zum 8. Mai, Großbritannien

Britisches Urgestein: David Attenborough ist 100

08.05.2026 - 06:30:04 | dpa.de

Kaum eine Stimme hat so einen hohen Wiedererkennungswert wie die des Naturforschers Attenborough. Selbst im beinahe biblischen Alter hört er nicht auf, den Briten die Wunder der Natur nÀherzubringen.

  • Attenboroughs Dokus setzten neue Standards fĂŒr Naturfilme. (Archivbild) - Foto: Peter Byrne/PA Wire/dpa
    Attenboroughs Dokus setzten neue Standards fĂŒr Naturfilme. (Archivbild) - Foto: Peter Byrne/PA Wire/dpa
  • Prinz William baute im Laufe der Zeit eine enge Beziehung zu Attenborough auf. (Archivbild) - Foto: Peter Byrne/PA Wire/dpa
    Prinz William baute im Laufe der Zeit eine enge Beziehung zu Attenborough auf. (Archivbild) - Foto: Peter Byrne/PA Wire/dpa
  • Der britische Naturforscher und Dokumentarfilmer David Attenborough feiert seinen 100. Geburtstag. (Archivbild) - Foto: Aaron Chown/PA Wire/dpa
    Der britische Naturforscher und Dokumentarfilmer David Attenborough feiert seinen 100. Geburtstag. (Archivbild) - Foto: Aaron Chown/PA Wire/dpa
Attenboroughs Dokus setzten neue Standards fĂŒr Naturfilme. (Archivbild) - Foto: Peter Byrne/PA Wire/dpa Prinz William baute im Laufe der Zeit eine enge Beziehung zu Attenborough auf. (Archivbild) - Foto: Peter Byrne/PA Wire/dpa Der britische Naturforscher und Dokumentarfilmer David Attenborough feiert seinen 100. Geburtstag. (Archivbild) - Foto: Aaron Chown/PA Wire/dpa

Alles begann mit einem Fossil: Als David Attenborough im Kindesalter die versteinerten Überreste eines urzeitlichen Meeresbewohners fand, weckte das eine lebenslange Faszination fĂŒr die Natur. 

Attenborough selbst ist lĂ€ngst ein Urgestein im britischen Fernsehen. Heute feiert der EnglĂ€nder seinen 100. Geburtstag und blickt auf eine einzigartige Karriere als Naturforscher und Dokumentarfilmer zurĂŒck.

Jedes Kind erkennt seine Stimme

Wie kein anderer beherrscht der in Leicester aufgewachsene Sohn eines UniversitÀtsrektors die Kunst, spektakulÀre Aufnahmen von Tieren in freier Wildbahn einem staunenden Millionenpublikum an den TV-Bildschirmen zu prÀsentieren. 

Seine ruhige ErzĂ€hlstimme hat in Großbritannien hohen Wiedererkennungswert. Sie findet etwa regelmĂ€ĂŸig in Memes und Comedy-Sketchen Eingang. Zum Beispiel, wenn man das Verhalten eines Politikers ins LĂ€cherliche ziehen will. 

Dann werden Aufnahmen desselben mit einer ErzÀhlstimme im Attenborough-Stil unterlegt. Etwa so: «Hier sieht man ein seltenes Exemplar der Gattung soundso» oder «Erstmals konnte das Balzverhalten des soundso beobachtet werden». Ein Witz, den jedes Kind sofort versteht.

Queen Elizabeth schlug ihn gleich zweimal zum Ritter

Attenborough wuchs mit zwei BrĂŒdern und zwei aus Nazi-Deutschland geflohenen jĂŒdischen MĂ€dchen auf, die seine Eltern als Pflegekinder aufgenommen hatten. 

Sein bereits 2014 gestorbener Àlterer Bruder Richard machte Karriere als Schauspieler und Regisseur und wurde unter anderem mit seiner Rolle in «Jurassic Park» bekannt. Da spielte er den Direktor des Dinosaurierparks, John Hammond.

