Kaufland, Pilotprojekt

Kaufland startet Pilotprojekt: Neue Technologien am Einkaufswagen

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 04:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Kaufland und Lidl-Mutter investiert elf Milliarden in Cloud-Infrastruktur und setzt KI gegen Betrug an der Waage ein.

Schwarz-Gruppe: Milliarden für Cloud und KI im Einzelhandel
Ein moderner Einkaufswagen mit einem leuchtenden digitalen Display am Griff in einem Supermarktgang, der technologische Innovationen im Einzelhandel symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Technologien am Einkaufswagen, KI-gestützte Kamerasysteme und eine Milliarden-Investition in die Cloud-Infrastruktur sollen das Einkaufserlebnis verbessern – und gleichzeitig Betrug erschweren.

Pilotprojekt bei Kaufland: Was steckt am Einkaufswagen?

Am Samstag startete Kaufland einen Testlauf mit neuen Technologien direkt am Einkaufswagen. Konkrete Details zu den Funktionen hält das Unternehmen noch unter Verschluss. Klar ist: Die Neuerung reiht sich in eine Serie von Modernisierungsmaßnahmen ein, die den Einkauf komfortabler und effizienter machen sollen.

Die Schwestergesellschaft Lidl zeigt derweil, dass selbst einfache mechanische Anpassungen ihre Tücken haben. Klappbare Metallbügel für schwere Getränkekisten verbessern zwar die Ergonomie – doch Kunden berichten von Verletzungen, wenn die Vorrichtungen nicht richtig zurückgeklappt werden.

Kameras gegen Betrug an der Waage

Ein besonderes Ärgernis für Händler: Kunden wiegen hochpreisige Ware wie Erdbeeren fälschlicherweise als günstige Kartoffeln. Die Schwarz-Gruppe reagiert mit einer Kombination aus Kameras und KI. Die Systeme identifizieren die Produkte auf der Waage optisch und gleichen sie mit der getroffenen Auswahl ab.

Wer absichtlich falsche Angaben macht, begeht übrigens Betrug gemäß § 263 StGB. Die Strafen reichen von Geldbußen bis zu fünf Jahren Haft.

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Schwarz Digits: 11 Milliarden für die Cloud

Die technologische Basis für all diese Neuerungen liefert Schwarz Digits, die Digitalsparte des Konzerns. Seit Freitag führt Christian Müller das Unternehmen als alleiniger CEO – sein bisheriger Co-CEO Rolf Schumann hat den Konzern verlassen.

Müllers Mission: Schwarz Digits als europäische Cloud-Alternative zu US-Giganten wie AWS oder Azure zu etablieren. Rund 11 Milliarden Euro fließen dafür in ein Rechenzentrum in Lübbenau, das 2027 in Betrieb gehen soll. Die Infrastruktur ist das Rückgrat für datenintensive Anwendungen – von der Lagerlogistik bis zur KI-gestützten Überwachung im Verkaufsraum.

Parken per Kamera: Schluss mit Parkscheibe

Auch auf dem Parkplatz digitalisiert Kaufland. In vielen Filialen ersetzt die kamerabasierte Kennzeichenerfassung die lästige Parkscheibe. Kunden parken in der Regel 90 bis 120 Minuten kostenlos. Bei Zeitüberschreitung wird digital abgerechnet – über Zahlautomaten, QR-Codes oder Apps wie EasyPark und PayByPhone.

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Zurück zur bedienten Kasse: Wenn Kunden Service fordern

Doch der Trend zur Vollautomatisierung stößt an Grenzen. Ein Edeka-Markt in Freiburg ersetzte im März alle klassischen Kassen durch SB-Terminals – und ruderte Mitte Juni teilweise zurück. Nach massiven Kundenbeschwerden über fehlenden Service installierte der Markt wieder eine bediente Kasse. Die Botschaft ist klar: Technologie ist gut – aber Service bleibt unverzichtbar.

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