KI an Schulen: New York sperrt generative Tools für 600.000 Schüler
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 11:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In New York City hat Bürgermeister Zohran Mamdani ein einjähriges Moratorium für den Einsatz von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) an öffentlichen Schulen angekündigt. Die Neuregelung betrifft Schülerinnen und Schüler von der Vorschule bis zur achten Klasse im größten Schulbezirk der Vereinigten Staaten. Das Verbot soll mit Beginn der kommenden Woche für das Schuljahr 2026-27 wirksam werden.
Die Maßnahme zielt darauf ab, den unregulierten Zugriff auf KI-Technologien in den unteren und mittleren Jahrgangsstufen zu unterbinden. Den Berichten zufolge sind von dieser Entscheidung rund 600.000 Schüler betroffen, was etwa zwei Dritteln der gesamten Schülerschaft des Bezirks entspricht.
Einschränkungen für Software und Chatbots
Das Moratorium umfasst sämtliche Softwarelösungen, die über schülerorientierte generative KI-Funktionen verfügen. In der Folge wird der Einsatz von etwa 40 Bildungstools gestoppt. Weitere 38 Programme müssen technisch angepasst werden, um den neuen Richtlinien zu entsprechen. Ein generelles Verbot gilt für sogenannte Companion-Chatbots, die in keiner Klassenstufe mehr zugelassen sind.
Ausnahmen von diesen restriktiven Vorgaben sind lediglich für zwei spezifische Gruppen vorgesehen: Schüler mit Behinderungen sowie Lernende, die Englisch als Zweitsprache erwerben, dürfen entsprechende Tools weiterhin nutzen, sofern diese der gezielten Unterstützung dienen.
Für das Lehrpersonal ergeben sich differenzierte Regeln. Während die Nutzung von KI-Anwendungen zur Benotung von Schülerleistungen untersagt wird, bleibt der Einsatz für die interne Unterrichtsplanung sowie für administrative Vorbereitungen der Lehrkräfte gestattet.
Förderung der KI-Kompetenz an Highschools
Schüler an weiterführenden Schulen (Highschools) sind von dem Moratorium weitgehend ausgenommen, unterliegen jedoch neuen pädagogischen Rahmenbedingungen. Für sie sieht die Stadtverwaltung zweimal jährlich stattfindende Kurse zur Förderung der KI-Literacy vor.
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Zudem sollen fünf ausgewählte Pilotprogramme an Highschools mit einer Kapazität von bis zu 50.000 Schülern fortgeführt werden. Zu den beteiligten Plattformen gehören Quill, Edia, Brisk Teaching und Playlab sowie das Programm „Intel AI-Ready Schools“.
Flankierend zur neuen KI-Strategie hat die Stadt Empfehlungen zur Begrenzung der täglichen Bildschirmzeit veröffentlicht. Für die Klassenstufen drei bis fünf wird eine maximale Dauer von 30 Minuten pro Tag empfohlen, während für die Klassen sechs bis acht ein Richtwert von 45 Minuten gilt.
Parallele Entwicklung im Los Angeles Unified School District
Zeitgleich zu den Ereignissen in New York hat auch der Los Angeles Unified School District (LAUSD) weitreichende Einschränkungen beschlossen. Für das Schuljahr 2026-27 wurde ein Moratorium für generative KI auf allen schuleigenen Geräten verhängt. Davon sind etwa 378.000 Schüler betroffen.
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Die Ankündigung in Los Angeles erfolgte für Mitglieder des Schulrats sowie für Eltern überraschend, da der Einsatz von KI für Schüler über 13 Jahren zuvor unter der Bedingung einer elterlichen Erlaubnis gestattet war.
Die technische Umsetzung der Sperre erfolgt über die Filter-Software Lightspeed. Es wurde klargestellt, dass sich die Regelung ausschließlich auf schuleigene Hardware bezieht und keine Vorgaben für private Endgeräte enthält. Zur weiteren Prüfung der Thematik wurde ein spezielles KI-Komitee eingesetzt, das seine Arbeit bis April 2027 fortsetzen soll.
