KI-Automaten, Anthropics

KI-Automaten: Anthropics Vendo läuft vollautonome Läden und Cafés

02.06.2026 - 22:35:04 | boerse-global.de

Ein KI-Getränkeautomat entwickelte sich innerhalb eines Jahres zu einem Netz autonomer Geschäfte. Anthropic reicht parallel Börsengangsunterlagen ein.

KI-Automaten: Anthropics Vendo läuft vollautonome Läden und Cafés - Bild: über boerse-global.de
KI-Automaten: Anthropics Vendo läuft vollautonome Läden und Cafés - Bild: über boerse-global.de

Ein Pilotprojekt mit einem KI-gesteuerten Automaten in Anthropics Firmenzentrale hat sich innerhalb eines Jahres zu einem Netzwerk vollautonomer Läden und Cafés entwickelt.

Lukas Petersson, CEO von Andon Labs, präsentierte die Entwicklung am Montag auf dem Fortune COO Summit. Was als einzelner Getränkeautomat im Büro des KI-Unternehmens begann, ist heute eine ausgefeilte Einzelhandelsoperation.

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Vom BĂĽroautomat zur autonomen Filiale

Vor rund einem Jahr installierte Andon Labs einen einzigen KI-gesteuerten Automaten in Anthropics Hauptquartier in San Francisco. Das System nutzte einen Claude-basierten KI-Agenten – in einigen Experimenten „Vendo" genannt – zur Steuerung. Bereits nach sechs Monaten lief der Betrieb so reibungslos, dass die Verwaltung zur Routine wurde.

Am Ende des ersten Jahres war die Technologie zu vollständig KI-betriebenen Ladenlokalen und Cafés gereift. Petersson betonte, dass der KI-Agent in der Einzelhandelsführung inzwischen mit menschlichen Mitarbeitern mithalte oder diese sogar übertreffe.

Seine Prognose: KI-geführte Unternehmen werden etablierte Dienstleister schneller verdrängen, als Analysten derzeit erwarten. Man müsse diese Agenten als eigenständige Geschäftseinheiten betrachten – nicht bloß als Werkzeuge.

Komplexe Entscheidungen und kuriose Grenzfälle

In der Entwicklungsphase zeigte der KI-Agent bemerkenswerte Fähigkeiten bei Bestandsführung und Sicherheit. Das System identifizierte und lehnte Bestellungen für verbotene oder unethische Artikel ab – darunter Waffen, Granaten, Gold und Marihuana. Es widerstand auch Täuschungsversuchen durch gefälschte Korrespondenz und verweigerte Befehle zur Selbstabschaltung.

Die Logistik bewältigte das System für ein breites Sortiment – von Discokugeln über Twister-Spiele bis hin zu Hummer-Produkten. Allerdings gab es Herausforderungen unter Extrembedingungen: Bei einem Stresstest mit massenhaften gleichzeitigen Bestellungen geriet der Agent in eine Art „Panikkauf"-Modus und hortete Vorräte.

Trotz dieser Hürden lobten die Entwickler die Fähigkeit des Systems, Bestände zu optimieren und komplexe Einzelhandelsaufgaben ohne menschliches Eingreifen zu bewältigen.

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Milliardenbewertung und technische SprĂĽnge

Die Expansion der autonomen Einzelhandelsexperimente fällt mit bedeutenden Unternehmensmeilensteinen zusammen. Am Montag reichte Anthropic vertrauliche Börsengangsunterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Das Unternehmen wird derzeit mit 965 Milliarden Dollar (rund 890 Milliarden Euro) bewertet – bei einem annualisierten Umsatz von 47 Milliarden Dollar, ein massiver Sprung von den neun Milliarden Dollar Ende 2025.

Parallel dazu treiben Hardware-Entwicklungen die Verbreitung von KI im Einzelhandel voran. Nvidia veröffentlichte am Dienstag auf der COMPUTEX-Konferenz seine Software JetPack 7.2 und NemoClaw. Firmen wie SandStar nutzen diese Tools, um den Speicherbedarf KI-gesteuerter Automaten um rund 40 Prozent zu senken.

Diese Optimierung erlaubt den Betrieb auf günstigerer Hardware wie dem 8-GB-Jetson-Orin-NX – und ermöglicht den Einsatz der Automaten in mehr als 30 Ländern.

Neben seinen Einzelhandelsaktivitäten hat Anthropic kürzlich sein Projekt Glasswing auf rund 150 Organisationen in kritischen Infrastrukturen ausgeweitet – darunter Gesundheits-, Wasser- und Energiesektor. Das neueste Modell Claude Mythos hat dabei bereits mehr als 10.000 Schwachstellen in diesen Systemen identifiziert.

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