Kegelschnecken-Gift, Wirkstoff

Kegelschnecken-Gift: Neuer Wirkstoff lindert Schmerzen ohne Opioide

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen Potenzial von Curcumin und Schneckengift, warnen aber vor Risiken durch unkontrollierte Supplementierung.

Medizinische Forschung: Neue Erkenntnisse zu Hausmitteln und Wirkstoffen
Frische Kurkuma-Wurzeln und schwarze Pfefferkörner auf einem Holztisch als Symbol für natürliche Heilmittel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die medizinische Forschung entdeckt traditionelle Hausmittel neu und erschließt gleichzeitig völlig neue Wirkstoffquellen. Aktuelle Studien zeigen vielversprechende Ansätze – aber auch Risiken.

Curcumin mit Pfeffer: Mehr Wirkung, aber Vorsicht

Kurkuma gilt seit Jahrhunderten als Heilpflanze. Jetzt belegt eine Studie in Planta Medica: Die entzündungshemmende Wirkung von Curcumin lässt sich durch Piperin aus schwarzem Pfeffer deutlich steigern. Der Wirkstoffspiegel im Blut steigt signifikant.

Doch Fachleute warnen: Eine unkontrollierte Hochdosis-Supplementierung kann Leberschäden verursachen. Zudem ersetzen solche Hausmittel keine ärztliche Behandlung bei Erkrankungen wie Arthritis – sie können sie lediglich ergänzen.

Gift aus dem Meer: Neue Hoffnung bei Schmerzen

Ein Forschungsteam der MedUni Wien unter Harald Sitte hat ein Peptid aus dem Gift der Kegelschnecke Conus araneosus untersucht. Das Molekül namens AoIA hemmt gezielt den Noradrenalin-Transporter und lindert entzündungsbedingte Schmerzen.

Die im Juli in Nature Structural and Molecular Biology veröffentlichte Studie zeigt einen entscheidenden Vorteil: Anders als herkömmliche Opioide beeinträchtigt der Wirkstoff weder die Bewegungskoordination noch wirkt er sedierend. Das könnte die Grundlage für eine neue Klasse nicht-opioider Schmerzmittel sein. Klinische Studien stehen aber noch aus.

Digitales Tool hilft bei Rheuma-Verdacht

Das Online-Tool „Rheumatic?“ soll Patienten helfen, Symptome vor einem Arztbesuch strukturiert zu erfassen. Entwickelt wurde es unter Leitung von Harriet Morf am Uniklinikum Erlangen im Rahmen des EU-Projekts SPIDeRR.

Spielerische Therapie bei kindlicher Inkontinenz

Tabuthema Inkontinenz bei Kindern: Das Klinikum Dortmund setzt auf ungewöhnliche Methoden. Tieryoga und spezielles Atemtraining sollen Kindern mit Harn- oder Stuhlinkontinenz helfen.

Die Zahlen zeigen die Relevanz: Mit sieben Jahren sind etwa zehn Prozent der Kinder nachts und drei bis fünf Prozent tagsüber betroffen. Eine Physiotherapeutin berichtet von deutlichen Erfolgen, etwa bei der sogenannten Giggle-Inkontinenz.

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Schlafenszeit: Weniger Regeln, mehr Bewegung

Dürfen Kinder selbst entscheiden, wann sie ins Bett gehen? Der Schlafmediziner Alfred Wiater hält das unter bestimmten Bedingungen für sinnvoll: ausreichend Bewegung am Tag, keine Bildschirme vor dem Schlafengehen und gedimmtes Licht. Dann könne diese Methode funktionieren.

Neue Supplemente: Pilze und Postbiotika

Das Pharmaunternehmen Zentiva bringt mit ImunoXpert eine Serie auf Basis von Beta-Glucanen aus dem Austernpilz auf den Markt. Die Produkte sind für Kinder ab drei Jahren und Erwachsene konzipiert und mit Vitaminen angereichert.

Ein neuer postbiotischer Trinkjoghurt namens Bioyo enthält laut Hersteller 100 Milliarden Zellen von Lactococcus lactis Plasma. Eine vietnamesische Studie mit über 800 Grundschülern deutet darauf hin, dass regelmäßiger Konsum Fiebertage und krankheitsbedingte Fehltage reduzieren könnte.

Foodwatch kritisiert Konzentrate

Kritik gibt es an der Vermarktung von Nahrungsergänzungskonzentraten. Foodwatch bezeichnete LaVita im Juli 2026 als Täuschung. Ernährungswissenschaftler betonen: Solche Konzentrate ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Die gesundheitsbezogenen Angaben basierten oft nur auf zugesetzten Einzelvitaminen.

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Demenzrisiko: Fast die Hälfte ist beeinflussbar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab im Juli 2026 bekannt: Rund 45 Prozent des Demenzrisikos lassen sich durch beeinflussbare Faktoren wie Ernährung, Bewegung und kognitive Stimulation reduzieren.

Zecken und Mücken: Schutz wird wichtiger

In Niedersachsen breiten sich Zecken weiter aus. Das Emsland wurde 2019 zum FSME-Risikogebiet erklärt, der Landkreis Celle 2025. Bis Mitte Juli 2026 wurden in Niedersachsen bereits fünf FSME-Fälle registriert.

Experten raten zur schnellen Entfernung der Parasiten – bis zu 35 Prozent der Zecken können mit Borrelien infiziert sein. Gegen Mücken helfen mechanische Barrieren und chemische Repellents mit DEET oder Icaridin besser als ätherische Öle, deren Schutzwirkung nur kurz anhält.

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