Kasachstan: Selbstfahrende Lkw ab 2028 in Eigenproduktion
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 14:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kasachstan will ab 2028 selbstfahrende SITRAK-Lkw und Li Auto-SUVs im eigenen Land produzieren. Das kündigte Minister Yersayin Nagaspayev am heutigen Dienstag an.
Die Pläne sind Teil einer massiven Expansion der kasachischen Automobilindustrie. Sie folgen auf hochrangige diplomatische Gespräche in China Anfang Juli. Präsident Tokayev besuchte vom 15. bis 17. Juli 2026 Shanghai – mit Folgen: Mehr als 70 Abkommen im Wert von über 15 Milliarden Euro wurden unterzeichnet. Die Deals umfassen künstliche Intelligenz, digitale Infrastruktur und Schwerindustrie.
Elf Werke und Milliardeninvestitionen
Bereits heute sind elf Autofabriken in Kasachstan in Betrieb. Allein 2025 eröffneten die Werke KIA Qazaqstan und Astana Motors Manufacturing Kazakhstan – mit einem gemeinsamen Investitionsvolumen von umgerechnet rund 735 Millionen Euro.
Doch das ist erst der Anfang. Neben den autonomen SITRAK-Zugmaschinen und Li Auto-Modellen sind auch die Produktion von Omoda und Jaecoo geplant. Hyundai Trans Auto will ab dem vierten Quartal 2026 jährlich 500 Volvo-Lkw montieren. Und Barys Truck Manufactory arbeitet mit XCMG an der Fertigung elektrischer Schwerlast-Lkw.
Parallel dazu baut Kasachstan die Zulieferindustrie auf. Reifen, Motorkomponenten, Batterien, Stoßfänger, Kabelbäume und Multimediasysteme sollen künftig im Land gefertigt werden.
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Robotaxis und autonome Systeme
Der Vorstoß in die autonome Mobilität geht über die Fahrzeugproduktion hinaus. Erst gestern gaben Freedom Holding Corp. und der chinesische Konzern Baidu bekannt, einen fahrerlosen Taxidienst auf Basis der Apollo-Go-Plattform zu starten. Ein Memorandum mit Geely und SK sieht zudem den Aufbau eines landesweiten Schnellladenetzes für E-Fahrzeuge vor – inklusive lokaler Produktion der Ladestationen.
Die Regierung setzt bereits auf Automatisierung in der Industrieüberwachung: Ein KI-gestütztes Situationszentrum ist in Betrieb, und landesweit unterstützen 135 Roboter die Produktionsprozesse.
Digitaler Hub und Energieinfrastruktur
Am 20. Juli 2026 eröffneten Kasachstan und China das IBI Digital Economy Hub in Almaty. Die Plattform soll digitalen Handel und industrielle Zusammenarbeit fördern. Geplant ist ein Hightech-Industriepark, dessen Bau fünf bis acht Jahre dauern wird. Die Infrastrukturinvestitionen belaufen sich auf rund zwei Milliarden Euro.
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Für die Energieversorgung der neuen Industrie zeichnen sich ebenfalls Lösungen ab: Der Batterieriese CATL hat seine Bereitschaft zum Bau einer Batteriefabrik in Kasachstan bestätigt. Zudem wurde mit der China Communications Construction Company ein Abkommen über ein Pumpspeicherkraftwerk mit 600 MW Leistung im Kargaly-Tal geschlossen.
Venture-Boom und Technologie-Expertise
Der Automatisierungsschub fällt mit einem rasanten Wachstum des kasachischen Technologiesektors zusammen. Die Venture-Capital-Investitionen erreichten 2025 umgerechnet 209 Millionen Euro – eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr (71 Millionen Euro). Die aggregierte Bewertung lokaler Startups liegt bei 2,16 Milliarden Euro. Higgsfield AI sticht mit einer Bewertung von über 1,3 Milliarden Euro heraus.
Freedom Holding Corp. beschäftigt inzwischen mehr als 2.500 Ingenieure. Diese bilden die technische Basis für die lokalisierte Produktion von Agrar- und Lieferdrohnen – letztere befinden sich seit einem halben Jahr in der Pilotphase.
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