Ketogene Diät: 50% Prädiabetes-Remission in neuer Studie
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der medizinischen Forschung zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen liefern aktuelle Untersuchungen neue Anhaltspunkte für die Wirksamkeit verschiedener Ernährungsformen.
Eine klinische Studie, die am 28. August 2026 in der Fachzeitschrift „Cell Metabolism“ veröffentlicht wurde, analysierte die Auswirkungen einer ketogenen Diät im direkten Vergleich zu mediterranen und pflanzenbasierten Ansätzen. Im Fokus standen dabei insbesondere Patienten mit Adipositas, Prädiabetes und einer Fettlebererkrankung.
Differenzierte Ergebnisse bei Leberfett und Blutzucker
Die von Max Petersen an der Washington University geleitete randomisierte kontrollierte Studie umfasste 42 Teilnehmer. Über einen Zeitraum von sechs Monaten erzielten alle drei untersuchten Diätformen einen Gewichtsverlust von rund 10 %. Trotz dieses einheitlichen Erfolgs bei der Gewichtsreduktion zeigten sich signifikante Unterschiede in den biochemischen Markern.
Die ketogene Diät, die in der Untersuchung auf einen Anteil von 4 % Kohlenhydraten und 73 % Fett eingestellt war, führte zu einer Reduktion des Leberfetts um 67 %. Im Gegensatz dazu verzeichneten Teilnehmer, die sich mediterran oder rein pflanzenbasiert ernährten, einen Rückgang des Leberfetts um jeweils 45 %.
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Zudem beobachteten die Forscher bei der ketogenen Gruppe eine verbesserte Insulinsensitivität der Leber sowie einen stärkeren Rückgang des Blutzuckerspiegels. Der 24-Stunden-Blutzucker sank hier um 20 %, während der Insulinwert um 74 % zurückging. Bei der mediterranen und der pflanzenbasierten Diät lag der Rückgang des Blutzuckers jeweils bei 8 %, während die Insulinwerte um 44 % bzw. 27 % sanken.
Prädiabetes-Remission im direkten Vergleich
Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung war die Reversion von Prädiabetes. Den Ergebnissen vom 28. August 2026 zufolge erreichten 50 % der Teilnehmer in der Keto-Gruppe eine Remission. In der Gruppe mit mediterraner Ernährung lag dieser Wert bei 29 %, während die pflanzenbasierte Diät bei 7 % der Probanden zu einer Umkehr des Prädiabetes führte.
Überraschenderweise stellten die Forscher fest, dass trotz des hohen Fettanteils der ketogenen Diät kein Anstieg des LDL-Cholesterins oder der allgemeinen Blutfettwerte in dieser spezifischen Studiengruppe auftrat.
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Expertenbewertung zu Risiken und Durchhaltbarkeit
Trotz der positiven Stoffwechseldaten geben Fachleute zu bedenken, dass eine ketogene Ernährung langfristig schwer einzuhalten sei. Ein Teil des anfänglichen Gewichtsverlusts bei dieser Diätform sei zudem auf den Verlust von Körperwasser zurückzuführen.
Ergänzend zu den Resultaten der Washington University weist eine weitere Analyse der Stanford-Universität, die ebenfalls Ende August 2026 thematisiert wurde, auf potenzielle Risiken hin.
In dieser Untersuchung von 431 Teilnehmern warnten Experten davor, dass kohlenhydratarme Diäten bei genetisch vorbelasteten Personen das LDL-Cholesterin signifikant erhöhen können. Besonders eine hohe Aufnahme gesättigter Fettsäuren, etwa durch roten Fleischkonsum oder Käse, verstärke diesen Effekt.
Fachleute empfehlen daher, im Rahmen einer Ernährungsumstellung ungesättigte Fette zu bevorzugen, um mögliche kardiovaskuläre Risiken zu minimieren. Die Wahl der individuell am besten geeigneten Diät bleibt somit abhängig von der genetischen Disposition und der persönlichen Fähigkeit zur langfristigen Umsetzung.
