KI-Agenten, SAP

KI-Agenten: SAP startet mit 200 Spezialisten und 100 Mio. Euro

28.05.2026 - 08:06:08 | boerse-global.de

SAP, Microsoft und ServiceNow präsentieren neue autonome KI-Agenten. Die Technologie reduziert manuelle Prozesse in Unternehmen deutlich.

KI-Agenten: SAP startet mit 200 Spezialisten und 100 Mio. Euro - Foto: über boerse-global.de
KI-Agenten: SAP startet mit 200 Spezialisten und 100 Mio. Euro - Foto: über boerse-global.de

Die Technologiebranche erlebt einen historischen Schub: Gleich mehrere Großkonzerne und Startups haben Ende Mai 2026 Plattformen für autonome KI-Agenten vorgestellt. Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt hin zu proaktiver, API-unabhängiger Unternehmensautomation. Im Fokus steht die Reduzierung manueller Eingriffe in komplexe Geschäftsprozesse – vom Einkauf über das IT-Management bis zur lokalen Gerätesteuerung.

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SAP setzt auf 200 neue Agenten

Auf der Sapphire-Konferenz am 26. Mai 2026 kündigte SAP die Einführung von über 200 spezialisierten autonomen Agenten an. Diese werden von rund 50 Joule-Assistenten orchestriert und decken Bereiche wie autonome Beschaffung, Anlagenmanagement und Finanzabschluss ab. Für den Aufbau eines Partner-Ökosystems investiert der Walldorfer Konzern 100 Millionen Euro.

Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Unilever verbesserte mit KI-gestützten Werkzeugen seine Prognosegenauigkeit von 67 auf 92 Prozent. Gleichzeitig konnte der Konsumgüterriese überschüssige Lagerbestände um 300 Millionen Euro reduzieren.

ServiceNow und Microsoft liefern beeindruckende Zahlen

ServiceNow veröffentlichte am selben Tag beeindruckende Kennzahlen: 90 Prozent aller internen IT-Interaktionen laufen bereits über KI. Die Bearbeitungszeit für Bestellanforderungen sank von zwei Wochen auf zwei Tage. Für 2025 beziffert das Unternehmen den durch KI generierten Wert auf rund 500 Millionen Euro.

Microsoft erreichte Anfang Mai 2026 einen weiteren Meilenstein: Die „Computer-Use"-Agenten von Copilot Studio sind jetzt allgemein verfügbar. Sie navigieren direkt durch Software-Oberflächen – ohne API. Dahinter stecken Modelle von OpenAI und Anthropic (Claude Sonnet 4.5). Die Sicherheit gewährleisten Azure Key Vault und Purview-Prüfprotokolle. Der Preis liegt bei etwa 0,04 Euro pro Schritt.

Spezialisierte Plattformen für enge Nischen

Am 26. Mai 2026 startete eine Welle neuer Plattformen für spezifische Verwaltungs- und Betriebsaufgaben. Kore.ai brachte Artemis auf Microsoft Azure an den Start. Die Plattform nutzt eine „Zwei-Gehirn-Architektur" und eine Agent Blueprint Language für strenge Governance in regulierten Branchen wie Gesundheitswesen und Finanzen.

Carly AI präsentierte ebenfalls seinen Workflow Automation Builder. CEO Sarah Warman Hirschfield betont: Das System automatisiert komplexe Abläufe über hunderte bestehende Anwendungen wie Salesforce und HubSpot hinweg.

Floatboat launchte sein „Proactive Agent OS", unterstützt von Sequoia. Das Kernprodukt FloatSchedule analysiert Kalender in Google oder Notion und automatisiert Meeting-Vorbereitung sowie Nachbereitung – ganz ohne manuelle Eingaben.

Mphasis folgte am 27. Mai 2026 mit der Tria-Plattform. CEO Nitin Rakesh beschreibt einen Drei-Schichten-Ansatz: Insight, Foresight und Execute. Ein Wissensgraph und agentische Orchestrierung modernisieren Unternehmensabläufe.

Infrastruktur und lokale Lösungen

Die Expansion der KI-Agenten treibt auch regionale und datenschutzorientierte Innovationen voran. Am 27. Mai 2026 launchten Neysa und Pipeshift eine dedizierte KI-Plattform für den indischen Markt. Die Partner versprechen eine um 50 bis 300 Prozent geringere Latenz im Vergleich zu internationalen Alternativen – bei vollständiger Datenhaltung innerhalb der Landesgrenzen.

Im Hardware-Bereich präsentierte Sentimento Technologies am 26. Mai 2026 MonoClaw. Die lokale KI-Sekretärin für Mac-Nutzer läuft vollständig auf dem Gerät und schützt so die Privatsphäre. Die einmalige Lizenzgebühr beträgt umgerechnet rund 3.200 Euro, optimiert für Apples M4-Chips.

Die Finanzbranche unterstützt diesen Wandel: Polsia, eine KI-Plattform für Code- und Vertriebsautomatisierung, sammelte am 26. Mai 2026 in einer von Sound Ventures und True Ventures geführten Runde 30 Millionen Euro ein. Trotz nur eines Angestellten nähert sich das Unternehmen einem Jahresumsatz von 10 Millionen Euro bei einer Bewertung von 250 Millionen Euro.

No-Code-Integration und Produktivitätstools

Mehrere Anbieter haben bis zum 28. Mai 2026 neue No-Code-Lösungen vorgestellt. Sana Labs präsentierte seine Sana-Plattform mit adaptiven Agenten und Workday-Integrationen. Relay zeigte einen visuellen Workflow-Builder mit menschlichen Kontrollinstanzen und Multi-Agent-Orchestrierung.

Im Kundenerlebnis-Bereich demonstrierte Sierra – gegründet von Bret Taylor und Clay Bavor – Agenten mit langfristiger Argumentationsfähigkeit und nativer Sprachinteraktion. Aktuelle Daten zeigen: Bis zu 68 Prozent aller Kundeninteraktionen lassen sich inzwischen autonom abwickeln.

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Workday meldete am 26. Mai 2026 für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatzanstieg von 13,5 Prozent auf 2,542 Milliarden Euro. Das Unternehmen integriert Sana für IT-Service-Management und Reisebuchungen. Ein Trend zeichnet sich ab: 80 Prozent aller Unternehmensanwendungen sollen künftig KI-Agenten enthalten – derzeit haben erst 31 Prozent die volle Produktionsreife erreicht.

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