KI-Agenten, Nvidia

KI-Agenten: Nvidia, OpenAI und Experian starten Offensive

02.06.2026 - 19:42:50 | boerse-global.de

Nvidia, OpenAI und Workday stellen neue Plattformen für autonome KI-Agenten vor. Erste Unternehmen melden deutliche Produktivitätssteigerungen.

KI-Agenten: Nvidia, OpenAI und Experian starten Offensive - Bild: über boerse-global.de
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Nvidia, OpenAI und zahlreiche Spezialanbieter stellten Systeme vor, die komplexe Aufgaben mit unterschiedlichem menschlichem Eingreifen bewältigen können. Der Trend zu sogenannten „agentischen" Systemen gewinnt damit rasant an Fahrt.

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Nvidia und H Company: Leistung für Unternehmen und den Desktop

Nvidia erweiterte am Dienstag sein Ökosystem für Unternehmens-KI. Mit den NemoClow-Blaupausen und der OpenShell-Laufzeitumgebung sollen Unternehmen autonome KI-Mitarbeiter für langlaufende Aufgaben entwickeln können. Große Softwarehäuser wie Siemens, Dassault Systèmes und Cadence haben die Technologie bereits integriert, um autonome KI-Ingenieure zu schaffen.

Parallel dazu stellte der Chipkonzern das Modell Nemotron 3 Ultra vor. Mit 550 Milliarden Parametern biete es eine fünfmal schnellere Inferenz bei 30 Prozent niedrigeren Kosten als Vorgängerversionen, so Nvidia. Bereits am Montag hatte das Unternehmen den DGX Station für Windows vorgestellt – ein Desktop-Supercomputer mit dem GB300 Grace Blackwell Ultra-Chip. Die 20 Petaflops Leistung reichen für Modelle mit bis zu einer Billion Parametern.

Einen Schritt in Richtung lokaler Ausführung geht die Firma H Company. Ihre am Dienstag veröffentlichte Holo3.1-Modellfamilie umfasst „Computer-Use"-Agenten in Größen von 0,8 bis 35 Milliarden Parametern. Im AndroidWorld-Test verbesserte das 35B-A3B-Modell seine Erfolgsquote von 67 auf 79,3 Prozent. Die Modelle laufen lokal auf Windows oder Mac – und das durch quantization mit deutlichen Geschwindigkeitsvorteilen.

OpenAI und Workday: Produktivität unter Kontrolle

OpenAI hat am Dienstag neue Codex-Funktionen für Büroarbeiter vorgestellt. Die Plattform zählt inzwischen über fünf Millionen wöchentlich aktive Nutzer – ein Sechsfaches seit Februar. Spezielle Plug-ins für Investmentbanking, Aktienhandel, Vertrieb und Produktdesign sollen die Arbeit in diesen Bereichen revolutionieren. Erst in den letzten Wochen hatte OpenAI mit der OpenAI Deployment Company ein vier Milliarden Dollar schweres Gemeinschaftsunternehmen gegründet.

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Workday präsentierte auf seiner DevCon-Konferenz am Dienstag Entwicklerwerkzeuge für KI-Agenten. Das neue Agent Passport-Tool erlaubt Tests gegen Sicherheitsstandards wie den NIST AI RMF und MITRE ATLAS. Cisco ist der erste Partner für diesen Verifikationsdienst. Zudem kündigte Workday eine bidirektionale Daten integration mit AWS an – für sicheren Zugriff auf Personal- und Finanzdaten durch Agenten auf Amazon Bedrock.

Auch OutSystems zog am Dienstag nach. Auf der ONE-Konferenz enthüllte das Unternehmen seine Agentic Systems Platform mit einem „Enterprise Context Graph" und AWS-Integration zur Modernisierung von Altsystemen.

Industrie und Finanzsektor: Erste Erfolge mit KI-Agenten

Erste Anwender berichten von konkreten Ergebnissen. Siemens stellte am Montag seine Orchestrierungssoftware Intelligence Center X vor. Der Glashersteller Vivix Vidros Planos konnte damit die Zeit zur Behebung von Produktionsproblemen um 85 Prozent senken und 6.000 Arbeitsstunden einsparen. Ein anderer Partner, Axiz, meldet eine Reduzierung des manuellen Aufwands um 95 Prozent.

Im Finanzsektor launchte Experian auf der Money20/20 Europe am Dienstag sein Agent Operating System. Das System skaliert KI-Agenten über den gesamten Kreditvergabeprozess. ServiceNow fungiert als erster Integrationspartner. Experian wies darauf hin, dass 55 Prozent der Verbraucher einem KI-Agenten autonome Käufe zutrauen würden – während fast die Hälfte der Unternehmen noch Schwierigkeiten hat, Daten in KI-Workflows zu integrieren.

Die Beschaffungsplattform Zip (aktuell 2,2 Milliarden Dollar wert) brachte am Dienstag fünf spezialisierte „Superagenten" für Rechts-, Einkaufs- und Buchhaltungsaufgaben auf den Markt. Diese arbeiten auf einer gemeinsamen Ausführungsengine mit denselben Rollen und Berechtigungen wie menschliche Mitarbeiter. Das Unternehmen setzt auf das „Human-in-the-Loop"-Prinzip: Ein menschlicher Prüfer fing kürzlich die Fehlklassifizierung eines 150.000-Dollar-Vertrags durch einen Agenten ab – ein Beleg dafür, dass die Kontrolle durch den Menschen weiterhin unverzichtbar bleibt.

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