KI-Beeinflussung: Israel zahlt 100.000 Dollar für ChatGPT-Kampagne
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 17:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die israelische Regierung hat eine koordinierte Initiative gestartet, um die Informationsausgabe führender KI-Chatbots in Bezug auf den Gazastreifen und die israelischen Streitkräfte (IDF) zu beeinflussen. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, wird die Kampagne über externe Dienstleister gesteuert, um die Darstellung des Konflikts mit der Hamas sowie das allgemeine Image Israels in den USA zu verbessern.
Kooperation mit PR-Agenturen und Instituten
Die Umsetzung der Kampagne erfolgt unter Einbindung der französischen PR-Firma Havas Media sowie des neu gegründeten Hanover Institute for Public Policy. Den vorliegenden Informationen zufolge beläuft sich das Budget für diese spezifische Maßnahme auf 100.000 US-Dollar. Die Recherche zu diesen Aktivitäten basiert auf Dokumenten des Foreign Agents Registration Act (FARA), die von Politico geprüft wurden.
Das Ziel der Maßnahmen besteht darin, die Antworten von KI-Modellen auf Fragen zum Krieg gegen die Hamas aktiv zu formen. Dabei soll sichergestellt werden, dass die Perspektiven der israelischen Regierung in den automatisierten Antworten der Chatbots stärker repräsentiert werden.
Erste Ergebnisse dieser Bemühungen sind bereits messbar: So zitierten die KI-Plattformen ChatGPT und Perplexity in der jüngeren Vergangenheit Material, das vom Hanover Institute veröffentlicht wurde, in ihren generierten Antworten.
Investitionen in Millionenhöhe
Die aktuelle Kampagne mit einem Volumen von 100.000 US-Dollar ist jedoch nur ein Teil weitaus umfangreicherer Bemühungen. Insgesamt habe Israel bereits mehrere Millionen US-Dollar für die Einflussnahme auf KI-gestützte Systeme ausgegeben. In diesem Zusammenhang wird auch auf eine frühere Kampagne verwiesen, die mit einem Budget von 46,5 Millionen US-Dollar unter Beteiligung von Brad Parscale durchgeführt wurde.
Diese massiven Investitionen unterstreichen die strategische Bedeutung, die der Beeinflussung digitaler Informationsräume beigemessen wird. Da immer mehr Nutzer KI-Chatbots als primäre Informationsquelle verwenden, rücken diese Systeme zunehmend in den Fokus staatlicher Öffentlichkeitsarbeit und strategischer Kommunikation.
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Sinkende Zustimmungswerte in den USA als Hintergrund
Der Hintergrund für die verstärkten Kommunikationsbemühungen ist ein deutlicher Rückgang der Sympathiewerte für Israel in der US-amerikanischen Bevölkerung. Daten einer Umfrage des Pew Research Centers aus dem Juni dieses Jahres belegen diesen Trend: Demnach sehen 60 % der erwachsenen US-Bürger Israel derzeit ungünstig.
Diese Entwicklung markiert einen kontinuierlichen Anstieg der Ablehnung in den letzten Jahren. Im Jahr 2025 lag dieser Wert noch bei 53 %, während er im Jahr 2022 lediglich 42 % betragen hatte.
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Parallel dazu steht die politische Führung des Landes unter Druck. Für Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wird eine Vertrauensrate ausgewiesen, die durch ein Misstrauen von 65 % geprägt ist. Die Bemühungen, über technologische Schnittstellen wie ChatGPT Einfluss auf die öffentliche Meinung in den USA zu nehmen, gelten als Reaktion auf diese für die israelische Regierung kritische Stimmungslage.
Ob die Platzierung von Inhalten des Hanover Institute in KI-generierten Texten ausreicht, um den langfristigen Trend in der öffentlichen Wahrnehmung umzukehren, bleibt unter Branchenbeobachtern ein zentrales Thema.