Mit den britischen Royals verband David Attenborough nicht nur, dass er im selben Jahr geboren wurde wie die 2022 verstorbene Queen Elizabeth II., sondern auch eine tiefe Hingabe fĂŒr den Naturschutz. 

Vor allem Thronfolger Prinz William (43) baute eine enge Beziehung zu dem Naturforscher auf und konnte ihn fĂŒr sein Earthshot-Projekt gewinnen - eine globale Auszeichnung fĂŒr innovative Lösungen im Klima- und Umweltschutz. Attenborough selbst konnte sich im Laufe seiner Karriere vor Auszeichnungen kaum retten: Queen Elizabeth schlug ihn gleich zweimal zum Ritter. Dutzende Pflanzen und Tiere sind nach ihm benannt.

Zu den zahllosen kuriosen Anekdoten aus seinem Leben gehört, dass in seinem Garten in London der SchĂ€del einer 1879 ermordeten Frau gefunden wurde. Der als «Barnes Mystery» bekannte Fall war einer der aufsehenerregendsten Morde im viktorianischen London. Die damals etwa 50-jĂ€hrige Julia Martha Thomas war von ihrer Hausangestellten Kate Webster ermordet worden. Die soll den Körper ihres Opfers gekocht und die Überreste in der Themse entsorgt haben. Einzig der SchĂ€del wurde nie gefunden - bis Attenborough im Jahr 2010 Bauarbeiten in seinem Garten in Auftrag gab.

Seine Naturdokus setzten völlig neue Standards

Seine Fernsehkarriere begann Attenborough bereits in den frĂŒhen 50er-Jahren. Doch der Durchbruch als Naturfilmer kam erst Ende der 70er mit der Ă€ußerst erfolgreichen Serie «Life on Earth», die fĂŒr das Genre völlig neue Standards setzte - sowohl was die QualitĂ€t der Recherche als auch die der Aufnahmen betraf.

«Wir sind von der Natur abhĂ€ngig fĂŒr jeden Bissen Nahrung, den wir zu uns nehmen, und fĂŒr jeden Atemzug» - beschrieb Attenborough einmal das VerhĂ€ltnis des Menschen zur Umwelt. Und das versuchte er seinen Zuschauern mit jedem Film nahezubringen. 

DafĂŒr entwickelten er und die Naturkunde-Redaktion der BBC, mit der er hĂ€ufig zusammenarbeitete, modernste Kameratechniken weiter, drehten dreidimensional und mit Drohnen. Die Sendereihe «Planet Earth II», eine Koproduktion zwischen BBC und ZDF, wurde ultra-hochauflösend mit sogenannten 4K- und Hochgeschwindigkeitskameras gedreht, wie sie sonst nur fĂŒr internationale Kinofilme ĂŒblich waren.

BBC feiert Urgestein mit Sendungen

Doch ganz makellos blieb seine Bilanz nicht: Die britische Boulevardzeitung Mirror deckte 2011 auf, dass die bewegende Szene zwischen einer EisbĂ€rin und ihren neugeborenen Jungen in der Serie «Eisige Welten» ĂŒber die Polarregionen in einem Zoo inszeniert worden war. 

Der Filmemacher verteidigte die Entscheidung, die Zuschauer darĂŒber im Unklaren zu lassen: «Es zerstört die Freude der Zuschauer und die AtmosphĂ€re, die Sie herzustellen versuchen.» Seiner PopularitĂ€t schadete das nicht und die BBC informierte von da an mit einem Blick hinter die Kulissen, wie Naturfilme gedreht werden.

Doch inzwischen ist auch das lÀngst wieder vergessen. Die BBC feiert ihr Urgestein Attenborough mit einer ganzen Reihe von neuen und alten Sendungen. Unter anderem erkundet er in der Reihe «Secret Garden» die Tierwelt, die sich in britischen GÀrten tummelt. Mit der Sendung «David Attenborough's 100 Years on Planet Earth», die in der Royal Albert Hall in London aufgezeichnet wurde, kann die Nation ihren liebsten Naturforscher so feiern, wie sie ihn am besten kennt: Bequem vom Sofa aus auf dem TV-Bildschirm.

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