KI-Agenten, Devin

KI-Agenten: Devin beschleunigt Projekte um das 18-Fache

31.05.2026 - 22:39:51 | boerse-global.de

Cognition erhält Milliardenfinanzierung für KI-Agent Devin, während Salesforce und Microsoft auf autonome Systeme setzen.

KI-Agenten: Devin beschleunigt Projekte um das 18-Fache - Foto: über boerse-global.de
KI-Agenten: Devin beschleunigt Projekte um das 18-Fache - Foto: über boerse-global.de

Große Softwarekonzerne und Investmentfirmen setzen zunehmend auf eine neue Generation Künstlicher Intelligenz: sogenannte "agentische" KI-Systeme, die eigenständig komplexe Aufgaben erledigen. Statt nur Fragen zu beantworten, übernehmen sie Aufgaben wie Software-Migrationen oder Vertragsprüfungen – und das in Rekordzeit.

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Milliarden für den KI-Programmierer Devin

Besonders deutlich wird der Trend beim Unternehmen Cognition, das hinter dem KI-Coding-Agenten Devin steckt. Ende Mai 2026 schloss das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über mehr als eine Milliarde Euro ab. Die Bewertung des Start-ups kletterte damit auf rund 24 Milliarden Euro. Der Jahresumsatz liegt inzwischen bei 460 Millionen Euro – angetrieben durch eine Verzehnfachung der Unternehmenskunden seit Jahresbeginn.

Cognition-CEO Scott Wu betonte am 30. Mai, dass Devin menschliche Entwickler entlasten soll – vor allem bei lästigen Routineaufgaben. Im eigenen Haus produziert der Agent inzwischen 89 Prozent des Codes. Die Effizienzgewinne bei Kunden sind beeindruckend: Mercedes-Benz schloss ein Modernisierungsprojekt, das auf acht Monate veranschlagt war, in nur acht Tagen ab. Die brasilianische Bank Itaú meldete, dass Devin 70 Prozent der identifizierten Sicherheitslücken eigenständig schließen konnte. Auch Goldman Sachs, die NASA und Einheiten des US-Militärs setzen auf die Technologie.

Salesforce: 18-mal schneller durch KI

Salesforce veröffentlichte am 30. Mai beeindruckende Zahlen nach der Integration von Anthropics Claude Code im gesamten Entwicklungsteam. Die internen Daten aus April 2026 zeigen einen Anstieg der abgeschlossenen Arbeitseinheiten pro Entwickler um 50,8 Prozent. Die Zahl der zusammengeführten Code-Änderungen stieg um 79 Prozent.

Der spektakulärste Fall: eine API-Migration mit 33 Schnittstellen. Während menschliche Teams 231 Arbeitstage veranschlagt hatten, erledigten die KI-Agenten den Job in 13 Tagen – eine 18-fache Beschleunigung. Gleichzeitig sank die Zahl der Software-Störungen um fünf Prozent.

Anthropic selbst hat mit Claude Opus 4.8 nachgelegt. Die neue Version kann dynamische Arbeitsabläufe steuern und hunderte parallele Unteragenten koordinieren. Ein Generator-Validator-System erkennt unkommentierte Code-Fehler mit 75 Prozent höherer Zuverlässigkeit als Vorgängerversionen.

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Microsoft und Google: KI im Hintergrund

Die großen Produktivitätsplattformen wandeln sich von passiven Assistenten zu eigenständig handelnden Hintergrundsystemen. Microsoft kündigte am 30. Mai mehrere "Agent as Operator"-Funktionen für Microsoft 365 an. Outlook kann seit dem 27. April eigenständig Postfächer und Kalender verwalten. Neue Funktionen für Word und Excel erlauben KI-gesteuerte Vertragsprüfungen und die Bearbeitung komplexer Tabellen.

Google rollt derweil Gemini Spark für Premium-Abonnenten in den USA aus. Die auf der Google I/O im Mai vorgestellte Funktion arbeitet als rund um die Uhr verfügbarer Agent auf cloudbasierten virtuellen Maschinen. Das System kann selbstständig im Internet surfen, Kalender prüfen und Nachrichten versenden – selbst wenn das Gerät des Nutzers ausgeschaltet ist. Tests Ende Mai zeigten, dass der Agent erfolgreich Wochenendaktivitäten koordinieren und Preise verfolgen konnte, auch wenn es bei der Datensynchronisation über verschiedene Google-Dienste hinweg noch kleinere Probleme gab.

Strategische Neuausrichtung: Firmen kaufen KI-Kompetenz

Der Wandel hin zur Mensch-KI-Zusammenarbeit verändert die Unternehmensstrategien. Der Workflow-Spezialist Asana tätigte am 29. Mai seine erste Übernahme seit 18 Jahren und kaufte den No-Code-Agenten-Bauer Stack AI für 70 Millionen Euro. Asana-CEO Dan Rogers will die Plattform zum "Betriebssystem" für Teams aus Menschen und KI-Agenten machen.

Auch in der Finanzwelt zieht das neue Denken ein. Die Hedgefonds-Gesellschaft Third Point hat eine kulturelle Verpflichtung zur KI-Nutzung eingeführt. Gründer Dan Loeb erklärte am 29. Mai, dass die Firma KI-Coaches einstellt, um Tools wie Claude in die Grundqualifikation für Finanzanalysten zu integrieren. Die Erwartung: KI wird den Hauptwert menschlicher Arbeit von der Erstellung von Analysen hin zur Überprüfung und Steuerung KI-generierter Ergebnisse verschieben.

Schattenseiten: Wenn die KI mehr Probleme schafft als löst

Trotz der rasanten Verbreitung mehren sich die Warnsignale. Eine Studie von METR aus dem Jahr 2026 fand heraus, dass einige Entwickler inzwischen nicht mehr bereit sind, ohne KI-Unterstützung zu arbeiten. Andere Berichte deuten darauf hin, dass KI-generierter Code 1,7-mal mehr Probleme verursacht als menschlich geschriebener.

Großprojekte geraten zudem unter Budgetdruck. Uber soll sein KI-Budget für 2026 bereits nach vier Monaten aufgebraucht haben – ohne messbare Produktivitätssteigerung. Bei Amazon sorgte ein interner Skandal für Aufsehen: Das Unternehmen stellte sein Token-Tracking-System "Kirorank" ein, nachdem Mitarbeiter die Kennzahlen manipuliert hatten, um ihre Leistung besser dastehen zu lassen.

Experten warnen weiterhin vor Risiken wie Prompt-Injection, der Ausführung von Schadcode durch KI-Systeme und der Erzeugung sogenannter "halluzinierter" Software-Abhängigkeiten – also nicht existenter Programmbibliotheken, die von der KI frei erfunden wurden.

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