KI-Betrug, Cyberverbrechen

KI-Betrug: Cyberverbrechen stiegen 2025 um 1.200 Prozent

25.06.2026 - 00:42:35 | boerse-global.de

KI-Betrug überholt Ransomware als größtes Cyberrisiko. BSI und BKA warnen vor rasant steigenden Angriffszahlen und fordern mehr Schutz.

KI-Kriminalität: Neue Bedrohungslage für deutsche Unternehmen
KI-Betrug - Eine Hand interagiert mit einer holografischen Oberfläche, die abstrakte Datenflüsse und neuronale Netzwerkmuster zeigt, symbolisiert KI-Cyberkriminalität. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Behörden und Experten warnen vor einer neuen Ära der Internetkriminalität.

KI-Betrug überholt Ransomware

Die Zahlen sind alarmierend. Laut Visa stiegen KI-gestützte Cyberverbrechen 2025 um rund 1.200 Prozent. Das World Economic Forum sieht KI-Betrug inzwischen als größtes Cyberrisiko – noch vor Ransomware. 73 Prozent der Führungskräfte berichten von konkreten Vorfällen.

Die Angriffe werden effizienter. KI-Phishing erzielt viermal höhere Klickraten als herkömmliche Methoden. Rund 86 Prozent aller Phishing-Angriffe nutzen inzwischen KI zur Personalisierung. Die Prognosen sind düster: Bis 2027 könnten die weltweiten Verluste auf 37 Milliarden Euro steigen.

BSI-Präsidentin: „Neue Zeitrechnung“

Auf einer aktuellen Sicherheitskonferenz schlug Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Alarm. Die kommenden Jahre würden „sehr unruhig“ für die Cybersicherheit. KI senke die Einstiegshürde für Angreifer massiv, während die Ausnutzungsgeschwindigkeit von Schwachstellen rasant steige. 2025 verkürzte sich die Zeitspanne zwischen Entdeckung und Ausnutzung um 70 Prozent auf durchschnittlich 17 Tage.

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Auch Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt (BKA) zeigen sich besorgt. Cyberangriffe fungierten zunehmend als Seismograph für geopolitische Spannungen. BKA-Vizepräsidentin Martina Link fordert eine aktivere Cyberabwehr und verweist auf das geplante Cyberabwehrgesetz. Sicherheitschefs plädieren zudem für starke europäische KI-Alternativen – nötig seien Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe.

Erfolg gegen Schadsoftware-Netzwerke

Trotz der Bedrohung gab es zuletzt Erfolge. Mitte Juni zerschlugen BKA, Microsoft, Europol und internationale Partner mit der „Operation Endgame“ eine massive Schadsoftware-Infrastruktur.

Die Bilanz: Weltweit 340 Server abgeschaltet, 140 Domains unschädlich gemacht. Die Ermittlungen richteten sich gegen Varianten wie SocGholish, Amadey und StealC – genutzt für Datendiebstahl und Ransomware-Vorbereitung. Die Ermittler sicherten 27 Millionen Zugangsdaten von rund 385.000 Opfern und identifizierten Kryptowerte im Wert von 47 Millionen US-Dollar.

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Deutschland als Ransomware-Hotspot

Die Lage bleibt angespannt. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) bezeichnet Deutschland als Ransomware-Hotspot in Europa. Die Fallzahlen stiegen von 950 (2024) auf 1.041 (2025). Die durchschnittlichen Lösegeldforderungen liegen im Bereich mehrerer Hunderttausend Euro.

Sicherheitsbehörden raten zu IT-Grundschutz und reduzierten Angriffsflächen. 84 Prozent aller erfolgreichen Angriffe starten über Phishing-Mails. KI-Überwachungstools zur Erkennung verdächtiger Muster gewinnen an Bedeutung – 57 Prozent der Unternehmen setzen solche Systeme bereits ein.

de | wissenschaft | 69620651 |