gramm Ballaststoffen.

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Kocheigenschaften und sachgerechte Lagerung

FĂŒr die optimale Zubereitung spielt auch die Wahl der Sorte eine Rolle. Festkochende Varianten wie Sieglinde behalten ihre Struktur und eignen sich fĂŒr Salate oder Bratkartoffeln, wofĂŒr auch das Bundeszentrum fĂŒr ErnĂ€hrung festkochende Sorten empfiehlt.

Vorwiegend festkochende Knollen wie Linda gelten als Allrounder, wĂ€hrend mehligkochende Sorten wie Agria durch ihren höheren StĂ€rkegehalt ideal fĂŒr PĂŒrees, Suppen oder Knödel sind.

Um die QualitĂ€t der Knollen zu erhalten, empfiehlt sich eine Lagerung bei vier bis acht Grad an einem kĂŒhlen, trockenen, dunklen und luftigen Ort in Holzkisten oder JutesĂ€cken. Eine gemeinsam Aufbewahrung mit Zwiebeln sollte vermieden werden, da dies bei beiden GemĂŒsesorten das vorzeitige Keimen beschleunigt.

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