Kassenbon-Reform, Papierquittungen

Kassenbon-Reform: Papierquittungen verschwinden ab Januar 2028

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 20:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab 2028 sollen digitale Quittungen per QR-Code die Papierbelege ersetzen. Die Reform ist Teil eines 26-Punkte-Plans gegen Steuerbetrug.

Bundesregierung plant Abschaffung der Papierkassenbons bis 2028
Ein Kunde scannt einen digitalen Kassenbon per QR-Code an einem modernen Kassensystem im Einzelhandel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bis 2028 soll Schluss sein mit dem lästigen Kassenbon aus Thermopapier. Die Bundesregierung will die Belegausgabepflicht grundlegend reformieren – und setzt auf digitale Quittungen per QR-Code.

Ein im Juli vorgelegter Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums sieht vor, die bisherige Pflicht zur Ausgabe von Papierquittungen ab dem 1. Januar 2028 abzuschaffen. Ziel: weniger Papiermüll und eine effizientere Erfassung von Transaktionsdaten.

Digitale Belege statt Thermopapier

Die neuen Regelungen ersetzen die bisherige Verpflichtung der Händler zur physischen Aushändigung eines Kassenbons. Stattdessen sollen elektronische Belege zum Einsatz kommen – vorzugsweise per QR-Code an die Kunden übermittelt.

Trotz der Digitalisierung bleibt die Wahlfreiheit gewahrt. Wer einen Papierbon möchte, bekommt ihn weiterhin. Die Regelung stellt sicher, dass auch Menschen ohne Smartphone oder entsprechende Apps einen Nachweis über ihre Einkäufe erhalten.

Technische Vorgaben für Unternehmen

Die Reform knüpft die Nutzung digitaler Systeme an konkrete Umsatzgrößen. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 100.000 Euro müssen ab Januar 2028 zwingend elektronische Registrierkassen einsetzen. Diese Systeme erzeugen nicht nur digitale Belege, sondern zeichnen die Geschäftsvorfälle manipulationssicher auf.

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Die Neuregelung ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets. In bargeldintensiven Branchen soll die Registrierkassenpflicht besonders konsequent umgesetzt werden. Zudem ist eine Echtzeit-Meldung von Umsatzsteuerdaten geplant, um Unregelmäßigkeiten schneller zu erkennen.

26-Punkte-Plan gegen Steuerbetrug

Die Digitalisierung des Kassenbons ist eingebettet in einen umfassenden Aktionsplan. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Hubig stellten Mitte Juli 2026 insgesamt 26 Maßnahmen vor. Der Plan reagiert auf Schätzungen, wonach dem Staat durch Steuerhinterziehung jährlich rund 100 Milliarden Euro entgehen. Bereits für 2027 erwartet die Regierung Mehreinnahmen von einer Milliarde Euro.

Neben der technischen Umstellung sieht das Konzept eine deutliche Verschärfung der Strafen und Kontrollen vor:

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Mit dem 26-Punkte-Plan gegen Steuerbetrug drohen ab 2028 bis zu 15 Jahre Haft bei schwerer Hinterziehung. Unternehmen mit über 100.000 Euro Umsatz müssen elektronische Registrierkassen einsetzen – wir zeigen Ihnen in 5 Schritten, wie Sie rechtzeitig umstellen. 5-Stufen-Plan zur Kassenpflicht jetzt sichern

  • Strafmaß: Bei schwerer Steuerhinterziehung droht künftig bis zu 15 Jahre Haft. Bandenmäßige Steuerhinterziehung wird als Verbrechen eingestuft.
  • Selbstanzeige: Die Möglichkeit, durch Selbstanzeige Straffreiheit zu erlangen, soll abgeschafft werden.
  • Beschlagnahmungen: Behörden sollen Luxusgüter oder Fahrzeuge für 180 Tage ohne Urteil beschlagnahmen können.
  • Personal und Technik: Beim Zoll entstehen 1.500 neue Stellen. Ein gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität soll mit KI-gestützten Datenanalysen Betrugsmuster aufdecken.

Das Vorhaben sieht zudem eine verstärkte Überwachung von Krypto-Transaktionen vor. In einzelnen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern sind bereits für 2026 deutlich mehr unangekündigte Kassen-Nachschauen geplant.

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